Der Düsseldorfer Chemiekonzern Henkel passt bestens ins Profil dieses ETFs: Konventionelle Unternehmen, viele davon nachhaltig. Doch wie sieht es mit kritischen Werten aus? / Foto: Unternehmen

  Fonds / ETF, ETF-Test

ETF-Test: UBS ETF (LU) MSCI EMU Socially Responsible ETF

Ein ETF ohne Kohle, Öl und Atomkraft ist eine Seltenheit. Gehört der UBS ETF MSCI EMU Socially Responsible zu dieser sehr raren Spezies? Er hält Aktien von 49 europäischen Unternehmen.

Die Schweizer Großbank UBS selbst investiert in Kohle- und Ölunternehmen. Macht sie es mit diesem ETF nachhaltiger? Wie schneidet dieser finanziell ab? Der ECOreporter-ETF-Test kommt zu einem klaren Fazit.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im August 2011 und hat sich finanziell gut entwickelt. Auf ein Jahr gesehen hat er 37,2 Prozent an Wert gewonnen und bleibt damit knapp hinter dem weltweiten Aktienindex MSCI World zurück, der im selben Zeitraum 40,8 Prozent zulegte. Auf fünf Jahre gesehen hat der ETF 64 Prozent gewonnen (MSCI World: 80 Prozent).

Die Jahresgebühr von 0,22 Prozent liegt wie bei vergleichbaren ETFs in der günstigen Spanne zwischen 0,2 und 0,3 Prozent. Die Kursschwankungen fielen auf drei Jahre gesehen moderat aus. ECOreporter empfiehlt eine Haltedauer von fünf, besser sieben Jahren.

Nachhaltigkeitskonzept

Die im ETF-Namen genannte „EMU“ ist die „Economic and Monetary Union“ – die Eurozone. Der ETF legt in 49 Unternehmen aus der Währungsunion an.

Dafür verwendet er zwei voneinander unabhängige Methoden: Erstens verwendet er das "Best-in-Class-Prinzip": Die Unternehmen müssen bei einer ESG-Bewertung unter dem nachhaltigsten Viertel ihrer Branche sein. ESG steht für Umwelt (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Und zum zweiten sollen die Unternehmen in ihrer Branche zu der Hälfte gehören, die weniger CO2 produziert als die andere Hälfte.

Mit diesem Verfahren bildet der ETF einen Index des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Für die entsprechende Auswahl und Bewertung der Aktien ist MSCI verantwortlich.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen aus, die mindestens 5 Prozent ihrer Umsätze mit Alkohol, Pornografie, Glücksspiel, genetisch veränderten Organismen oder Schusswaffen erzielen. Vollständig tabu sind etwa Unternehmen, die Öl, Kohle und Gas fördern oder damit Strom erzeugen, Atomkraftwerksbetreiber, Tabakproduzenten und Unternehmen, bei denen MSCI eine Verbindung zu kontroversen Waffen (etwa Landminen oder Streumunition) feststellt.

Das ist konsequenter als bei vergleichbaren ETFs. Allerdings bleiben auch hier Schlupflöcher. Beispielsweise sind dem ETF Investments in Aktiengesellschaften erlaubt, die Umsätze mit Öl erzielen, ohne es zu fördern.

Wie nachhaltig ist der ETF?

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

24.03.21
 >
19.03.21
 >
22.07.21
 >
22.02.21
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x