Wie nachhaltig ist ein ETF, in dem sich die gesamte börsengehandelte Öl-Elite der Welt versammelt? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: HSBC Developed World Sustainable Equity ETF

Ein Paket mit nachhaltigen Aktien aus Industrienationen weltweit verspricht der HSBC Developed World Sustainable Equity ETF. Zudem sollen laut Anbieter "Kohlenstoffemissionen und Investitionen in fossile Brennstoffreserven reduziert werden". Überzeugt die Aktienauswahl des ETFs?

Anbieter des ETFs ist die britische Großbank HSBC. Sie selbst will noch bis 2030 Kohlekraftwerke und Kohlebergbau finanzieren, weltweit soll die Kreditvergabe dafür sogar erst 2040 enden.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete am 9. Juli 2020. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine ECOreporter-Finanznote.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühr von 0,18 Prozent ist auch für einen ETF überdurchschnittlich günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF legt in 980 mittlere und große Unternehmen aus 23 Industrienationen ("Developed World") an. Industrienationen sind in der Finanzwelt etwa Länder wie die USA, Deutschland oder Japan, nicht aber beispielsweise China oder Südkorea. Grund hierfür sind etwa Marktbeschränkungen für ausländische Investoren in diesen Ländern. 

Bei der Auswahl der Aktien wendet der ETF ein Best-in-Class-Verfahren an, das aus zwei Schritten besteht. Zunächst müssen die Unternehmen in ihrer Branche zu der Hälfte gehören, die weniger CO2 produziert und fossile Brennstoffe verbraucht als die andere Hälfte. Anschließend werden die Unternehmen ausgewählt, die bei einer ESG-Bewertung zu den „besten“ 80 Prozent gehören. Das bedeutet umgekehrt: Nur die schlechtesten 20 Prozent sind ausgeschlossen.

ESG steht für Kriterien in den Bereichen Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance). Diese Kriterien sind allerdings nicht verbindlich definiert.

Mit seinem Verfahren bildet der ETF einen Index des britischen Indexanbieters FTSE Russell ab, einer Tochter der Londoner Börse (London Stock Exchange Group). Für die Auswahl und Bewertung der Aktien ist FTSE Russell verantwortlich.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Investments in Tabakhersteller und Unternehmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Streumunition oder ABC-Waffen) aus. Auch Konzerne, die gegen den UN Global Compact verstoßen, sind tabu. Für Pornografie und Glücksspiel gelten genauso wie für Kohle, Atomkraft und Waffenherstellung Umsatzschwellen von 5 oder 10 Prozent. Eine detaillierte Auflistung der Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.

Keine Beschränkungen gibt es etwa bei Erdöl- oder Gasgeschäften.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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