Der ETF investiert unter anderem in die Deutsche Post AG. / Foto: Unternehmen

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ETF-Test: Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit

Der Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit ETF schließt Rüstungskonzerne und besonders schlimme Umweltsünder aus. Aber reicht das für eine gute Nachhaltigkeitsbewertung? Und wie hat sich der ETF finanziell entwickelt? ECOreporter hat den ETF eingehend getestet.

Der Deka-ETF legt in Aktien von 30 großen Unternehmen aus der Eurozone an. Der zugrunde liegende Index kommt vom Frankfurter Unternehmen Solactive. Die Fondsgesellschaft Deka mit Sitz in Frankfurt ist eine Tochter der Sparkassen. Einen Teil ihrer Kundengelder investiert die Deka in Rüstung und Kohle.

Im Premium-Bereich erfahren Sie, ob sich der Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit ETF für nachhaltige Anleger eignet.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Finanzen / Risiko:

Der ETF hat sich finanziell nicht gut entwickelt: Auf Sicht von einem Jahr verlor er 4,9 Prozent an Wert. Der weltweite Aktienindex MSCI World gewann im gleichen Zeitraum 0,1 Prozent. Auf fünf Jahre gesehen liegt der ETF nur 2,8 Prozent im Plus (MSCI World: plus 35 Prozent).

Die jährlichen Gebühren liegen mit 0,41 Prozent etwa auf der Höhe anderer Nachhaltigkeits-ETFs. Über einen Zeitraum von drei Jahren schwankte der Kurs des ETFs stark. Anleger sollten den ETF daher mindestens sieben, besser zehn Jahre halten.

Nachhaltigkeitskonzept:

Der ETF legt in die 30 größten Unternehmen aus Europa an, die den Prime Status der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG (vormals: ISS-oekom) besitzen. Den Prime Status vergibt ISS ESG nach eigenen Angaben nur an Unternehmen, die zu den Nachhaltigkeitsvorreitern ihrer Branche zählen. Die Nachhaltigkeitsanalysen führt ISS ESG selbst durch.

Ausschlusskriterien:

Der ETF hat zahlreiche Ausschlusskriterien. Er soll unter anderem Investments in Waffensysteme, Atomkraft, Pelze und Pornografie komplett ausschließen. Ebenfalls tabu sind Unternehmen, die Öl oder Kohle produzieren, gegen Menschenrechte verstoßen oder die Umwelt schwer schädigen. Die ECOreporter-Überprüfung der Aktienliste ergab, dass der ETF seine Vorgaben einhält.


BMW-Konzernzentrale, Foto: imago images, Sven Simon / Neste Öltanks, Foto: imago images, Scanpix


So nachhaltig bzw. nicht nachhaltig ist dieser ETF:

Der ETF legt in europäische Konzerne an, wie die Deutsche Post, den niederländischen Halbleiterhersteller ASML Holdings und den französischen Versicherer AXA. Er investiert auch in den spanischen Bekleidungshersteller Inditex (u.a. Zara), den Münchener Automobilbauer BMW und den finnischen Konzern Neste, der neben Biokraftstoffen auch fossile Treibstoffe herstellt, u.a. für Flugzeuge. Insgesamt ist die Aktienauswahl sehr konventionell.

Transparenz:

Auf der Internetseite der Deka sind alle aktuellen Aktienpositionen des ETFs einsehbar. Nachhaltigkeitsansatz und Ausschlusskriterien sind auf der Seite des Anbieters ausführlich beschrieben. Keine genauen Informationen zur Nachhaltigkeit der Unternehmen, in die der ETF investiert.

Nachhaltige Wirkung:

Die Deka übt Stimmrechte aus und tritt in einen Dialog mit den Unternehmen. Nachhaltigkeitsthemen spielen dabei eine Rolle. Über das Stimmverhalten veröffentlicht die Deka detaillierte Berichte. Diese sind für Privatanleger allerdings nicht leicht zu finden. Informationen über die Unternehmensdialoge stellt die Deka nur institutionellen Anlegern zur Verfügung.

Stärken:

  • Zahlreiche Ausschlusskriterien
  • Keine Investments in Atom- und Kohleunternehmen

Schwächen:

  • Mit 30 Aktien geringe Risikostreuung
  • Schlechte Wertentwicklung


Fazit:

Ein ETF mit vielen Ausschlusskriterien, der in konventionelle Konzerne investiert. In der Wertentwicklung bleibt er weit hinter ETFs zurück, die weltweit oder breit gestreut in europäische Aktien anlegen.

Die ECOreporter-Noten:

Finanzen: 4,4

Nachhaltigkeit: 2,7


Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Daten und Fakten

Stichtag des Tests: 29.6.2020

Name des ETFs: Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit UCITS ETF

ISIN DE000ETFL474 / WKN ETFL47

Nachgebildeter Index: Solactive Eurozone Sustainability

Start des ETFs: 4.8.2015

Jährliche Gebühren: 0,41 %

Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

Ertragsverwendung: ausschüttend

Fondsvolumen: 60,35 Millionen Euro (29.6. 2020)

Internet: www.deka-etf.de

Totalverlustrisiko: Unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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