Börsenindizes wie der Dax oder der S&P 500 bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Aktiensegments ab. Börsenindizes gibt es aber auch in grün. / Foto: Fotolia

  Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF

Von minus 4 bis plus 137 %: Die wichtigsten grünen Börsenindizes

Wie gut entwickeln sich nachhaltige Aktien? Erneuerbare-Energien-Aktien? Elektromobilitäts-Aktien? ECOreporter stellt die wichtigsten nachhaltigen Aktienindizes vor – von ganz groß bis ganz klein.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Allein der Frankfurter Indexanbieter Solactive hat mittlerweile mehr als 11.000 Börsenindizes im Programm. Der weltgrößte Anbieter, das US-Unternehmen MSCI, kommt sogar auf mehr als 200.000 Börsenbarometer – darunter auch einige mit nachhaltiger Ausrichtung.

Grüne Aktienindizes enthalten eine Auswahl an nachhaltig und sozialverträglich wirtschaftenden Unternehmen. Es gibt sie in ganz groß, wie etwa den Dow Jones Sustainability World, der auf fast 1.000 weltweit agierende Konzerne setzt. Oder in ganz klein, wie den Aktienindex Öko-Dax, der aktuell gerade mal neun und maximal zehn Aktien von kleinen deutschen Unternehmen hält.

Nachhaltigkeitsindizes gelten als praktikable Wegweiser durch den Dschungel des nachhaltigen Investments. Denn ein nachhaltiger Aktienindex enthält eine Auswahl an grünen börsennotierten Unternehmen. Beim näheren Hinsehen zeigt sich jedoch: Viele Indizes sind bei Weitem nicht so umweltverträglich und ethisch, wie die Anbieter vorgeben. Welche Aktienindizes gibt es, und in welche Firmen investieren sie? Eine Tabelle zur Wertentwicklung der Indizes finden Sie im Premium-Bereich.

Große Nachhaltigkeitsindizes

Große nachhaltige Aktienindizes setzen auf Blue Chips – also auf Unternehmen mit einem hohen Börsenwert. Manche von ihnen gibt es seit mehr als 20 Jahren.

Dow Jones Sustainability World: Nachhaltig ausgerichteter Börsenindex seit 1999

Schon seit 1999 gibt es die Dow Jones Sustainability-Nachhaltigkeitsindizes (DJSI). Das US-Verlagshaus Dow Jones hat die Indizes zusammen mit der schweizerischen Ratingagentur Sustainable Asset Management (SAM) gestartet. Mittlerweile sind die Indizes ebenso wie SAM in Beistz der US-Ratingagentur S&P Global.

Preis- oder Performance-Index?

Es gibt zwei gängige Formen von Aktienindizes: die Preis-Indizes (PR) und die Performance-, oder auch Total-Return-Indizes (TR). Während Preisindizes lediglich den Aktienkurs der enthaltenen Werte abbilden, berücksichtigt ein Performance-Index nicht nur Kursänderungen, sondern auch die Erträge der Wertpapiere (z. B. Dividenden) unter der Prämisse, dass diese wieder angelegt werden. Beim Deutschen Aktienindex DAX handelt es sich beispielsweise um einen Performance-Index. Einige Anbieter stellen ihre Indizes in beiden Varianten zur Verfügung, also einmal als Preis- und einmal als Performance-Index. Auch werden die Indizes zuweilen in unterschiedlichen Währungen notiert, etwa in Dollar und in Euro. Dies kann zu deutlich unterschiedlicher Wertentwicklung führen.

Es gibt eine ganze Familie dieser Indizes. Sie folgen dem sogenannten Best-in-Class-Prinzip, nehmen also die nachhaltigsten Unternehmen ihrer Branche auf. Der Hauptindex ist der Dow Jones Sustainability World (DJSI World). In ihm enthalten sind zum Beispiel Nestlé, British American Tobacco, der Ölkonzern Total und der spanische Energieversorger Iberdrola, der Kohle- und Atomkraftwerke betreibt (Stand: Mai 2021). Man sieht: Auch die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche müssen nicht gerade grün sein. In die Wertentwicklung fließen neben den Kursgewinnen auch die Dividenden ein. Es handelt sich bei dem Index deshalb um einen sogenannten Performance-Index.

FTSE4Good: Best-in-Class-Indizes mit Ausschlusskriterien

Seit 2001 gibt es die FTSE4Good-Indizes des britischen Indexanbieters FTSE Russell, einer Tochter der London Stock Exchange Group. Die 4 im Namen wird "for" gesprochen, also auf Deutsch "FTSE für gut". Die Indizes folgen ebenfalls dem Best-in-Class-Prinzip. Atomkraft, Kohle, Tabak und Waffen sind ausgeschlossen.

Insgesamt 15 nachhaltige Indizes sind mittlerweile im Programm, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa auf europäische, US-amerikanische und asiatische Aktien. Einer der größten Unter-Indizes ist der FTSE4Good Developed Index. Er bildet die Wertentwicklung der 1004 größten nachhaltigen Unternehmen der Industrieländer ab. Basis für den Index sind die Unternehmen aus dem FTSE Developed Index.

Der Nachhaltigkeits-Index enthält Unternehmen wie Microsoft, Apple, die Google-Mutter Alphabet, den Pharmakonzern Johnson & Johnson sowie den Kreditkartenanbieter Visa und den Unterhaltungskonzern Walt Disney.

MSCI KLD 400 Social Index: Einer der ältesten nachhaltigen Indizes

Der MSCI KLD 400 Social Index geht auf den 1990 aufgelegten Domini 400 Social zurück – einen Index, den das US-Nachhaltigkeits-Analysehaus KLD entwickelt hat. Der Basisindex für den MSCI KLD 400 ist der MSCI USA IMI.

Im MSCI KLD 400 Social sind gut 400 Unternehmen vertreten. Ausschlusskriterien sind Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Kernkraft, Pornografie und Rüstung. Schwerpunkt des Index ist das soziale Engagement der Unternehmen und der Umgang mit den Mitarbeitern. Ehe ein Unternehmen in den Index aufgenommen wird, muss es eine mindestens durchschnittliche Nachhaltigkeitsbewertung vom Indexanbieter MSCI erhalten. Darüber hinaus dürfen die Unternehmen im Index nicht in kontroverse Geschäftspraktiken verwickelt sein.

Der MSCI KLD 400 Social ist technologielastig: Mehr als 30 Prozent der enthaltenen Unternehmen gehören dem IT-Sektor an. Die größte Position ist Microsoft, gefolgt von der Google-Mutter Alphabet und dem Elektroauto-Pionier Tesla. Die Wertentwicklung berücksichtigt die ausgeschütteten Dividenden.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Stoxx Global ESG Leaders: Index auf Nachhaltigkeitsführer

Der Stoxx Global ESG Leaders soll nach Angaben des Indexerstellers Stoxx nur Unternehmen enthalten, die zu den Nachhaltigkeitsvorreitern zählen. Ausgeschlossen sind Produzenten von geächteten Waffen und Firmen, die gegen die Prinzipien des UN Global Compact verstoßen. Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen Unternehmen eine überdurchschnittlich hohe Nachhaltigkeitsbewertung in einem der Bereiche Umweltschutz, Soziales und Unternehmensführung aufweisen. In den anderen Bereichen müssen sie mindestens durchschnittlich gut abschneiden. Die Nachhaltigkeitsanalysen erstellt die Schweizer Nachhaltigkeits-Ratingagentur Sustainalytics.

Im Index sind unter anderem der US-Ölkonzern ConocoPhillips, der spanische Energieversorger Iberdrola und der britische Spirituosenhersteller Diageo. Der Stoxx Global ESG Leaders Index ist ein Performance-Index und enthält in der Wertberechnung auch die Dividenden.

DAX 50 ESG: Nachhaltigkeitsindex der Deutsche Börse AG

Der Index DAX 50 ESG, aufgelegt von der Deutsche Börse AG, hält Aktien von 50 deutschen Unternehmen aus dem TecDAX, MDAX und DAX 30. Nach Angaben der Deutsche Börse schließt der Index Aktien von Firmen aus, die Geld mit kontroversen Waffen, Kohle, Kernkraft oder Tabak verdienen. In die Auswahl der Titel fließen außerdem die Kriterien Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung mit ein, die sogenannten ESG-Kriterien. Die Nachhaltigkeitsbewertungen bezieht die Deutsche Börse von Sustainalytics.  

Im DAX 50 ESG sind mehr als 20 Unternehmen aus dem DAX 30 vertreten, darunter der Leverkusener Chemiekonzern Bayer, der den umstrittenen US-Saatgutkonzern Monsanto übernommen hat, außerdem Adidas (Herzogenaurach), Siemens (München) und der Autobauer Daimler (Stuttgart). Wie nachhaltig eine solche Aktienauswahl ist, muss jeder Anleger selbst entscheiden. Der DAX 50 ESG ist ein Perfomance-Index und berücksichtigt in der Wertentwicklung die ausgeschütteten Dividenden.

Seit dieser Woche führt die Deutsche Börse zudem einen weiteren "grünen" Dax. Der DAX ESG Target Net Return will auf 30 Unternehmen mit einem vergleichsweise niedrigen CO2-Ausstoß setzen, die meisten kommen aus dem DAX 30. Fossile Energiekonzerne wie RWE schließt der DAX ESG Target Net Return zwar aus, ebenso den Triebwerkshersteller MTU. Andere kritische Werte wie der Leverkusener Chemiekonzern Bayer sind aber im Index vertreten.

MSCI World SRI 5 % Issuer Capped: Weltweiter Nachhaltigkeitsindex

Der Index der US-Gesellschaft MSCI hält Aktien von 361 Unternehmen aus Industrieländern. MSCI hat seine Richtlinien für die Zusammenstellung Anfang 2021 verschärft: Unternehmen die Umsatz mit Kohleförderung erzielen sind nun komplett ausgeschlossen, für Kohlestrom gilt eine Umsatzgrenze von 5 Prozent. Ebenfalls vollständig tabu sind Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Atomkraft, Tabak, Alkohol, Glücksspiel, militärische und zivile Waffen, Gentechnik Pornografie, sowie Umsätze aus kontroverser Öl- und Gasförderung wie dem Fracking. Maximal ist ein Unternehmen mit 5 Prozent im Index gewichtet.

Zu den größten Aktien-Positionen gehören die US-Konzerne Microsoft, Tesla, Disney und der schweizerische Pharmakonzern Roche. Bei dem Index handelt es sich um einen Performance-Index.

Überblick über wichtige nachhaltige Indizes, geordnet nach Wertzuwächsen auf Jahressicht (Stand: 27.5.2021):

IndexnahmeWKNSchwerpunktKursentwicklung 1 Jahr (%) Kursentwicklung 5 Jahre (%) Kursentwicklung seit 1.1.2021 (%)
ÖkoDAXA0MEU5Aktien Deutschland137,535,06,3
World Solar Energy IndexA0ME40Solarengerie106,0185,7-20,6
S&P Global Clean Energy IndexSPGTCEDErneuerbare Energien96,723,9-18,6
RENIXXRENX01Erneuerbare Energien96,6259,7-17,9
Naturaktien-IndexA1A4ZTAktien weltweit95,1172,021,0
Stoxx Glo. Ele. Veh. & Dri. Tech. IndexA2RNZHElektromobilität60,6--*12,0
Solactive Global Gender Equality IndexSLA3KJAktien weltweit51,0120,217,2
VönixA0YK7UAktien Österreich50,668,119,8
FTSE4Good Developed Indexk.A.Aktien weltweit46,0100,510,1
Vegan Climate IndexSLA5HZAktien USA43,8--*10,2
MSCI World SRI 5 % Iss. Cappedk.A.Aktien weltweit43,1--**8,2
Stoxx Global ESG LeadersA1KP3AAktien weltweit33,241,613,4
Stoxx Europe Christian IndexA1DKLEChristliche Werte32,431,312,6
DAX50-ESGA0S3E0Aktien Deutschland29,9--**9,3
MSCI KLD 400 Social Index (Net)k.A.Aktien USA28,5104,013,3
Global Challenges IndexA0MEN3Aktien Industrieländer22,1--**4,4
Dow Jones Sustainability World967398Aktien weltweit-3,915,510,7
PPVXk.A.Solarenergie--**--**--**

*Index jünger als 5 Jahre / **keine aktuellen Daten

Kleine grüne Börsenindizes

Kleine grüne Indizes setzen auf Unternehmen mit niedrigem Börsenwert. Oft sind in ihnen sehr grüne Unternehmen enthalten. Manche investieren aber nach weniger strengen Vorgaben.

Naturaktien-Index: Kerngrün, gute Wertentwicklung

Einer der ältesten Nachhaltigkeitsindizes aus dem deutschsprachigen Raum ist der Naturaktien-Index, kurz NAI, gestartet von der Zeitschrift Natur & Kosmos vor mehr als 20 Jahren. Der NAI hat umfangreiche Ausschlusskriterien. Tabu sind Aktien aus den Bereichen Atomkraft, Rüstung, Diskriminierung von Frauen und Minderheiten, Kinderarbeit (auch bei Zulieferern) und viele mehr.

Hinzu kommen Positivkriterien. Um in den NAI aufgenommen zu werden, müssen Firmen zwei der folgenden vier Kriterien erfüllen. Sie müssen mit ihren Produkten einen Beitrag zur Lösung ökologischer oder sozialer Menschheitsprobleme leisten, Branchenvorreiter in Bezug auf ihre Produkte sein, besser als die Konkurrenz Arbeitsprozesse in ihrer sozialen Form gestalten oder in technischer Hinsicht führend bei  Produktionsprozessen sein.

Der NAI investiert weltweit. Zu den Unternehmen im Index gehören unter anderem der japanische Fahrradkomponenten-Hersteller Shimano, der dänische Windanlagenbauer Vestas (eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse) und der kalifornische ElektroautokonzernTesla. Der NAI ist ein Kursindex. Heißt: Die Dividenden werden nicht in der Wertentwicklung berücksichtigt.

Global Challenges Index: Unternehmen, die sozial-ökologische Herausforderungen meistern

Die Börse Hannover hat 2007 zusammen mit der (inzwischen durch die Deutsche Börse übernommenen) Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG (vormals oekom research AG) den Global Challenges Index aufgelegt. Der Index wählt seine Aktien in einem zweistufigen Verfahren aus. Infrage kommen nur Unternehmen, die den Prime Status von ISS ESG besitzen – also Nachhaltigkeitsvorreiter ihrer Branche sind – und bestimmte Ausschlusskriterien erfüllen. Ausgeschlossen sind unter anderem: Atomkraft, Gentechnik, Rüstung, Alkohol und fossile Energien. Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen die Unternehmen außerdem einen Beitrag zur Bewältigung der wichtigsten sozial-ökologischen Herausforderungen der Menschheit leisten. Dazu gehören unter anderem die Bekämpfung des Klimawandels, der Erhalt der Artenvielfalt und der Umgang mit dem weltweiten Bevölkerungswachstum.

Im Index sind Aktien von 50 Unternehmen enthalten. Der Index fokussiert sich auf Europa, Nordamerika und Japan. Maximal ist eine Aktie mit 10 Prozent im Index gewichtet. Der Index enthält etwa Aktien des kanadischen Eisenbahnunternehmens Canadian National Railway, des US-Solarunternehmens First Solar sowie des Schweizer Hörgeräteherstellers Sonova. Den Global Challenges Index gibt es sowohl als Kurs- als auch als Performance-Index. Der den Global Challenges Index nachbildende Indexfonds Warburg Invest Global Challenges schnitt bei den ECOreporter ETF-Tests bislang am besten ab.

ÖkoDax: Index auf Erneuerbare-Energien-Unternehmen

Der ÖkoDax setzt auf deutsche Unternehmen und ist wie der DAX 50 ESG von der Deutsche Börse AG aufgelegt worden. Aktuell neun Unternehmen sind Teil des ÖkoDax, maximal darf der Index zehn Unternehmen enthalten. Sie werden nach ihrem Börsenwert ausgewählt. Der Name "ÖkoDax" führt in die Irre. Als Referenzindex dient nicht der Dax, sondern der Prime IG Renewable Energy Index, der die Wertentwicklung von Erneuerbare-Energien-Unternehmen abbildet.

Der ÖkoDax enthält beispielsweise den Brennstoffzellenspezialisten SFC Energy, den Windparkprojektierer PNE und den Bio-Spritproduzenten Verbio (Stand: Mai 2021). Der ÖkoDax ist ein Kursindex und berücksichtigt nicht die Dividenden.

Vönix setzt auf österreichische Unternehmen

Der Index Vönix bildet die Kursentwicklung von Unternehmen ab, die an der Wiener Börse gelistet sind und laut Angaben des Indexerstellers in sozial-ökologischer Hinsicht führend sind. Der Index startete 2005 und hat sowohl Negativ- als auch Positiv-Kriterien. Die Index-Zusammensetzung wird jährlich neu festgelegt. Das Nachhaltigkeitsrating erstellt die Wiener Beratungsgesellschaft rfu.

Im Index enthalten sind derzeit unter anderem der Aluminiumkonzern Amag, der Faserhersteller Lenzing und der Stromerzeuger Verbund, eine ECOreporter-Favoritenaktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Der Vönix berücksichtigt in der Wertentwicklung keine Dividenden.

Spezialindizes

Spezial-Börsenindizes zeigen die Entwicklung einer bestimmten Branche oder eines Segments des Aktienmarkts. Etwa vegane Aktien, Elektromobilitäts-Aktien oder Aktien von Unternehmen, denen die Gleichstellung von Mann und Frau wichtig ist. Hier einige Beispiele:

RENIXX: Erneuerbare-Energien-Index seit 2006

Der Renewable Energy Industrial World Index (RENIXX) ist ein Index auf Erneuerbare-Energien-Unternehmen. Das Internationale Wirtschaftsforum für Regenerative Energien (IWR) in Münster hat ihn 2006 aufgelegt. Der Index enthält 30 Aktien und hat zahlreiche Auflagen. Aufgenommen werden nur Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit regenerativer Energie erzielen. Dabei darf nicht mehr als Hälfte der Firmen im RENIXX zum selben Sektor gehören, also etwa zur Photovoltaik-, Wasser- oder Windkraftbranche. Brennstoffzellen-Produzenten, Elektromobilitätsunternehmen und Versorger sollen zusammen nicht mehr als ein Drittel im Index ausmachen. Ausgeschlossen sind Unternehmen, die sich mehrheitlich in Staatsbesitz befinden.

Die drei größten Positionen im Index sind derzeit der Windradbauer Vestas, der Elektroautokonzern Tesla und der Grünstromerzeuger Orsted. Sie haben aktuell jeweils eine Gewichtung von 10 Prozent. Der RENIXX ist ein reiner Kursindex und berücksichtigt nicht die ausgeschütteten Dividenden.

In Gleichstellung investieren:  Solactive Global Gender Equality Index

Der Solactive Global Gender Equality Index setzt insbesondere auf Unternehmen, die die Gleichstellung der Geschlechter ernst nehmen. Die Unternehmen im Index müssen vor allem zahlenmäßig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitern aufweisen - auch in Führungspositionen - und beide Geschlechter gleich gut bezahlen. Neben herkömmlichen Nachhaltigkeitskriterien wie dem Ausschluss von Rüstung, Glücksspiel und Tabak müssen die Unternehmen zahlreiche weitere Auflagen erfüllen, etwa für eine ausgewogene Work-Life-Balance sorgen, die Mitarbeiter weiterbilden und ihnen eine Elternzeit gewähren. Nicht bedacht ist das Divers-Geschlecht, das immerhin ja schon im deutschen Recht verankert ist.

Zu den 99 im Index vertretenen Unternehmen gehören auch der Ölkonzern Chevron, der Vermögensverwalter BlackRock oder der Autobauer General Motors, alle aus den USA, sowie der niederländische Spirituosenhersteller Diageo. Der Index berücksichtigt die angefallenen Dividenden.

US Vegan Climate Index: Index für Veganer

Der US Vegan Climate Index, kurz VEGAN, wurde für vegan lebende Menschen aufgelegt und wird seit 2018 berechnet. Der Index schließt Unternehmen aus, die Tierversuche durchführen oder Produkte mit tierischen Bestandteilen herstellen. Aber auch die Verwendung fossiler Brennstoffe, Waffen oder Verstöße gegen Menschenrechte stehen auf der Ausschlussliste. Der Referenzindex für den US Vegan Climate ist der Solactive US Large Cap Index, der auf dem US-Index S&P 500 aufbaut.

Die größten Positionen in dem Kursindex stellen allerdings keineswegs Unternehmen mit veganem Kerngeschäft, sondern US-amerikanische Techriesen wie Tesla, Microsoft, Apple und die Google-Mutter Alphabet. Eine Übersicht zu veganen Aktien, bei denen es tatsächlich um vegane Lebensmittel geht, finden Sie im ECOreporter-Branchencheck Vegane Aktien: Bis 204 % Plus in einem Jahr.

S&P Global Clean Energy Index: Nur vermeintlich sauberer Energie-Index

Der S&P Global Clean Energy Index setzt laut eigener Bezeichnung auf Unternehmen aus aller Welt, die ihr Geld mit der Produktion von sauberer Energie verdienen, wie Biomasse, Solar-, Wind- und Wasserkraft. Der Index wurde 2010 von der Ratingagentur Standard and Poor’s (S&P) aufgelegt. Er enthält 81 Unternehmen. Darunter sind etwa Vestas oder das israelische Solarunternehmen SolarEdge, aber auch die Energieerzeuger Iberdrola aus Spanien und NextEra Energy aus den USA – beide betreiben Kohle- und Atomkraftwerke. Der S&P Global Clean Energy Index ist ein reiner Kursindex.

Stoxx Europe Christian Index: Christlicher Index auf europäische Aktien

Der Stoxx Europe Christian Index ist im April 2010 aufgelegt worden. Er lässt christliche Werte in die Aktienauswahl einfließen und schließt Unternehmen aus, die mit Pornografie, Waffen, Tabak, Glücksspiel und Empfängnisverhütung Geld verdienen. Der Stoxx Europe Christian Index enthält Aktien von 150 europäischen Unternehmen, die in dem Index nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind.

Zu den größten Positionen des Index gehören Nestlé, die Ölkonzerne Shell, Total und BP sowie der Spirituosenhersteller Diageo. Ob das mit dem christlichen Gedanken der Bewahrung der Schöpfung vereinbar ist, muss jeder Gläubige selbst entscheiden. In die Wertentwicklung fließen die Dividenden mit ein. 

World Solar Energy Index setzt auf die weltweit größten Solarunternehmen

Im World Solar Energy Index sind die nach Börsenwert größten Solar-Unternehmen vertreten. RobecoSAM hat den Index 2006 gestartet, mittlerweile gehört auch er damit dem Finanzunternehmen S&P und wird von diesem der Gruppe der Dow Jones Indizes zugeordnet. Jedes Unternehmen im Index ist mit minimal 5 Prozent gewichtet.

Die größten Positionen: der taiwanesische Wafer-Hersteller Sino-American Silicon Products, der US-Wechselrichterspezialist Enphase Energy sowie die norwegische Scatec Solar. Der Index berücksichtigt in der Wertentwicklung die ausgeschütteten Dividendenerträge.

PPVX: Index auf Solaraktien

Der Photon-Photovoltaik-Index (PPVX) startete 2001 und bildet die Kursentwicklung von börsennotierten Solarunternehmen ab. Der Öko Invest-Herausgeber Max Deml hat den Index aufgelegt. In den Index aufgenommen werden Unternehmen, die über 50 Prozent ihres Vorjahresumsatzes mit Produkten oder Dienstleistungen erzielt haben, die direkt oder indirekt mit der Installation beziehungsweise Nutzung von Photovoltaikanlagen zusammenhängen. Vertreten sind aus diesem Bereich dann die 30 Aktiengesellschaften mit der aktuell höchsten Marktkapitalisierung.

Im PPVX enthalten sind etwa der Hamburger Solarstromerzeuger Encavis und der ehemalige Schweizer Solarindustriezulieferer Meyer Burger, der sein Geschäft derzeit auf die Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen umstellt.

Elektromobilität: Stoxx Global Electric Vehicles & Driving Technology Index

Der Stoxx Global Electric Vehicles & Driving Technology Index setzt auf Elektromobilität und das autonome Fahren. Im Index vertreten sind 81 Automobilhersteller und deren Zulieferer sowie Hersteller von Batterien und IT-Unternehmen.

Der E-Auto-Index enthält aber auch viele klassische Automobilkonzerne wie Ford aus den USA, BMW aus Münchner oder Hyundai aus Korea. Bei ihnen sind E-Autos bisher höchstens auf dem Notsitz des Modellprogramms. Immerhin: Im Index finden sich auch E-Auto-Spezialisten wie BYD und Tesla. Vertreten sind zudem Zulieferer wie Bosch aus Stuttgart, Nvidia aus den USA oder Hella mit Sitz in Lippstadt. Die Angaben zur Wertentwicklung berücksichtigen die ausgeschütteten Dividenden.

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