Chip-Produktionsmaschine von ASML. Die Aktie hat sich in den letzten Monaten deutlich besser entwickelt als die Papiere der Konkurrenz. / Foto: Aixtron

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Bis 333 % Plus in fünf Jahren: 20 nachhaltige Chip-Aktien (Teil 2)

Halbleiter-Chips waren noch nie so gefragt wie heute. Wer in die richtigen Chip-Aktien investiert, hat Chancen auf hohe Renditen. Aber es gibt auch Risiken. ECOreporter stellt 20 besonders nachhaltige Halbleiteraktien vor.

Der erste Teil des ECOreporter-Branchenüberblicks, den Sie hier lesen können, beschäftigt sich mit Chip-Entwicklern und -Herstellern wie Intel, AMD und Taiwan Semiconductor. Im zweiten Teil geht es um Unternehmen, die den Halbleiterherstellern Produktionsmaschinen, Testanlagen oder das wichtigste Vorprodukt liefern: Wafer, hauchdünne Siliziumscheiben, aus denen die Chips herausgesägt werden.

Produzenten von Halbleitersilizium analysiert ECOreporter hingegen nicht, weil sie oft noch andere, kontroverse Geschäftsbereiche haben. Der japanische Weltmarktführer Shin-Etsu Chemical etwa führt Tierversuche für Silizium durch, das er an Kosmetikkonzerne verkauft.

Alle hier vorgestellten Unternehmen sind in tiefgrünen Fonds enthalten, die ihre Aktien nach strengen Kriterien auswählen (Tests nachhaltiger Fonds finden Sie hier). Und auch ECOreporter hat die Unternehmen eingehend auf ihre Nachhaltigkeit abgeklopft – und diese für gut befunden.

In den letzten Monaten haben zahlreiche Halbleiter-Konzerne spürbar an Börsenwert verloren. Einige waren zuvor klar überbewertet, andere erreichen ihre Gewinnziele nicht, weil es Probleme in den Lieferketten gibt und sie die hohe Nachfrage am Markt nicht bedienen können. Dennoch erzielen die meisten weiterhin hohe Gewinnmargen, von denen andere Branchen nur träumen können. Und nach den Kurskorrekturen bieten sich bei mehreren Aktien Kaufgelegenheiten.

Maschinenbauer


Produktionsanlage von ASML. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten europäischen Halbleiterkonzerne. / Foto: ASML

ASML ist Weltmarktführer bei Produktionsmaschinen für Chips der neuesten Generation mit Strukturbreiten von fünf Nanometern (ein Nanometer ist 70.000-mal so dünn wie ein menschliches Haar). Der niederländische Konzern liefert seine Anlagen, von denen manche mehr als 200 Millionen Euro kosten, an alle großen Chip-Hersteller wie Intel, Taiwan Semiconductor und Samsung. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 210 Milliarden Euro ist ASML eine der wertvollsten Aktiengesellschaften Europas.

Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz 2021 um ein Drittel zum Vorjahr auf 18,6 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg von 3,6 auf 5,9 Milliarden Euro. Trotz eines durchwachsenen ersten Quartals erwartet das Management 2022 einen Umsatzanstieg um 20 Prozent. Die Nachfrage nach den Anlagen von ASML ist weiterhin so hoch, dass der Konzern sie auf absehbare Zeit nicht vollständig wird bedienen können.

Finanziell steht ASML blendend da. 2021 kaufte das Unternehmen für 8,6 Milliarden Euro eigene Aktien zurück. Bis 2023 will der Konzern weitere Rückkaufprogramme mit einem Volumen von bis zu 9 Milliarden Euro starten. Die Dividende wird in diesem Jahr auf 5,50 Euro je Aktie verdoppelt.

ASML gilt wie alle Unternehmen in diesem Artikel als überdurchschnittlich nachhaltig. Bis 2030 möchte der Konzern seine Produktionsabfälle auf null reduzieren. Spätestens 2040 soll die komplette Wertschöpfungskette klimaneutral sein.

Die ASML-Aktie hat in den letzten fünf Jahren 315 Prozent zugelegt (siehe Tabelle im Premium-Bereich). Nach einem Minus von 12 Prozent auf Sicht von drei Monaten nähert sie sich derzeit wieder einer fairen Bewertung an: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2022 liegt bei 30 - für ein Unternehmen mit glänzenden Aussichten durchaus akzeptabel.

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