Wer in ETFs anlegt, sollte langfristig denken. Aktuell schwanken etwa die Kurse von Cybersecurity-ETFs stark. / Foto: Pixabay

  Fonds / ETF

Nervöse Märkte: Krisenstimmung drückt nachhaltige ETFs ins Minus

Die unruhige Weltlage hat grüne ETFs im April deutlich belastet. Alle von ECOreporter beobachteten börsengehandelten Fonds verloren in einem durch erhöhte Leitzinsen, die steigende Inflation und den Krieg in der Ukraine verunsicherten Markt an Wert. Aber: ETFs, die schon mindestens drei Jahre alt sind, verzeichnen durchweg zweistellige Zugewinne.

Die Redaktion gibt im Folgenden einen Überblick über die Wertentwicklung von 18 ETFs, die auch für anspruchsvolle nachhaltige Anlegerinnen und Anleger interessant sein können. Sehr viele sind das nicht, zum Vergleich: ECOreporter hat aktuell insgesamt knapp 80 ETFs getestet. Zwar nennen sich mittlerweile Hunderte von ETFs nachhaltig, der Großteil davon wird allerdings nach wenig anspruchsvollen Kriterien zusammengestellt. Gerade bei Ausschlüssen problematischer Geschäftsfelder gehen die Anbieter inkonsequent vor und lassen Schlupflöcher.

Ganz anders ist die Situation bei aktiv gemanagten Fonds, dort gibt es zahlreiche tiefgrüne Produkte. Schon seit Jahren veröffentlicht ECOreporter regelmäßig einen Überblick über die Wertentwicklung nachhaltiger Aktien- und Mischfonds

Langfristig denken lohnt sich

Aber es gibt auch ETFs, die es besser machen. Neben einigen Produkten der großen Anbieter, die Kriterien verschärft und Ausschlüsse erweitert haben, gilt dies vor allem für ETFs von noch jungen Anbietern wie dem britischen Finanzdienstleister Rize. Während iShares, Tochter des US-Vermögensverwalters BlackRock, oder die Schweizer Großbank UBS mit vielen ihrer Finanzprodukte beispielsweise auch in fossile Brennstoffe und Rüstung investieren, hat Rize eine unternehmensweite Nachhaltigkeits-Agenda, die solche Investments ausschließt.

Andererseits sind viele der jüngeren ETFs noch nicht lange am Markt und lassen sich schwer einschätzen – insbesondere wenn sie streng auf ein Thema ausgerichtet und nicht sehr breit aufgestellt sind. Ein wirklich belastbarer Test der Wertentwicklung steht hier noch aus. 

Nachdem im März eine leichte Erholung erkennbar war, machen sich die zahlreichen Krisen, die die Weltwirtschaft aktuell beschäftigen, wieder bemerkbar: Sämtliche beobachteten ETFs drehten in den letzten Wochen ins Minus. Das ist nicht weiter verwunderlich. Der weltweite Referenzindex MSCI World, der die Wertentwicklung von über 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt, verlor im letzten Monat ebenfalls 4,3 Prozent. Auch auf Jahressicht sind die ETFs bis auf eine Ausnahme im roten Bereich.

Das unterstreicht einmal mehr: Bei ETFs sollte ein langer Anlagehorizont eingeplant werden. ETFs nämlich, die mindestens drei Jahre am Markt sind, haben in diesem Zeitraum zweistellig an Wert gewonnen. Auf fünf Jahre schlagen drei von ihnen sogar den MSCI World.

Eine Übersicht zur Wertentwicklung der ETFs, die im ECOreporter-Test mindestens eine Nachhaltigkeitsnote von 3,7 erhalten haben, hat die Redaktion für Sie im Premium-Bereich zusammengestellt.

Eine vollständige Liste aller knapp 80 von ECOreporter getesteten ETFs finden Sie hier.

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