Im Oktober fielen zwar die Blätter, aber bei den meisten ETFs nicht die Kurse. / Foto: Pixabay

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Nachhaltige ETFs: Im Oktober auf Erholungskurs

Hohe Inflation und Energiepreise, steigende Leitzinsen: Die Finanzmärkte stehen weiter unter Druck. Im Oktober gewannen zwar fast alle von ECOreporter beobachteten hellgrünen ETFs an Wert. Auf Jahressicht jedoch bleiben die Kurse rot.

Wichtig für Anlegerinnen und Anleger ist aber die Erkenntnis, dass langfristige Wertgewinne auch in Zeiten von Inflation, Krieg und Hochzinspolitik nicht verloren gegangen sind: Alle ETFs, die vor mindestens drei Jahren starteten, haben seit Oktober 2019 an Wert gewonnen, auch wenn sie im Schnitt schlechter abschneiden als der Aktienindex MSCI World. Das Gleiche gilt bei der Betrachtung auf fünf Jahre, wobei einzelne ETFs den weltweiten Index in diesem Zeitraum schlagen konnten.

Das unterstreicht einmal mehr: Bei ETFs sollte - wie auch bei Fonds - ein langer Anlagehorizont eingeplant werden. Und "lang" sollte hier nicht nur ein bis zwei Jahre heißen. ECOreporter empfiehlt in der Regel eine Mindestanlagedauer von fünf, besser von sieben bis zehn Jahren. Wer solch einen langen Atem hat, kann die Kursverluste der letzten Monate durchaus zum Anlass nehmen, jetzt bei ETFs einzusteigen.

Ohne Kompromisse geht es kaum

ECOreporter gibt im Folgenden einen Überblick über die Wertentwicklung von 23 ETFs, die auch für anspruchsvollere nachhaltige Anlegerinnen und Anleger interessant sein können. Sehr viele sind das nicht – zum Vergleich: Die Redaktion hat aktuell bereits mehr als 90 vermeintlich grüne ETFs getestet

Zwar nennen sich mittlerweile Hunderte von ETFs nachhaltig, der Großteil davon wird allerdings nach wenig anspruchsvollen Kriterien zusammengestellt. Dutzende ECOreporter-Tests zeigen: Gerade bei Ausschlüssen problematischer Geschäftsfelder gehen die Anbieter inkonsequent vor und lassen Schlupflöcher.

Ganz anders ist die Situation bei aktiv gemanagten Fonds, dort gibt es zahlreiche tiefgrüne Produkte. Schon seit Jahren veröffentlicht ECOreporter regelmäßig einen Überblick über die Wertentwicklung nachhaltiger Aktien- und Mischfonds.

Aber es gibt auch ETFs, die es besser machen. Neben einigen Produkten der großen Anbieter, die Kriterien verschärft und Ausschlüsse erweitert haben, gilt dies vor allem für ETFs von noch jungen Anbietern wie dem britischen Finanzdienstleister Rize. Und während iShares, Tochter des US-Vermögensverwalters BlackRock, oder die Schweizer Großbank UBS mit vielen ihrer Finanzprodukte parallel zum nachhaltigen Angebot beispielsweise auch in fossile Brennstoffe und Rüstung investieren, hat Rize eine unternehmensweite Nachhaltigkeits-Agenda, die solche Investments ausschließt.

Andererseits sind viele der jüngeren ETFs noch nicht lange am Markt und lassen sich finanziell schwer einschätzen – insbesondere wenn sie streng auf ein Thema ausgerichtet und nicht sehr breit aufgestellt sind. Ein wirklich belastbarer Test der Wertentwicklung steht hier noch aus. Anlegerinnen und Anleger müssen sich im Zweifelsfall entscheiden, inwieweit sie bereit sind, Kompromisse einzugehen und auch in nachhaltige ETFs von nicht nachhaltigen Anbietern zu investieren.

Eine Übersicht zur Wertentwicklung der ETFs, die im ECOreporter-Test mindestens eine Nachhaltigkeitsnote von 3,7 erhalten haben, hat die Redaktion für Sie im Premium-Bereich zusammengestellt.

Eine vollständige Liste aller aktuell 92 von ECOreporter getesteten ETFs finden Sie hier.

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