Wohin mit dem Geld? Fonds sind für viele Anlegerinnen und Anleger derzeit nicht erste Wahl. / Foto: Pixabay

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Investoren fliehen aus Fonds – eine gute Idee?

Die Unsicherheiten an den Finanzmärkten schlagen auch aufs Fondsgeschäft durch: Anlegerinnen und Anleger haben nach Berechnungen des Analysehauses Morningstar im ersten Halbjahr 2022 139 Milliarden Euro aus europäischen Fonds abgezogen.

Besonders hoch waren die Abflüsse im Juni mit 55 Milliarden Euro. Der Monat war laut Morningstar der schwächste seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Besonders unbeliebt waren im Juni Anleihefonds, sie verloren mehr als 28 Milliarden Euro. Aus Aktienfonds flossen 12 Milliarden Euro ab. Auf Halbjahressicht entzogen Anlegerinnen und Anleger vor allem Geldmarktfonds Kapital: Hier wurden Fondsanteile im Wert von 108 Milliarden Euro verkauft.

Die Angst vor einem neuen Crash

Gründe für die Flucht aus Fonds sind vor allem die zuletzt schwachen Renditen von Anleihen und Geldmarkt-Investments, aber auch Aktien. Dazu kommt die Furcht vor einem weiteren Börsencrash wie im März 2020.

Bei Anlageklassen wie Aktien- oder Mischfonds überwiegen Morningstar zufolge allerdings insgesamt weiterhin die positiven Impulse – unter dem Strich sei in diesen Bereichen im ersten Halbjahr mehr Geld investiert als abgezogen worden.

ECOreporter rät seit Jahren dazu, nachhaltige Fonds lange zu halten und nicht bei zwischenzeitlichen Turbulenzen zu verkaufen. Als Mindestanlagedauer empfiehlt die Redaktion sieben, besser noch zehn oder 15 Jahre. Geldmarkt- und Anleihefonds schätzt ECOreporter weiterhin nicht als attraktiv ein – die Renditen sind deutlich niedriger als bei Aktienfonds oder aktienlastigen Mischfonds. Als Sicherheitsbaustein für die Geldanlage dürften Festgeld und Tagesgeld angesichts steigender Leitzinsen wieder zunehmend interessanter werden.

Mehr zu nachhaltigen Fonds können Sie hier lesen.

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