Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas. / Foto: BKC

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Bemühungen der Bank für Kirche und Caritas erfolgreich: Namibia tritt UN-Biowaffenkonvention bei

Seit Februar 2020 hatte die Bank für Kirche und Caritas (BKC) die namibische Regierung dazu gedrängt, die UN-Biowaffenkonvention zu unterzeichnen. Jetzt hat die Paderborner Kirchenbank die Zusicherung erhalten, dass das afrikanische Land der Konvention beitreten wird.

Namibia gehört bislang zu den 14 UN-Staaten, die die Biowaffenkonvention nicht unterzeichnet haben. Die BKC stand deshalb seit Anfang letzten Jahres im Dialog mit hochrangigen namibischen Staatsvertretern und Diplomaten, um das Land zu einem schnellen Beitritt zu der Konvention zu motivieren.

Es drohte ein Investmentausschluss

Hintergrund der Bemühungen der BKC ist die Ergänzung ihrer Ausschlusskriterien für Investitionen in Staatsanleihen um das Kriterium „Nicht-Ratifizierung der UN-Biowaffenkonvention". Dies hätte eigentlich einen Investmentausschluss von namibischen Staatsanleihen bedeutet. Durch die solide Positionierung Namibias bei wichtigen Nachhaltigkeitskriterien wie „Politische Rechte und Bürgerrechte“ und die Ratifizierung der Konvention chemischer Waffen sah die BKC jedoch die Chance, das Land zum Beitritt zur UN-Biowaffenkonvention bewegen zu können. Die jetzt erfolgte Zusicherung der Regierung erlaubt es der BKC bis auf Weiteres, unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten an namibischen Staatsanleihen festzuhalten. Die Bank will den Prozess bis zum tatsächlichen Konventionsbeitritt und zur anschließenden Ratifizierung weiter aufmerksam begleiten.

„Dieses erfreuliche Zwischenergebnis ist von den unterschiedlichsten Akteuren und Entwicklungen beeinflusst worden. Als Nachhaltigkeitsinvestor freuen wir uns jedoch, dass unser beharrliches und gleichzeitig kooperatives Engagement einen unterstützenden Beitrag dazu geleistet hat", sagt Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der BKC.

In dem Engagement-Dialog versuchte die BKC zum ersten Mal, kein Unternehmen, sondern einen Staat zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. „Wir scheuen uns nicht, auch mit einem Staat in einen Dialog zu treten und klarzustellen, dass wir als christlich orientierte Investoren die dringende Notwendigkeit sehen, den Frieden durch die Abschaffung aller Massenvernichtungswaffen zu unterstützen“, so Piemonte. „Nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie zeigt uns, wie unkontrollierbar, verheerend und schnell sich virale und bakterielle Krankheiten ausbreiten können. Deshalb muss alles darangesetzt werden, zumindest die Gefahr von aus Menschenhand stammenden biologischen Waffen möglichst zu verhindern.“

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