Aktivistinnen von Greenpeace gestern an der DWS-Zentrale in Frankfurt. / Foto: Greenpeace

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„DWS finanziert den Klimacrash“ – Greenpeace protestiert bei Deutschlands größtem Fondsanbieter

Letzte Woche kündigte die Deutsche Bank an, die Energiewende stärker unterstützen zu wollen. Was nicht dazu passt: Einer Greenpeace-Studie zufolge ist die Deutsche Bank-Tochter DWS weit davon entfernt, mit den Investments ihrer Fonds und ETFs die Pariser Klimaziele einzuhalten.

Laut der Studie, die das Frankfurter Analyseunternehmen right. based on science für Greenpeace erstellt hat, läuft die aktuelle Produktpalette der DWS auf eine Erderwärmung von 2,6 Grad hinaus. „Das ist ein verheerendes Ergebnis für eine Fondsgesellschaft, die sich zum 1,5-Grad-Klimaschutzziel bekannt hat”, sagt Mauricio Vargas, Finanzexperte von Greenpeace.

Am Freitag hatte der Mutterkonzern Deutsche Bank verkündet, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben zu wollen. „Wie soll das klappen, wenn die DWS als hauseigene Fondsgesellschaft nicht mitzieht? Eine neue Kohlestrategie, wie von der DWS in Aussicht gestellt, ist zu wenig“, so Vargas.

Viele Milliarden Euro fossil investiert

Greenpeace-Aktivisten protestierten deshalb am gestrigen Dienstag an der DWS-Zentrale in Frankfurt gegen die Geldanlagepraxis des Unternehmens. Greenpeace fordert die DWS auf, aus allen Investitionen auszusteigen, die das Pariser Klimaziel untergraben.

Mitte Oktober hatten unter anderem Greenpeace und die Umweltschutzorganisation urgewald eine Studie veröffentlicht, nach der die DWS mit 7,8 Milliarden Euro in Aktien und Anleihen von Unternehmen investiert ist, die klimaschädliche Energie erzeugen und ihr fossiles Geschäft sogar noch weiter ausbauen (ECOreporter berichtete hier). Die DWS hat sich bislang nicht zu den Greenpeace-Studien geäußert.

Aufgrund von Greenwashing-Vorwürfen hatte die Staatsanwaltschaft Ende Mai Büros von DWS und Deutscher Bank durchsucht. DWS-Chef Asoka Wöhrmann war daraufhin zurückgetreten.

Die DWS bietet über ihre Tochter XTrackers zahlreiche als nachhaltig ausgewiesene ETFs an. Einige davon hat ECOreporter hier getestet.

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