Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: Ökoworld Rock'n'Roll Fonds

Der Ökoworld Rock 'n' Roll Fonds will nur in Unternehmen investieren, die positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben. Im Bestand finden sich Aktien, Anleihen und Fonds-Beteiligungen – aber keine lauten Gitarren. ECOreporter hat den Mischfonds eingehend getestet.


Den vollständigen Fondstest finden Sie unten im Premium-Bereich.

Der Ökoworld Rock ‘n’ Roll Fonds startete 2008 unter dem Namen Ökoworld Trust. Bis 2013 war er ein Dachfonds, legte also in erster Linie in andere Fonds an. 2017 benannte ihn die nachhaltige Fonds- und Versicherungsgesellschaft Ökoworld aus Hilden (NRW) um.

Der Begriff „Rock ‘n’ Roll“ im neuen Namen ist vor allem werbewirksame Kosmetik – die Unternehmen im Fonds haben weder etwas mit Musik zu tun noch in besonderem Maße mit dem Lebensgefühl der 1950er- und 1960er-Jahre. Die Firmen kommen unter anderem aus den Bereichen Erneuerbare Energien und IT, Recycling und Bildung. Ungefähr 85 Prozent des Fondsvermögens stecken in Aktien, dazu kommen einige Anleihen sowie Beteiligungen am Ökoworld-Schwellenländerfonds und einem Kita-Fonds. Bedeutet: Der Ökoworld Rock ‘n’ Roll Fonds ist vom Anlage- und Risikoprofil her derzeit eher ein Aktienfonds als ein klassischer Mischfonds.

Die Auswahlkriterien sind wie bei allen Ökoworld-Fonds streng: Zahlreiche kontroverse Branchen wie Kohle, Öl, Atomenergie, Chlorchemie und Rüstung sind komplett tabu, auch Zulieferer und Finanziers werden ausgeschlossen. ECOreporter hat den kompletten Fondsbestand überprüft: Keines der zum Testzeitpunkt 107 Unternehmen verstößt gegen die Anlagerichtlinien.

Grüne Qualität hat ihren Preis

Ökoworld lässt sich nicht wie andere Fondsanbieter von Ratingagenturen eine hellgrüne Wertpapierliste zusammenstellen, sondern wählt seine Investments selbst aus. Das kostet viel Zeit und damit auch Geld. Entsprechend hoch sind die Jahreskosten des Fonds. Trotzdem hat er sich finanziell gut entwickelt – auf fünf Jahre gesehen beträgt der Wertzuwachs 64,5 Prozent.

Eine größere Schwäche hat der Ökoworld Rock ‘n’ Roll Fonds: seine geringe nachhaltige Wirkung. Ökoworld nimmt seine Stimmrechte auf Hauptversammlungen nicht wahr und informiert nicht darüber, wenn Aktien wegen unzureichender Nachhaltigkeit verkauft werden. Auf Nachfrage von ECOreporter erklärte die Fondsgesellschaft, man sei ausschließlich in sehr grüne Unternehmen investiert, bei denen Nachhaltigkeitskontroversen nahezu ausgeschlossen seien. Trotzdem verfolge man aber eine aktive Engagement-Strategie und suche den Dialog mit Unternehmen zu Nachhaltigkeitsthemen.

Weil der Ökoworld Rock ‘n’ Roll Fonds eine Mindestanlagesumme von 10.000 Euro hat und nicht sparplanfähig ist, eignet er sich in erster Linie für vermögende Anlegerinnen und Anleger, die kein Problem damit haben, möglicherweise bei einem hohen Kurs mit einem größeren Betrag in einen Fonds einzusteigen.Wer kleinere Summen investieren möchte oder Wert auf einen Sparplan legt, ist beim noch etwas nachhaltigeren milliardenschweren Aktienfonds Ökoworld Ökovision Classic besser aufgehoben (ECOreporter hat ihn hier getestet). Riskanter, aber auch chancenreicher ist der in den letzten Jahren sehr gut gelaufene tiefgrüne Aktienfonds Ökoworld Klima, der viele Solar-, Wind- und Wasserstoffaktien enthält. Einen ECOfondstest finden Sie hier.

Wie ECOreporter den Ökoworld Rock 'n' Roll Fonds insgesamt bewertet, erfahren Sie im Premium-Bereich. Dort finden Sie den vollständigen ECOfondstest. Er ist als übersichtliches PDF gestaltet, liefert die wichtigsten Analyse-Ergebnisse sowie Noten für alle getesteten Bereiche.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Eine Übersicht über alle ECOfondstests hat die Redaktion hier für Sie zusammengestellt.

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