Der ETF will unter anderem in die Landwirtschaft der Zukunft investieren – welche Aktien wählt er dafür aus? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Mit dem Rize Sustainable Future of Food in die Ernährung der Zukunft investieren?

Kein Fleisch, kein Fisch, gar keine tierischen Lebensmittel, dafür moderne Landwirtschaft und neueste Verpackungslösungen: Der Rize Sustainable Future of Food ETF verspricht nicht weniger als Investitionen in das Ernährungssystem der Zukunft. Wie viel Substanz steckt dahinter? ECOreporter hat sich das Aktienpaket genau angesehen.

Anbieter des ETFs ist der britische Finanzdienstleister Rize ETF. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und ist nach eigenen Angaben Europas erster ausschließlich auf Themen-ETFs spezialisierter ETF-Anbieter. Rize verspricht zudem, dass alle angebotenen ETFs grundsätzlich unter Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien zusammengestellt sind. ECOreporter hat bei Rize keine nennenswerten Investments etwa in fossile Energieträger oder Rüstung festgestellt.

Finanzen / Risiko

Der ETF wurde im August 2020 aufgelegt. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine Finanznote. Auf ein Jahr gesehen hat er 10,6 Prozent an Wert gewonnen, der weltweite Aktienindex MSCI World legte im Jahresvergleich 33,9 Prozent zu. Seit Börsenstart stieg der Kurs des ETFs um 20,7 Prozent, der MSCI World ist im selben Zeitraum 41,2 Prozent im Plus.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühren sind mit 0,45 Prozent etwas teurer als bei vergleichbaren ETFs, insgesamt aber immer noch günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF ist ein Themen-ETF, der ganz auf eine nachhaltige Lebensmittelwirtschaft ausgerichtet sein soll. Dazu investiert der ETF laut Rize in Unternehmen, die „über die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette hinweg innovativ tätig sind, um so ein nachhaltigeres, sichereres und faireres Ernährungssystem für unseren Planeten aufzubauen“. Die Unternehmen sollen aus folgenden Branchen stammen:

  • Pflanzliche und Bio-Lebensmittel
  • Zusatzstoffe, Aromen und Duftstoffe
  • Lebensmittelsicherheit und -prüfung
  • Agrarwissenschaft
  • Wassertechnologie
  • Lieferkettenoptimierung
  • Nachhaltige Verpackungswirtschaft

Um für den ETF in Frage zu kommen, müssen Unternehmen mindestens 20 bis 50 Prozent ihres Umsatzes mit Geschäften aus einem dieser Bereiche erzielen, Überschneidungen sind dabei möglich. Darüber hinaus gelten eine Reihe von ESG-basierten Ausschlusskriterien. ESG steht für die Nachhaltigkeitskriterien Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance).

Der ETF bildet einen Index nach, den der britische Finanzdienstleister Foxberry‘s im Auftrag von Rize erstellt. Das heißt: Rize legt die Kriterien fest, nach denen der Index zusammengestellt werden soll, Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammt von Foxberry‘s.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen vollständig aus, die Strom aus Kohle oder Atomkraft erzeugen sowie Kohle, Öl oder Gas fördern oder Tabakprodukte herstellen. Zudem sind Firmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Streumunition oder ABC-Waffen) tabu. Geachtet wird laut Rize auch auf Grundsätze der guten Unternehmensführung. So dürfen Firmen beispielsweise nicht in Fälle von Korruption oder „signifikante Kontroversen“ verwickelt sein.


Tomra Systems stellt Pfandautomaten und Sortiermaschinen her – ein Geschäft mit Zukunft, im doppelten Sinne. / Foto: Unternehmen

Außen vor sind Unternehmen auch, wenn mindestens 10 Prozent der Umsätze aus Geschäftsbeziehungen zu Erzeugern von Kohle- und Atomstrom sowie Firmen stammen, die Kohle, Öl oder Gas fördern. Die gleiche Umsatzschwelle gilt für Militärverträge, jegliche Verbindung zu Glücksspiel, Pornografie, Alkoholproduktion und -verkauf sowie Tabakhandel.

Diese bereits strengen Ausschlusskriterien gelten auch für alle anderen von Rize aufgelegten ETFs. Darüber hinaus gibt es noch eine Liste von Ausschlusskriterien, die speziell für diesen ETF gelten.

Untersagt sind so zusätzlich Geschäfte mit Massentierhaltung und die generelle Herstellung tierischer Lebensmittel wie auch von Molkereiprodukten, ebenso der Betrieb von Fischfarmen sowie kommerzielle Fischerei.

Produzenten von Palmöl und Sojabohnen sowie Unternehmen der Holzwirtschaft müssen, um für den ETF in Frage zu kommen, dem Carbon Disclosure Project (CDP) ihre Umweltdaten zur Verfügung stellen. Das CDP ist eine im Jahr 2000 in London gegründete Non-Profit-Organisation, die Umweltdaten wie Emissionen oder Wasserverbrauch durch Unternehmen und Kommunen öffentlich zugänglicher machen will.

Ebenfalls nicht investiert wird in Unternehmen, die genetisch verändertes Saatgut verkaufen – die reine Forschung an gentechnisch verändertem Saatgut ist allerdings kein K.o.-Kriterium. Auch Hersteller von chemischem Dünger und Pflanzenschutzmitteln können zugelassen sein, wenn sie sich „auch mit der Entwicklung und Kommerzialisierung biobasierter Lösungen befassen“. Tierversuche sind ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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