Sollten nachhaltige Anlegerinnen und Anleger auf Wasserstoff-Aktien setzen? / Foto: imago images, Jochen Tack

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Von Bloom bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien!

Wasserstoff-Aktien: Sind sie wirklich das nächste große Ding – oder viel Hype und wenig dahinter? Wo sich der Einstieg lohnen kann und um welche Papiere Anlegerinnen und Anleger lieber einen Bogen machen sollten.

Umweltfreundlich hergestellter Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle bei der Energiewende zukommen. Das glaubt nicht nur die Bundesregierung, auch viele Anlegerinnen und Anleger sind davon überzeugt. Und tatsächlich ist das Potenzial des Energieträgers enorm, ob für emissionsärmeres Stahlkochen in der Industrie oder im Verkehrssektor durch den Antrieb mit Brennstoffzellen insbesondere im Fern- und Schwerlastverkehr sowie in der Luft- und Schifffahrt.

Längst können Anlegerinnen und Anleger auch über Finanzprodukte in Wasserstoff investieren – etwa über den im Dezember 2020 gestarteten GG Wasserstoff-Fonds. ECOreporter hat mit dessen Gründer Gerd Junker gesprochen. Und auch den Wasserstoff-ETF L&G Hydrogen Economy hat sich die Redaktion näher angeschaut.

In ihre nationale Wasserstoffstrategie will die Bundesregierung 9 Milliarden Euro investieren, Deutschland soll die weltweite Nummer Eins in der Wasserstoffindustrie werden. Und die europäische Industrie selbst sieht sich in der Lage, bis 2050 bis zu 24 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in der EU zu decken. Sagt sie zumindest.

Aber: Noch ist Wasserstoff mehrheitlich nicht nachhaltig (siehe Kasten) und zudem teuer und ineffizient. Für Brennstoffzellenbauer gilt ebenso wie für die Wasserstoffhersteller selbst, dass das Geschäftsmodell auch eine Wette auf eine künftige Nachfrage ist. Bei Unternehmen, die keinen Gewinn machen, entfällt natürlich die Möglichkeit, die Kosten einer Aktie anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses einzuschätzen. ECOreporter verwendet daher in diesem Fall das Kurz-Umsatz-Verhältnis (KUV), um eine Einschätzung abzugeben, ob eine Aktie günstig oder teuer ist.

Eine Ausnahme bilden etwa Unternehmen, die zwar auch, aber nicht nur auf Wasserstoff setzen – hier gibt es etablierte und profitabel arbeitende Beispiele.

Über diese Wasserstoffunternehmen berichtet ECOreporter im Folgenden:

  • Ballard Power
  • Bloom Energy
  • PowerCell
  • Plug Power
  • SFC Energy
  • Nikola
  • Nel ASA
  • ITM Power
  • FuelCell Energy
  • Enapter
  • Linde
  • Air Liquide

Details zur Einschätzung der Aktien und ihrer Kursentwicklung finden Sie in unserem Premiumbereich.

So wird Wasserstoff hergestellt

Wasserstoff ist ein Energieträger, der Energie speichern und transportieren kann. Als Sekundärenergie muss er aber zuerst unter Verwendung von Primärenergie hergestellt werden. Umweltfreundlicher oder "grüner" Wasserstoff entsteht nur dann, wenn dazu erneuerbare Energie genutzt wird.

Der größte Teil des heutzutage hergestellten Wasserstoffs wird von der chemischen Industrie zur sofortigen Verwendung im sogenannten Reformierungsverfahren hergestellt. Dabei wird aus Kohlen-Wasserstoffen-Ketten bestehenden fossilen Energieträgern der Wasserstoff entzogen. Als Nebenprodukte entstehen unter anderem Kohlenmonoxid, Stickoxide und Schwefeldioxid. Nachhaltigkeit sucht man hier vergebens.

Anders bei der Wasser-Elektrolyse: Hier wird Wasser in die Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt. Dafür braucht man Strom – und der kann aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Speichern und transportieren lässt sich Wasserstoff relativ leicht: Etwa zusammengepresst oder in flüssiger Form. Druckspeicher gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, von zehn Liter fassenden Gasflaschen bis hin zu Großspeichern mit 100.000 Kubikmetern. Langfristig soll das bestehende Erdgasnetz zur Speicherung genutzt werden.

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