Ein ETF des britischen Anbieters Rize will nachhaltige Investments in Cybersecurity und Datensicherheit möglich machen. / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Rize Cybersecurity and Data Privacy UCITS ETF

Dieser Themen-ETF konzentriert sich ganz auf Computersicherheit und Datenschutz – zusätzlich sollen nicht-nachhaltige Unternehmen ausgeschlossen werden. Sein Name: Rize Cybersecurity and Data Privacy. ECOreporter hat den ETF genau geprüft und Erstaunliches entdeckt.

Anbieter des ETFs ist der britische Finanzdienstleister Rize ETF. Das noch junge Unternehmen wurde 2019 gegründet und ist nach eigenen Angaben Europas erster ausschließlich auf Themen-ETFs spezialisierter ETF-Anbieter. Rize verspricht zudem, dass alle angebotenen ETFs grundsätzlich unter Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien zusammengestellt sind. ECOreporter hat bei Rize keine nennenswerten Investments etwa in fossile Energieträger oder Rüstung festgestellt.

Finanzen / Risiko

Der ETF wurde im Februar 2020 aufgelegt. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine Finanznote. Auf ein Jahr gesehen hat der ETF 23 Prozent an Wert gewonnen, damit bleibt er leicht hinter dem MSCI World mit einem Plus von 31,4 Prozent in zwölf Monaten zurück. Seit Börsenstart konnte der ETF 41,4 Prozent zulegen, der MSCI World gewann im selben Zeitraum 29,1 Prozent.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühren sind mit 0,45 Prozent etwas teurer als bei vergleichbaren ETFs, insgesamt aber immer noch günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF ist ein Themen-ETF und laut Rize Europas erster ETF für Cybersicherheit und Datenschutz. Nach Ansicht von Rize ein wichtiges Thema für eine nachhaltigere Zukunft in einer digitalisierten Welt.

Der ETF investiert in 54 Unternehmen, die Schutz vor globalen Cyber-Bedrohungen anbieten, also etwa Anti-Virus-Programme, und für einen vorbildlichen Datenschutz stehen sollen. Dabei müssen die Unternehmen den Verbraucherschutzlinien der EU genügen und dürfen Daten etwa nur für Zwecke verwenden, denen Nutzerinnen und Nutzer ausdrücklich zugestimmt haben.

Um für den Index, der diesem ETF zugrunde liegt, in Frage zu kommen, müssen Unternehmen mindestens 20 bis 50 Prozent ihres Umsatzes mit Geschäften aus den Bereichen Cybersicherheit und/oder Datensicherheit erzielen. Darüber hinaus gilt eine Reihe von ESG-basierten Ausschlusskriterien. ESG steht für die Nachhaltigkeits-Kriterien Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance).

Der ETF bildet einen Index nach, den der britische Finanzdienstleister Foxberry‘s im Auftrag von Rize erstellt. Das heißt: Rize legt die Kriterien fest, nach denen der Index zusammengestellt werden soll, Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammt von Foxberry‘s.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen vollständig aus, die Strom aus Kohle oder Atomkraft erzeugen sowie Kohle, Öl oder Gas fördern oder Tabakprodukte herstellen. Zudem sind Unternehmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Streumunition oder ABC-Waffen) tabu. Geachtet wird laut Rize auch auf Grundsätze der guten Unternehmensführung. So dürfen Firmen beispielsweise nicht in Fälle von Korruption oder „signifikante Kontroversen“ verwickelt sein.

Ausgeschlossen sind Unternehmen auch, wenn mindestens 10 Prozent der Umsätze aus Geschäftsbeziehungen zu Erzeugern von Kohle- und Atomstrom sowie Unternehmen stammen, die Kohle, Öl oder Gas fördern. Die gleiche Umsatzschwelle gilt für Militärverträge, jegliche Verbindung zu Glücksspiel, Pornografie, Alkoholproduktion und -verkauf sowie Tabakhandel.

Das sind – gerade für einen Themen-ETF – strenge Ausschlusskriterien. Sie gelten auch für alle anderen durch Rize aufgelegten ETFs.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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