Die Bandbreite der Batterie-Aktien reicht für diesen ETF vom Rohstoffkonzern bis zu Ladesäulenherstellern und Wasserstoffexperten. / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Wisdom Tree Battery Solutions

Der WisdomTree Battery Solutions ETF will weltweit in Unternehmen investieren, die den  Einsatz von Batterien und Energiespeicherlösungen entweder voranbringen oder gewinnbringend nutzen und dabei bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. ECOreporter hat bei der Prüfung einen ungewöhnlichen ETF vorgefunden – der an unerwarteter Stelle herausragt.

Der US-Vermögensverwalter WisdomTree ist einer der größten ETF-Anbieter in den USA. WisdomTree berücksichtigt nach eigenen Angaben für alle Investments ESG-Kriterien. ESG steht für (nicht verbindlich definierte Leistungen) in den Bereichen Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Seine ESG-Politik spiegelt sich für WisdomTree besonders in der Anwendung bestimmter Ausschlüsse wider. Diese sind aber nicht sehr streng. Näheres lesen Sie weiter unten unter dem Punkt "Ausschlusskriterien". 

WisdomTree ist neben ETFs vor allem auf den Handel mit börsengehandelten Rohstoffen (Exchange Traded Commodities, ETC), etwa Öl oder Gold spezialisiert. Nach eigenen Angaben bietet WisdomTree Europas größte Auswahl an Gold-ETCs an – dabei muss das gehandelte Gold die sogenannte "Good Delivery"-Zertifizierung der britischen Rohstoffbörse London Bullion Market besitzen. Dies soll Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und weltweite Menschenrechtsverletzungen bekämpfen. 

Im März 2022 warfen zwei Großaktionäre dem WisdomTree-Management öffentlich unter anderem  "die Vernichtung von investiertem Kapital" vor und forderten die Ablösung von WisdomTree-Gründer und Vorstandschef Jonathan Steinberg. Das Unternehmen hat auf die Vorwürfe bislang nicht reagiert.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete am 26. Februar 2020. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine Finanznote.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühren sind mit 0,4 Prozent eher teuer für einen ETF.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert weltweit in 98 Unternehmen, die auf verschiedenen Feldern an Batterie- und Energiespeicherlösungen beteiligt sind. Dabei berücksichtigt er nach Angaben des Anbieters ESG-Kritierien. Diese erschöpfen sich allerdings in der Anwendung einiger weniger, nicht sehr strenger Ausschlusskriterien.

Um für den Aktienindex in Frage zu kommen, den der ETF abbildet, muss ein Unternehmen zu bestimmten Anteilen in mindestens einem von vier Bereichen aus der Wertschöpfungskette für Batterie- und Energiespeichertechnik aktiv sein:

  • Rohstoffe: Unternehmen, die sich etwa auf den Abbau von Rohstoffen wie Lithium und Nickel konzentrieren oder Chemikalien extrahieren, die speziell für Batterietechnologie verwendet werden. 
  • Herstellung: Unternehmen, die Batterien oder deren Komponenten herstellen.
  • Wegbereiter: Unternehmen, die wichtige Rahmenbedingungen für Elektromobilität schaffen, z.B. die Ladeinfrastruktur ausbauen. 
  • Weiterentwicklung: Unternehmen, die neue Speichertechnologien wie etwa Wasserstoff-Brennstoffzellen einsetzen oder neue Anwendungen wie das drahtlose Laden entwickeln.

Kritisch ist dabei der Bereich Rohstoffe – hier liegen momentan noch die größten Belastungen für die Nachhaltigkeit von Energiespeichern und Elektroauto-Akkus, etwa durch die unter oft zweifelhaften Umständen geförderten Rohstoffe Kobalt und Lithium. Genaueres können Sie hier lesen.

Ungewöhnlich: Der ETF bildet einen Index nach, der ebenfalls vom Anbieter WisdomTree stammt. Der ETF-Anbieter ist also auch für Bewertung und Auswahl der Aktien zuständig.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen aus, die gegen den UN Global Compact (vor allem Menschen- und Arbeitsrechte) verstoßen, eine Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Anti-Personen-Minen, ABC-Waffen) einschließlich Nuklearwaffen besitzen oder Tabakwaren herstellen. Zudem gilt eine Umsatzschwelle von 10 Prozent für den Vertrieb von Tabak und eine von 25 Prozent für Förderung von und Stromerzeugung aus Kohle. Sehr nachlässige Kriterien mit großzügigen Toleranzgrenzen – gerade wenn man bedenkt, dass der ETF explizit in Rohstoffkonzerne investieren will und viele Energiekonzerne mit fossilen Geschäftsanteilen in der Batterieforschung aktiv sind.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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