Zu den Aktien im ETF gehört etwa die mexikanische Holding FEMSA, die Coca-Cola abfüllt und Tankstellen betreibt. / Foto: Pixabay

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ETF-Test: iShares MSCI EM SRI UCITS ETF

Der Schwellenländer-ETF iShares MSCI EM SRI UCITS ETF investiert in 184 Unternehmen aus Ländern, die buchstäblich an der Schwelle zum Industriestaat stehen sollen. ECOreporter hat ihn im Dezember 2020 bereits einmal getestet und ihn als „mangelhaft“ bewertet. Nun erfolgt die Aktienauswahl nach strengeren Kriterien. Steht der ETF damit besser da?

Anbieter des ETFs ist iShares, eine Tochter des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock. Der Geldriese bemüht sich derzeit sehr um sein Nachhaltigkeits-Image. Aber immer noch steckt ein bedeutender Anteil der von BlackRock verwalteten Gelder in Öl-, Gas- und Kohleinvestments.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im Juli 2016. In den letzten zwölf Monaten gewann er 27,7 Prozent an Wert. Der konventionelle weltweite Aktienindex MSCI World legte im gleichen Zeitraum mit 32,7 Prozent etwas stärker zu. In den letzten 5 Jahren stieg der ETF um 56,9 Prozent (MSCI World: 89,2 Prozent).

Hier finden Sie bei ECOreporter einen aktuellen Überblick über die Wertentwicklung.

Die Jahresgebühr ist mit 0,25 Prozent ETF-typisch günstig. Im Vergleich zu anderen ETFs sind die Wertschwankungen durchschnittlich.

Nachhaltigkeitskonzept

Mit seinem Namen kann der ETF Anlegerinnen und Anlegern Rätsel aufgeben: iShares MSCI EM SRI UCITS ETF USD. „EM“ steht dabei für „Emerging Markets“, das sind die Schwellenländer. Zu ihnen zählen etwa Malaysia, Südafrika, Mexiko und – merkwürdigerweise – auch China und Südkorea. Das Kürzel "SRI" steht für "Socially Responsible Investment", frei übersetzt: "nachhaltiges Investieren".

Der ETF legt nach dem "Best-in-Class"-Verfahren in zwei Schritten an. Zunächst müssen alle betrachteten Unternehmen bei einer ESG-Bewertung eine bestimmte Mindestnote aufweisen, um für den ETF in Frage zu kommen. ESG steht für die Kriterien Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Unter den verbliebenen Unternehmen wird dann in jeder Branche das nachhaltigste Viertel ausgewählt. Beim ersten Test war noch die bessere Hälfte zugelassen.

Der ETF bildet so einen Aktienindex des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammen ebenfalls von MSCI.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen aus, die mindestens 5 Prozent ihres Umsatzes mit Alkohol, Pornografie, Glücksspiel, Gentechnik, Atomkraft oder der Produktion von Waffen, militärisch wie zivil, erzielen. Vollständig tabu sind Tabakhersteller sowie Unternehmen mit jedweder Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Streumunition oder ABC-Waffen) oder Nuklearwaffen.

Für Unternehmen, die Kraftwerkskohle, Öl und Gas fördern oder daraus Energie erzeugen, gelten laut Unterlagen zum ETF „erweiterte Umweltmerkmale“. Was das konkret heißt, können Anlegerinnen und Anleger beim Indexanbieter MSCI lesen: Für Geschäfte mit fossilen Brennstoffen, sei es Förderung oder Energieerzeugung, gilt eine Umsatzschwelle von 5 Prozent. Kein Ausschluss gilt etwa für Unternehmen, die Öl und Gas transportieren oder verarbeiten.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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