Die Unternehmen im Lyxor-ETF sollen Klimastrategien verfolgen, die die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen können. / Foto: Fotolia, Marco Bonan

  Fonds / ETF, ETF-Test

ETF-Test: Lyxor Net Zero 2050 S&P 500 Climate PAB (DR) UCITS ETF

Dieser ETF hat sich ganz der Begrenzung des Klimawandels verschrieben: Der Lyxor Net Zero 2050 S&P 500 Climate PAB will ausschließlich in mittlere und große US-Konzerne investieren, die "mit dem Klimaszenario der globalen Erwärmung von 1,5 Grad Celsius vereinbar sind". Die Unternehmen im Aktienpaket müssen also glaubhaft entsprechende Klimaziele vorweisen. Kann der ETF dieses Versprechen halten? Der ECOreporter-ETF-Test entdeckt rasch Ungereimtheiten.

Die Formulierung „Net Zero 2050“ im Namen des ETF bedeutet, dass alle Unternehmen in seinem Aktienpaket das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 anstreben sollen. Die Abkürzung „PAB“ steht für „Paris Aligned Benchmark“ und bezieht sich auf die Ziele der Pariser Klimakonferenz. Im Mittelpunkt der Paris-Ziele steht das Verhindern einer Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.

Anbieter des ETFs ist der französische Vermögensverwalter Lyxor. Dieser wurde Ende 2021 von seinem ebenfalls französischen Konkurrenten Amundi aufgekauft, einer Tochter der Großbank Crédit Agricole. Die Bank selbst investiert wenig Paris-konform in Öl, Gas und Kohle.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im Juli 2020. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine ECOreporter-Finanznote.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühr von 0,07 Prozent ist auch für einen ETF sehr günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert in 305 mittlere und große US-Unternehmen, deren Geschäftsausrichtung laut Lyxor kompatibel sein muss mit dem Ziel, einen Anstieg der Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad Celsius zu verhindern.

Als Voraussetzung dafür formuliert Lyxor zwei Bedingungen: Erstens muss der Treibhausgas-Ausstoß eines Unternehmens 50 Prozent unter den durchschnittlichen Gesamt-Emissionen aller Konzerne im S&P 500 Index liegen. Zweitens müssen die Unternehmen ihren Treibhausgas-Ausstoß jährlich nachweislich um mindestens 7 Prozent senken.

Der ETF bildet eine nach Klimaaspekten angepasste Version des S&P 500 nach, eines Aktienindex des US-Finanzdienstleisters S&P-Global, der 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst. Die Auswahl der Unternehmen stammt von S&P Global.

Lyxor überprüft durch eigene Berechnung, dass die Klimaanstrengungen der Unternehmen im Aktienpaket des ETFs ausreichen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Eine ausführlichere Betrachtung dieser Rechnung hat ECOreporter im weiteren Verlauf des Tests vorgenommen.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Investments in Unternehmen aus, die geächtete Waffen (etwa Streumunition oder Anti-Personen-Minen) und Schlüsselkomponenten geächteter Waffen produzieren. Allerdings dürfen Unternehmen bis zu 25 Prozent an Firmen halten, die selbst geächtete Waffen herstellen oder Geschäfte mit solchen Waffen machen.

Ansonsten gilt bei Waffen eine Null-Toleranz-Politik: Hersteller und Verkäufer von Waffen, Waffenzubehör und essenziellen Teilen von Waffen sowohl im zivilen als auch im Militär-Sektor sind gleichermaßen ausgeschlossen. Komplett außen vor sind auch Hersteller von Tabakprodukten und alkoholischen Getränken, sowie Glücksspielanbieter.

Für Kohle-, Öl- und Gasförderung gelten ebenso wie für die fossile Stromerzeugung Umsatzschwellen. Keine Ausschlüsse gelten etwa für Atomkraft.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

09.04.22
 >
06.01.22
 >
04.01.22
 >
28.12.21
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x