Ein ETF, der ausschließlich in Japan investiert – investiert er auch ausschließlich nachhaltig? / Foto: Pixabay, Jordy Meow

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ETF-Test: UBS ETF (LU) MSCI Japan Socially Responsible UCITS ETF

Der UBS ETF (LU) MSCI Japan Socially Responsible UCITS ETF (hedged to EUR) investiert dem Namen nach "sozial verantwortlich" in Aktien von 68 japanischen Unternehmen. Doch ECOreporter ist beim Blick auf die Aktienauswahl skeptisch.

Der zugrunde gelegte Index stammt vom US-Finanzdienstleister MSCI, den ETF aufgelegt hat die Schweizer Großbank UBS. Die Auswahl der Unternehmen im nachgebildeten Index stammt ausschließlich von MSCI, die ihre nachhaltigen Indizes von einer hauseigenen Ratingagentur zusammenstellen lassen.

Die Ergänzung „hedged to EUR" bedeutet, dass der ETF in dieser Version abgesichert zum Euro ist, um Gewinne oder Verluste durch Wechselkursschwankungen zum Japanischen Yen zu begrenzen. Die Noten zu Nachhaltigkeit und finanzieller Entwicklung finden Sie im Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Finanzen / Risiko:
Auf ein Jahr gerechnet hat der ETF 11,64 Prozent an Wert gewonnen und sich damit leicht schwächer entwickelt als der weltweite Aktienindex MSCI World mit einem Plus von 12,10 Prozent. Auf drei Jahre gesehen bleibt der ETF mit einem Wertgewinn von 9,86 Prozent deutlich hinter dem MSCI World zurück (30,09 Prozent).

Aufgrund von starken Kursschwankungen empfiehlt der ETF-Anbieter eine Haltedauer von mindestens fünf Jahren. Die jährlichen Gebühren sind mit 0,27 Prozent etwas günstiger als bei vergleichbaren ETFs anderer Anbieter.

Nachhaltigkeitskonzept:

Ziel des ETFs ist die möglichst genaue Nachbildung des MSCI-Index Japan Socially Responsible. Dieser soll die Aktienperformance Japans messen, dabei aber nur Unternehmen berücksichtigen, die im Vergleich mit der Konkurrenz in ihrem Sektor über ein hohes Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (ESG) verfügen. MSCI hat Ausschlusskriterien festgelegt, zudem werden nur Unternehmen zugelassen, die im ESG-Rating von MSCI über der Durchschnittsnote „BBB“ liegen und außerdem nicht in größere Kontroversen verwickelt sind.

Ausschlusskriterien:

Der ETF schließt grundsätzlich Unternehmen aus den Bereichen Kernkraft, Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Militärwaffen, zivile Schusswaffen, Gentechnik, Kohle und Pornografie aus.

So nachhaltig ist dieser ETF:

Der ETF investiert zum Testzeitpunkt in keine Unternehmen, die als besonders grün gelten. Die größte Position ist der Spiele- und Konsolenhersteller Nintendo.

Auf der anderen Seite finden sich in der Aktienliste etwa die Bergbauunternehmen Komatsu Mining Corp und Sumitomo Metal Mining. Besonders negativ fällt das Unternehmen Hitachi Metals auf: Dieses ist eine Tochter der Hitachi-Gruppe, die über ein Joint Venture mit General Electric Atomkraftwerke baut und betreibt. Zumindest indirekt ist also eine Verbindung zum Ausschlusskriterium Kernkraft vorhanden.

Transparenz:

Die UBS veröffentlicht auf der Homepage des ETFs eine aktuelle Liste aller Aktien, in die der ETF investiert. Das Aktienauswahlprinzip wird dort hingegen nur allgemein und unkonkret beschrieben. Die Ausschlusskriterien sind zwar auf der Internetseite der UBS knapp dargestellt, nicht aber auf der Homepage des ETFs.

Die genaue Beschreibung des Best-in-Class-Prinzips findet sich nicht auf der Seite der UBS, sondern nur auf der Website des US-Unternehmens MSCI und nur auf Englisch. Es gibt keine Informationen über die Nachhaltigkeit der Unternehmen, in die der ETF investiert.

Nachhaltige Wirkung:

Wird die reale Welt nachhaltiger, wenn Sie als Anlegerin oder Anleger in diesen ETF investieren? Das untersucht ECOreporter unter dem Punkt "Nachhaltige Wirkung". Ergebnis: Hier ist eine nachhaltige Wirkung nicht ausreichend nachgewiesen.

Stärken:

  • Günstige Gebühren

Schwächen:

  • Investitionen in umweltschädigende Unternehmen
  • Wenig anspruchsvolles Auswahlverfahren

    Fazit:

    Die finanzielle Entwicklung des ETFs ist schwach, positiv fallen nur die geringen Gebühren auf. Die Nachhaltigkeit beschränkt sich hier wie bei vergleichbaren ETFs auf ein paar Klassiker unter den Ausschlusskriterien und Investments in die am wenigsten schmutzigen Unternehmen eines schmutzigen Sektors. Nicht für nachhaltige Anleger geeignet.

    Die ECOreporter-Noten:

    Finanzen: 3,9
    Nachhaltigkeit: 5,3

    Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

    Alle bisherigen ETF-Tests finden Sie hier.

    Daten und Fakten

    Stichtag des Tests Finanzen/Nachhaltigkeit: 8.9.2020

    Name des ETFs: UBS ETF (LU) MSCI Japan Socially Responsible UCITS ETF (hedged to EUR) A-acc

    ISIN: LU1273488715  / WKN: A14X32

    Nachgebildeter Index: MSCI Japan Socially Responsible 5% Issuer Capped 100% hedged to EUR Total Return Net

    Start des ETFs: 6.6.2016

    Jährliche Gebühren: 0,27 %

    Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

    Ertragsverwendung: thesaurierend

    Fondsvolumen: 415 Millionen Euro (8.9.2020)

    Internet: www.ubs.com

    Totalverlustrisiko: unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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