Der Technikkonzern Sony ist die größte Position im ETF – ist mit solch konventionellen Investments Nachhaltigkeit machbar? / Foto: imago images, AFLO

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ETF-Test: Xtrackers MSCI Japan ESG UCITS ETF

Nachhaltige und emissionsarme Investments in Japan dank eines gleich doppelt effizienten Auswahlverfahrens – das verspricht der Xtrackers MSCI Japan ESG. Wie sauber ist das Aktienpaket wirklich – und kann die Wertentwicklung überzeugen?

Anbieter des ETFs ist Xtrackers, eine Tochter der Fondsgesellschaft DWS, die zur Deutschen Bank gehört. Ein Teil des Geldes, das Xtrackers und die DWS anlegen, steckt in Kohle, Erdöl und Rüstung. Aufgrund von Greenwashing-Vorwürfen durchsuchte die Staatsanwaltschaft Ende Mai Büros von DWS und Deutscher Bank. DWS-Chef Asoka Wöhrmann kündigte daraufhin seinen Abschied an.

Finanzen/Risiko

Der ETF wurde am 24. April 2018 gestartet. Auf ein Jahr gesehen bleibt er mit einem Minus von 4,3 Prozent deutlich hinter dem weltweiten Aktienindex MSCI World zurück, der 7,3 Prozent an Wert gewann. Auf drei Jahre gesehen fällt der Wertzuwachs mit 22,3 Prozent zwar niedriger aus als beim MSCI World, der um 43,8 Prozent stieg. Die Wertentwicklung ist aber dennoch ordentlich.

Die Jahresgebühren sind mit 0,2 Prozent ETF-typisch günstig, auf drei Jahre gehen schwankte der Kurs des ETFs mäßig stark. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von mindestens 5, besser 7 Jahren.

Details zur aktuellen Kursentwicklung des ETFs finden Sie bei ECOreporter hier.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert in 106 mittlere und große japanische Unternehmen. Dabei wendet er ein zweistufiges Best-in-Class Verfahren an: Zunächst werden in jeder Branche die 20 Prozent der Unternehmen mit dem höchsten CO2-Ausstoß ausgeschlossen. Dann wird unter den verbliebenen Unternehmen die Hälfte mit der besseren ESG-Bewertung ausgewählt.

Die ESG-Bewertung beurteilt die Leistung eines Unternehmens in den Kategorien Umweltschutz (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Eine verbindliche Definition, wie eine gute ESG-Leistung aussieht, gibt es allerdings nicht.

Der ETF bildet mit dieser Methode einen Index des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Für die Auswahl und Bewertung der Aktien ist MSCI verantwortlich.

Ausschlusskriterien

Komplett ausgeschlossen sind Unternehmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Landminen und Streumunition) und zu Nuklearwaffen sowie Hersteller von Schusswaffen für den zivilen Markt. Auch Kohlebergbau und unkonventionelle Gewinnung von Öl und Gas, etwa aus Ölsanden oder Schiefergas, sowie die Herstellung von Tabakprodukten sind tabu.

Darüber hinaus gelten Umsatzschwellen etwa für Alkohol und Glücksspiel oder fossile und nukleare Stromerzeugung. Eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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