Der Ölkonzern Total gilt für diesen ETF als Vorreiter der Nachhaltigkeit. / Foto: imago images, Sylvio Dittrich

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ETF-Test: Amundi MSCI Europe ESG Leaders Select

Dem Namen nach will dieser ETF in europäische Unternehmen investieren, die bei der Nachhaltigkeit führend sind. Doch im ECOreporter-Test kommen schnell Zweifel auf, ob der Amundi MSCI Europe ESG Leaders Select dieses Versprechen auch einlöst.

Anbieter des ETFs ist der französische Vermögensverwalter Amundi, ein 2010 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der französischen Großbanken Crédit Agricole und Société Générale. Sowohl Amundi als auch die beiden Banken investieren Kundengelder etwa in Öl, Kohle und Rüstung.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im März 2020. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine ECOreporter-Finanznote.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühr von 0,15 Prozent ist auch für einen ETF überdurchschnittlich günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Ein „Leader“ – das ist ein Anführer, jemand, der vorweg geht. Der Name „ESG Leaders“ lässt also annehmen, dass die Unternehmen in diesem ETF Vorreiter sein sollen bei der Erfüllung von ESG-Kriterien. ESG steht für die Bereiche Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance).

Allerdings ist in den ETF-Unterlagen keine Erklärung zu finden, wie diese Vorreiterrolle definiert wird. Stattdessen wendet der ETF ein gewöhnliches „Best-in-Class“-Verfahren an. Und das ist in diesem Fall nicht einmal streng: Um zu „den Besten“ zu zählen, reicht es schon, wenn ein Unternehmen in seiner Branche zur besseren Hälfte gehört.

In 205 mittlere und große Unternehmen aus 15 europäischen Industrieländern investiert der ETF nach diesem Prinzip. Er bildet so einen Aktienindex des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammen ebenfalls von MSCI. 

Ausschlusskriterien

Vollständig tabu für den ETF sind Unternehmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (beispielsweise Landminen und Streumunition) und Nuklearwaffen sowie die Förderung von Thermalkohle und die unkonventionelle Förderung (etwa durch Fracking) von Öl und Gas. 

Für die Herstellung von Tabak gilt eine Umsatzschwelle von 5 Prozent. Maximal 10 Prozent ihrer Umsätze dürfen Unternehmen mit dem Herstellen von Alkohol, der Produktion konventioneller Waffen, Glücksspiel oder mit Nuklearenergie erzielen. Für Umsätze aus Kohlestrom gilt eine Grenze von 5 Prozent. Das heißt: Konventionelle Öl- und Gasförderung sind gar nicht eingeschränkt, für Waffen, Kohle- und Atomstrom gelten Toleranzen.

Wie nachhaltig ist der ETF?

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