Vom FF 91 existieren weiterhin nur Prototypen. / Foto: Faraday Future

  Nachhaltige Aktien, Wachhund

E-Auto-Aktie: Geht Faraday Future das Geld aus?

Der US-Elektroautobauer Faraday Future sieht seine Unternehmensfortführung gefährdet. Die Aktie sackt auf ein neues Allzeittief ab.

Faraday Future hat große Pläne: Das erste Serienfahrzeug, der FF 91, soll mit seinen 1.000 PS den Markt für elektrisch angetriebene Luxuslimousinen erobern. Doch Liquiditätsengpässe bremsen Faraday immer wieder aus. 2016 wollte das Unternehmen eine Fabrik nördlich von Las Vegas errichten, musste das Bauvorhaben aber wegen Finanzierungsproblemen abbrechen.

Mittlerweile plant Faraday, den FF 91 in einem umgebauten Pirelli-Werk im kalifornischen Hanford und von einem Auftragsfertiger in Südkorea bauen zu lassen. Leere Kassen bremsen das Unternehmen allerdings weiterhin aus. Erst wurde der Start der Serienproduktion von Sommer diesen Jahres auf Ende 2022 verschoben, jetzt ist bereits von 2023 die Rede. Trotz einer 100 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde im September (ECOreporter berichtete hier) fehlt es Faraday weiterhin an Geld.

Rote Zahlen, leere Kassen

Im August hatte das Management bereits darauf hingewiesen, dass die Cash-Reserven zur Neige gingen. Jetzt warnt Faraday erneut vor Zahlungsschwierigkeiten. Ende September verfügte das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 31,8 Millionen Dollar. Drei Monate zuvor waren es noch 121 Millionen Dollar. Im letzten Quartal lag der Nettoverlust bei 103 Millionen Dollar. Das Management hat derzeit „erhebliche Zweifel“, dass das Unternehmen in seiner jetzigen Form weitergeführt werden kann. Momentan versucht Faraday, sich von Investoren weiteres Kapital zu besorgen.

Die Faraday-Aktie erreichte am gestrigen Dienstag an der Heimatbörse Nasdaq mit 0,33 Dollar ein neues Allzeittief. Im Jahresvergleich ist der Kurs um mehr als 95 Prozent eingebrochen. Shortseller wetten bereits seit längerer Zeit darauf, dass die Aktie an Wert verliert. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Faraday hat neben dem Geld- auch ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das Unternehmen hatte mit 14.000 verbindlichen Reservierungen für den FF 91 geworben, tatsächlich angezahlt sind Stand Ende September aber nur 369. Der Aufsichtsratsvorsitzende Brian Krolicki musste wegen des Skandals seinen Posten räumen, Konzernchef Carsten Breitfeld und Firmenmitgründer Jia Yueting erhalten mittlerweile 25 Prozent weniger Gehalt.

ECOreporter hat regelmäßig von einem Einstieg in die Faraday-Aktie abgeraten, unter anderem hier.

Lesen Sie auch unser Dossier Junge Elektroauto-Aktien: Mit Karacho vor die Wand?

Faraday Future Intelligent Electric Inc.: ISIN US3073591097 / WKN A3CVWG

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