Der Tokioter Stadtteil Shibuya gilt auch als Vergnügungsviertel der japanischen Hauptstadt. Wie viel Vergnügen haben nachhaltige Anlegerinnen und Anleger mit diesem ETF? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: BNP Paribas Easy MSCI Japan SRI S-Series 5% Capped

Strenge Anforderungen bei der Nachhaltigkeit, dafür will der BNP Paribas Easy MSCI Japan SRI S-Series stehen. Es gelten diverse Beschränkungen für fossile Investments. Aber wie nachhaltig ist das Aktienpaket wirklich? Und wie ist der ETF finanziell gelaufen?

Anbieter des ETFs ist die französische Großbank BNP Paribas. Wie nachhaltig ist sie selbst? Ein Beispiel: Erst ab 2030 will die Bank in der EU keine Kohleprojekte mehr finanzieren. Außerhalb Europas plant BNP Paribas, sogar noch bis 2040 Geld in Kohleprojekte zu stecken.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete am 12. März 2018 und hat sich finanziell nur mäßig entwickelt. Auf ein Jahr gesehen hat er 15,1 Prozent an Wert gewonnen, der weltweite Aktienindex MSCI World legte im selben Zeitraum 31,5 Prozent zu. Auf drei Jahre gesehen erzielte der ETF ein Plus von 18 Prozent. Damit bleibt er deutlich hinter dem MSCI World mit einer Steigerung um 51 Prozent zurück.

Die Jahresgebühren sind mit 0,30 Prozent ETF-typisch günstig. Auf drei Jahre gesehen schwankte der ETF vergleichsweise moderat im Wert. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von fünf, besser von sieben Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert in 59 japanische Unternehmen und verwendet dabei das sogenannte „Best-in-Class“-Verfahren in zwei Schritten. Zunächst müssen alle Unternehmen bei einer ESG-Bewertung eine bestimmte Mindestnote aufweisen, um für den ETF in Frage zu kommen. ESG steht für die Kriterien Umwelt (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Unter den verbliebenen Unternehmen wird dann in jeder Branche das nachhaltigste Viertel ausgewählt.

Der ETF bildet so einen Aktienindex des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammen ebenfalls von MSCI. Innerhalb der drei Kategorien „Führend“, „Durchschnitt“ und „Nachzügler“, in die MSCI Unternehmen einteilt, müssen Firmen mindestens die beste Note in der Kategorie „Durchschnitt“ besitzen, um für den ETF in Frage zu kommen.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen aus, die mindestens 5 Prozent ihres Umsatzes mit Alkohol, Pornografie, Glücksspiel, Gentechnik oder der Produktion von Waffen, militärisch wie zivil, erzielen. Vollständig ausgeschlossen sind Tabakhersteller, Kohlebergbau sowie „unkonventionelle“ Öl- und Gasförderung, etwa durch Fracking.

Für fossile Energie gelten weitere Ausschlusskriterien: Ausgeschlossen sind Energieerzeuger, bei denen der Kohlestromanteil am Energiemix mehr als 10 Prozent ausmacht oder mehr als 10 Prozent der Erzeugungskapazität auf Kohlekraftwerke entfällt. Bei Stromerzeugung aus Öl und Gas gilt eine Schwelle von 30 Prozent. Unternehmen, die Öl und Gas etwa per Pipeline transportieren oder damit handeln, dürfen bei diesem Geschäft eine Umsatzschwelle von 30 Prozent ebenfalls nicht überschreiten.

Somit sind also etwa fossile Energien oder Rüstung in bestimmtem Umfang nicht tabu.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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