In diesem ETF dreht sich alles um Geschlechtergerechtigkeit. / Foto: Pixabay

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ETF-Test: UBS ETF (IE) Global Gender Equality UCITS ETF (hedged to EUR)

Investitionen in Aktien von Unternehmen, die bei der Chancengleichheit weltweit an der Spitze stehen – das ist das Konzept des UBS ETF (IE) Global Gender Equality. Zusätzlich gelten Ausschlusskriterien für unerwünschte Geschäftsfelder wie Kohle und Glücksspiel. Entsteht so ein nachhaltiger ETF mit guter Wertentwicklung?

Anbieter des ETFs ist die Schweizer Großbank UBS, die etwa auch in Kohle- und Ölunternehmen investiert.

Finanzen/Risiko

Der ETF wurde am 19. Dezember 2017 gestartet. Auf ein Jahr gesehen hat er sich mit einem Minus von 3,4 Prozent besser gehalten als der weltweite Aktienindex MSCI World, der 9,6 Prozent an Wert verlor. Auf drei Jahre gesehen fällt der Wertzuwachs mit 29,1 Prozent besser aus als beim MSCI World, der um 27,9 Prozent stieg.

Die Jahresgebühren sind mit 0,3 Prozent günstig, aufgrund starker Wertschwankungen empfiehlt ECOreporter eine Haltedauer von mindestens sieben Jahren. Die von ECOreporter geprüfte ETF-Version ist „hedged to Euro“. Das bedeutet, dass zu Monatsbeginn ein bestimmter Wechselkurs zwischen Euro und dem US-Dollar festgeschrieben wird. Auf diese Weise sollen Wechselkursrisiken vermieden werden.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF enthält Aktien von 98 mittleren und großen Unternehmen, die weltweite Vorbilder bei Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit sein sollen. Die Auswahl der Firmen stammt vom niederländischen Daten-Dienstleister Equileap. Dieser bietet nach eigenen Angaben die umfassendste globale Datenbank zur Gleichstellung von Frauen und Männern an. Sie umfasst acht Jahre an historischen Daten für mehr als 4.000 Unternehmen, die nach 19 Kriterien bewertet werden, darunter etwa der Frauenanteil auf allen Unternehmensebenen, geschlechtsspezifisches Lohngefälle, Elternurlaub und Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung.

Neben der Orientierung nach den Top-Bewertungen von Equileap wendet der ETF zudem Ausschlusskriterien an, um zusätzliche ESG-Kriterien abzudecken. ESG steht für die Leistung in den Bereichen Umweltschutz (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (G wie Governance). Eine verbindliche Definition dafür, wie eine gute Leistung in den einzelnen Kategorien aussieht, gibt es nicht.

Der ETF bildet einen Index nach, den der Frankfurter Index-Anbieter Solactive im Auftrag von Equileap erstellt. Die Bewertung der Unternehmen bezüglich Chancengleichheit stammt von Equileap, die weiteren Ausschlüsse nimmt Solactive im Auftrag von Equileap vor und nutzt dafür Informationen der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG.

Ausschlusskriterien

Ausgeschlossen sind insbesondere Unternehmen, die innerhalb der letzten zwei Jahre wegen Diskriminierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verurteilt wurden oder gegen die wegen Diskriminierung zwei oder mehr Gerichtsverfahren geführt wurden. Auch ein Gerichtsurteil oder eine Amtsentscheidung über unethische Praktiken bei Marketing und Werbung sorgt für den Ausschluss, ebenso Verstöße gegen den UN Global Compact (u.a. Arbeitsrechte, Menschenrechte).

Zudem gilt eine sehr großzügige Umsatzschwelle von 50 Prozent für Kohlebergbau und Stromerzeugung aus Kohle sowie Glücksspiel, die Herstellung von Tabakprodukten und die Produktion von Waffen und Rüstungsgütern. Die Umsatzschwelle gilt dabei explizit auch für Geschäfte mit Verbindung zu geächteten Waffen wie Landminen oder Streumunition sowie Nuklearwaffen, die damit ebenfalls nicht vollständig ausgeschlossen sind.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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