Der ETF will in Unternehmen investieren, die von der zunehmenden Etablierung digitaler Lerntechnologien profitieren. / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Rize Education Tech and Digital Learning UCITS ETF

Ist ein ETF mit den Themen Bildungstechnologie und digitales Lernen überhaupt ein nachhaltiges Finanzprodukt im engeren Sinne? Ja, meint der noch junge Anbieter Rize und verweist etwa auf Nachhaltigkeitsziele der UN. ECOreporter hat den Rize Education Tech and Digital Learning ETF genau unter die Lupe genommen.

Anbieter des ETFs ist der britische Finanzdienstleister Rize ETF. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und ist nach eigenen Angaben Europas erster ausschließlich auf Themen-ETFs spezialisierter Anbieter. Rize verspricht zudem, dass alle angebotenen ETFs grundsätzlich unter Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien zusammengestellt sind. ECOreporter hat bei Rize keine nennenswerten Investments etwa in fossile Energieträger oder Rüstung festgestellt.

Finanzen / Risiko

Der ETF wurde im August 2020 aufgelegt. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine Finanznote. 

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung.

Die Jahresgebühren sind mit 0,45 Prozent etwas höher als bei vergleichbaren ETFs, insgesamt aber immer noch günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert in 49 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern weltweit, die auf Angebote digitaler Lerntechnologie für verschiedene Altersgruppen spezialisiert sind. Dabei geht es insbesondere auch um die Befähigung zum „lebenslangen Lernen“ im digitalen Zeitalter.

Die nachhaltige Ausrichtung des ETFs besteht besonders in einer sozialen Komponente. Dabei geht es sowohl darum, Schüler und Studierende individueller und besser auf eine digitalisierte Welt und konsequente Weiterbildung vorzubereiten, als auch um breite Angebote zu Umschulung und Höherqualifizierung. Diese sollen verhindern, dass Menschen in einer sich wandelnden Arbeitswelt abgehängt werden. Ziel ist laut Rize, in Unternehmen zu investieren die „den Bildungssektor in das 21. Jahrhundert führen“.

Rize zufolge unterstützt der ETF mit seiner Ausrichtung mehrere UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung:

  • Ziel Nr. 4: Hochwertige Bildung
  • Ziel Nr. 8: Menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges Wirtschaftswachstum
  • Ziel Nr. 9: Widerstandsfähige Infrastruktur, nachhaltige Industrialisierung und Innovationen
  • Ziel Nr. 10: Abbau von Benachteiligungen

Um für den ETF in Frage zu kommen, müssen Unternehmen mindestens 20 Prozent ihres Umsatzes mit Geschäften in den Feldern Bildungstechnologie oder digitales Lernen erzielen. Darüber hinaus gelten eine Reihe von ESG-basierten Ausschlusskriterien. ESG steht für die Nachhaltigkeits-Kriterien Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance).


Virtuelle Realität und spielerisches Lernen (Gamifizierung) sollen zu den digitalen Bildungskonzepten der Zukunft gehören. / Foto: Pixabay

Der ETF bildet einen Index nach, den der britische Finanzdienstleister Foxberry‘s im Auftrag von Rize erstellt. Das heißt: Rize legt die Kriterien fest, nach denen der Index zusammengestellt werden soll, Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammt von Foxberry’s.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen vollständig aus, die Strom aus Kohle oder Atomkraft erzeugen sowie Kohle, Öl oder Gas fördern oder Tabakprodukte herstellen. Zudem sind Firmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Streumunition oder ABC-Waffen) tabu. Geachtet wird laut Rize auch auf Grundsätze der guten Unternehmensführung. So dürfen Firmen beispielsweise nicht in Fälle von Korruption oder „signifikante Kontroversen“ verwickelt sein.

Außen vor sind Unternehmen auch, wenn mindestens 10 Prozent der Umsätze aus Geschäftsbeziehungen zu Erzeugern von Kohle- und Atomstrom sowie Unternehmen stammen, die Kohle, Öl oder Gas fördern. Die gleiche Umsatzschwelle gilt für Militärverträge, jegliche Verbindung zu Glücksspiel, Pornografie, Alkoholproduktion und -verkauf sowie Tabakhandel.

Das sind – gerade für einen Themen-ETF – strenge Ausschlusskriterien. Sie gelten auch für alle anderen von Rize aufgelegten ETFs.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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