Papst Franziskus hat sich als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche nach dem Heiligen Franziskus benannt. Der Papst setzt sich für die Belange der Armen und der Dritten Welt ein. / Foto: Pixabay

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Im Test: terrAssisi Aktien-Fonds - würde so der Heilige Franziskus investieren?

Mit einem Bettelorden an der Börse Geld verdienen? Das ist möglich und sehr rentabel. Der Fonds terrAssisi Aktien legt nach den Grundsätzen des Franziskanerordens an und erzielte über die letzten fünf Jahre mehr als 73 Prozent Rendite.

Franz von Assisi, der Gründer des Franziskanerordens, predigte nicht nur die Abkehr vom individuellen Reichtum, sondern auch die Achtung vor der Schöpfung. Deshalb gilt er für manche als Urheber des Nachhaltigkeitsgedankens.

Sein Erbe wirkt bis heute im Franziskanerorden fort. Die Franziskaner sind ein Bettelorden - also ein Orden, der sich zur Armut verpflichtet hat und den Lebensunterhalt aus Arbeit und Schenkungen bestreitet. Dass sich eine auf Enthaltsamkeit verpflichtete Ordensgemeinschaft mit Geld auseinandersetzt, mag verwundern. Was jedoch wenige wissen: Der Franziskanerorden geht schon sehr lange verantwortungsvoll mit Geld um.

Bereits 1462 hatten die Franziskaner in Italien ein erstes öffentliches Pfandleihhaus eröffnet, das von den Darlehensnehmern lediglich einen kostendeckenden Zins verlangte. Gebräuchlich waren zu der damaligen Zeit Wucherzinsen - was für viele Menschen Not und Leiden verursachte.

Ein Teil der Fonds-Gebühren geht an Hilfsprojekte

Der Aktienfonds terrAssisi Aktien der Missionszentrale der Franziskaner reiht sich in diese Tradition ein. Die Missionszentrale Franziskaner Helfen ist das international tätige Hilfswerk der Franziskaner und unterstützt derzeit weltweit mehr als 800 sozial-humanitäre Hilfsprojekte. Überschüsse aus der Verwaltungsgebühr für den Fonds fließen an die Missionszentrale und werden für diese Projekte verwendet.

Den terrAssisi Aktien gibt es seit dem Jahr 2000. Das aktuelle Anlagekonzept gilt seit 2009. Der Fonds soll "die Entwicklung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Marktwirtschaft fördern". Für eine nachhaltige Marktwirtschaft sind laut der Missionszentrale weltweit "mehr Achtung vor der Umwelt, mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Generationengerechtigkeit" nötig.

Vieles muss draußen bleiben

Das Auswahlverfahren des Fonds ist sehr streng: 90 Prozent des Aktienmarktes sind von vornherein nicht investierbar, weil die Unternehmen in ihren Branchen nicht zu den Nachhaltigkeitsbesten gehören. Hinzu kommen noch umfangreiche Ausschlusskriterien – neben Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen, Waffen und fossilen Energien sind etwa auch Massentierhaltung, Sterbehilfe und gewaltverherrlichende Computerspiele tabu (eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie unten im Premium-Bereich). ECOreporter hat alle 84 Unternehmen im Fonds überprüft: Keines verstößt gegen die Auswahlkriterien.

Finanziell ist der terrAssisi Aktien gut gelaufen. Auf fünf Jahre gesehen hat er mehr als 73 Prozent zugelegt – fast so viel wie der globale Aktienindex MSCI World, den die meisten Fonds auf Dauer nicht schlagen können. Auch auf Sicht von zehn Jahren schneidet der terrAssisi-Fonds mit einem Wertzuwachs von knapp 205 Prozent ähnlich gut ab wie der MSCI World. Damit gehört er im langfristigen Vergleich zu den erfolgreichsten von ECOreporter getesteten Aktienfonds.

Wie die Redaktion Transparenz und nachhaltige Wirkung des terrAssisi Aktien einschätzt und den Fonds insgesamt bewertet, erfahren Sie im ECOfondstest im Premium-Bereich. Der Test ist als übersichtliches PDF gestaltet, liefert die wichtigsten Analyse-Ergebnisse sowie Noten für alle getesteten Bereiche.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

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