Nachhaltig fürs Klima anlegen: ECOreporter gibt Ihnen drei Tipps. / Foto: imago images, imagebroker

  Aktientipps, Aktien-Favoriten, Anleihen / AIF

Klima-Geldanlage: Drei ECOreporter-Redakteure stellen ihre persönlichen Lieblinge vor

Es gibt sie, die Klima-Geldanlage ohne Wenn und Aber. Die grünen Aktien und Anleihen, die keinen Wischiwaschi-Kompromiss in sich bergen, sondern echte Green Deals sind. Die als unternehmerisches Vorbild dienen können, falls EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der Kohlelobby zeigen will, dass es auch anders geht. Nämlich 100 Prozent erneuerbar.


Ohne Wind- und Solarenergie keine Klimawende. / Foto: K.U. Häßler, Fotolia

Zwei Aktien und eine börsennotierte Anleihe sind die Favoriten der ECOreporter-Redakteure. Eine Aktie aus Deutschland von einem nachhaltigen Unternehmen, das den Klimawandel schon bekämpft hat, als Greta Thunberg noch nicht geboren war. Eine klimaschonende Aktie einer Firma aus einem Land, das: ja, tatsächlich gerade aus der EU ausgetreten ist. Und eine Anleihe eines Windkraftriesen, dessen Chef nur deshalb kernfidel ist, weil er sein Praktikum in der Leitwarte des Atomkraftwerks Tschernobyl nicht antreten konnte, da der Reaktor zu dem Zeitpunkt schon hochgegangen war. Dann setzte er auf Erneuerbare Energie. Und zeigt seitdem allen Energiepolitikern, was man mit Mut und Wille hinbekommen kann - auch in Deutschland. Dem Land, das seine Pläne zum Klimawandel langsamer und frustvoller umsetzt als die Berliner einen Flughafen bauen. Dem Land, dessen Politiker tatsächlich gerade über den sogenannten Solardeckel zanken und schachern. Was das ist? Eine Grenze für neue Solarkraftwerke. Die bekommen nämlich in ein paar Wochen keine Einspeisevergütung mehr für ihren Strom. Deckel drauf, ab damit!

So handelt die deutsche Klimapolitik, wenn die Fernsehkameras aus sind. Und das, obwohl der Solarstrom spottbillig geworden ist: 5,7 Eurocent pro Kilowattstunde laut der letzten Auktionsrunde der Bundesnetzagentur. Was wir Verbraucher zahlen: 30 Eurocent. Energiewende kostet? Falsch. Energiewende spart. Als Geschäftsmodell kann das ja nicht so falsch sein.

Premium-Leserinnen und -Leser finden im Folgenden die drei Tipps der Redakteure. Mit Namen, Wertpapierkennnummer und Bild. Also Bild des Redakteurs. Übrigens: Laut ECOreporter-Redaktionsrichtlinie hat keiner der drei Redakteure eins dieser Investments selbst gezeichnet – das wäre nicht zulässig. Schade eigentlich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Energiekontor: Diese Aktie hat Potenzial, findet ECOreporter Michael Rensen

Energiekontor hat 2019 wahrscheinlich Verlust gemacht. Ist die Aktie trotzdem empfehlenswert? Ja, denn die Geschäfte des Bremer Grünstromkonzerns laufen grundsätzlich gut.

Für Energiekontor-Chef Peter Szabo war 2019 ein "herausforderndes Übergangsjahr“. Trotzdem erzielte sein Unternehmen im ersten Halbjahr genauso viel Gewinn wie im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet Energiekontor nur deshalb einen Nettoverlust, weil ein neuer Windpark witterungsbedingt nicht mehr 2019 fertiggestellt werden konnte. Dafür dürfte der Gewinn dann 2020 höher ausfallen. Seinen Geschäftsbericht für 2019 will Energiekontor am 9. April veröffentlichen.

Ein großes Plus von Energiekontor: Das Unternehmen ist nicht mehr so abhängig vom schwächelnden deutschen Windmarkt. Energiekontor baut, betreibt und verkauft mittlerweile neben Windparks auch große Solaranlagen. Und das weltweit, mit Niederlassungen in Großbritannien, Portugal, Frankreich und den USA.

Der Kurs der Energiekontor-Aktie ist in den letzten drei Jahren um 41 Prozent gestiegen – deutlich weniger als andere Erneuerbare-Energien-Unternehmen wie PNE (plus 115 Prozent) oder ABO Wind (plus 188 Prozent). Wenn 2020 die Gewinne anziehen, dürfte auch die Aktie weiter zulegen. Ebenfalls attraktiv: die Dividendenrendite. Beim aktuellen Aktienkurs von 22,10 Euro (Börse Xetra, 13.2.2020, 11:29 Uhr) beträgt sie 1,8 Prozent.

Wem Aktien zu schwankungsanfällig sind, der kann auch in Anleihen von Energiekontor investieren. ECOreporter hat zuletzt die Stufenzinsanleihe XII in einem ECOanlagecheck ausführlich analysiert.

Energiekontor AG: ISIN DE0005313506 / WKN 531350

Greencoat UK Wind: Hohe Dividenden locken, denkt sich ECOreporter Martin Grajner

Das britische Unternehmen Greencoat UK Wind ist ein sogenanntes Yieldco – so nennt man in englischsprachigen Ländern börsennotierte Stromproduzenten mit hohen Dividendenausschüttungen. Keine Sorge: Mit Kohle- oder Atomstrom verdient das Unternehmen kein Geld. Greencoat UK Wind setzt nur auf Windstrom.

Aktuell besitzt die Gesellschaft 35 Windparks mit einer Gesamtleistung von fast einem Gigawatt. Die Windparks befinden sich ausschließlich in Großbritannien – vor allem in Schottland, Irland und an der englischen Ostküste.

Im ersten Halbjahr 2019 setzte Greencoat UK Wind fast 123 Millionen britische Pfund um, umgerechnet 147,6 Millionen Euro. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für das Geschäftsjahr 2019 liegt bei knapp 16.

2020 will Greencoat UK Wind 7,1 Pence pro Aktie als Dividende an die Aktionäre auszahlen, umgerechnet sind das 8,5 Eurocent. Beim aktuellen Aktienkurs entspricht das einer Dividendenrendite von gut 5 Prozent.

Die Auszahlung der Dividenden erfolgt quartalsweise – anders als bei den meisten europäischen Unternehmen. Dividendenausschüttungen werden in Großbritannien nicht mit einer Quellensteuer belegt. Anleger müssen also nicht ihre gezahlten Steuern beim britischen Fiskus zurückfordern.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich sein Windparkportfolio erweitert. Ende Dezember 2019 meldete Greencoat UK weitere Zukäufe: zwei Windpark-Projekte in Schottland mit einer Leistung von 81 Megawatt.

Die Greencoat UK Wind-Aktie steht an der Börse Stuttgart derzeit bei 1,69 Euro (13.2.2020, 12:15 Uhr). Auf Jahressicht ist die Aktie 13 Prozent im Plus.

Greencoat UK Wind LLP: ISIN GB00B8SC6K54 / WKN A1T7LN

Weitere Yieldcos hat ECOreporter hier vorgestellt.

Enertrag Windkraftanleihe EnergieZins 2025: Die mag ECOreporter Jörg Weber

Die Anleihe der Windkraftspezialistin Enertrag aus Brandenburg bietet nominal 5,25 Prozent Zinsen pro Jahr. Das Anleihekapital investiert Enertrag vor allem in deutsche und französische Windenergie-Projekte. Die Anleihe wird an der Börse Düsseldorf gehandelt. Aktuell (13.2.2020, 8:41 Uhr) notiert die Anleihe bei 104,00 Prozent.

ECOreporter urteilte im November 2015 in einem ECOanlagecheck: "Die Emittentin Enertrag EnergieZins GmbH hat eine einwandfreie Leistungsbilanz. Ihre Muttergesellschaft Enertrag AG verfügt grundsätzlich über die Erfahrungen und Kompetenzen, um auch unter veränderten Rahmenbedingungen erfolgreich am Markt agieren (…) zu können. Unter Berücksichtigung des Risikoprofils ist die Verzinsung der Anleihe angemessen.“ Bisher kam es bei der Anleihe noch zu keinem Ausfall der Zinszahlungen – was die Einschätzung bestätigt. Achtung: An der Börse wird die Anleihe auch unter der Bezeichnung "ENERTRAG EnergieZins 15/26 auf Festzins“ geführt, es handelt sich aber um dieselbe Anleihe.

Enertrag EnergieZins 2025: ISIN DE000A1611C6 / WKN A1611C

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