Der Brennstoffzellenhersteller und Wasserstoffproduzent Plug Power hat ehrgeizige Wachstumspläne. Die Aktie ist auf fünf Jahre fast 900 Prozent im Plus. / Foto: Plug Power

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien

Wasserstoff-Aktien: Noch immer lösen sie viel Begeisterung aus und locken mit enormen Kursgewinnen. ECOreporter analysiert, wo sich der Einstieg lohnen kann und um welche Papiere Anlegerinnen und Anleger besser einen Bogen machen sollten.

Umweltfreundlich hergestellter Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle bei der Energiewende zukommen. Das glaubt nicht nur die Bundesregierung, auch viele Anlegerinnen und Anleger sind davon überzeugt. Und tatsächlich ist das Potenzial des Energieträgers enorm, ob für emissionsarmes Stahlkochen in der Industrie oder im Verkehrssektor durch den Antrieb mit Brennstoffzellen insbesondere im Fern- und Schwerlastverkehr sowie in der Luft- und Schifffahrt.

Längst können Anlegerinnen und Anleger auch über Finanzprodukte in Wasserstoff investieren – etwa über den im Dezember 2020 gestarteten GG Wasserstoff-Fonds. ECOreporter hat den Fonds hier getestet. Und auch den Wasserstoff-ETF L&G Hydrogen Economy hat sich die Redaktion näher angeschaut.

In ihre nationale Wasserstoffstrategie will die Bundesregierung 9 Milliarden Euro investieren, Deutschland soll die weltweite Nummer Eins in der Wasserstoffindustrie werden. Und die europäische Industrie sieht sich in der Lage, bis 2050 bis zu 24 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in der EU zu decken. Sagt sie zumindest.

Aber: Noch ist Wasserstoff mehrheitlich nicht nachhaltig (siehe Kasten) und zudem teuer und ineffizient. Für Brennstoffzellenbauer gilt ebenso wie für die Wasserstoffhersteller selbst, dass das Geschäftsmodell auch eine Wette auf eine künftige Nachfrage ist.

Bei Unternehmen, die keinen Gewinn machen, entfällt natürlich die Möglichkeit, die Kosten einer Aktie anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses einzuschätzen. ECOreporter verwendet daher in diesem Fall das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), um eine Einschätzung abzugeben, ob eine Aktie günstig oder teuer ist. Das KUV ergibt sich aus dem Börsenwert des Unternehmens, geteilt durch seinen Jahresumsatz. Je niedriger das KUV, desto attraktiver die Aktie.

Eine Ausnahme in der Branche bilden Unternehmen, die zwar auch, aber nicht nur auf Wasserstoff setzen – hier gibt es etablierte und profitabel arbeitende Beispiele.

Über diese Wasserstoffunternehmen berichtet ECOreporter im Folgenden:

  • Ballard Power
  • Bloom Energy
  • PowerCell
  • Plug Power
  • SFC Energy
  • Nikola
  • Nel ASA
  • ITM Power
  • FuelCell Energy
  • Enapter
  • Linde
  • Air Liquide

Der Krieg in der Ukraine hat die Kurse vieler Grünstromunternehmen erneut in die Höhe getrieben. Grund ist die Hoffnung auf mehr Unabhängigkeit von russischem Öl und Erdgas. Davon profitierten anfangs auch Wasserstoffunternehmen. Allerdings: Nach einem Zwischenhoch haben die meisten Aktien ihre jüngsten Gewinne bereits wieder abgegeben. Der Blick auf die langfristige Wertentwicklung zeigt aber, welche enormen Zuwächse die meisten Unternehmen in den letzten Jahren erreichen konnten.

Allerdings sind die sogenannten "Pure Player", Unternehmen, die ausschließlich in der Wasserstoffwirtschaft aktiv sind, weiterhin eher eine Wette als ein Investment. Zu den Pure Playern gehören insbesondere die Wasserstoffproduzenten selbst und die Brennstoffzellen-Hersteller, deren Technik etwa Fahrzeuge wie Lkws oder Schiffe antreiben und so Emissionen im Lastenverkehr einsparen helfen soll. Es gibt auch solide Unternehmen mit sehr guten Aussichten, die von Wasserstoff-Geschäften massiv zu profitieren hoffen. Diese sind aber eher keine Geheimtipps.

Die Wasserstoff-Industrie ist nicht nur im globalen Kontext interessant für Anlegerinnen und Anleger, auch in Deutschland gibt es spannende Wasserstoffaktien (allerdings kaum Pure Player). Details zur Einschätzung der Aktien und ihrer Kursentwicklung finden Sie in unserem Premium-Bereich.

So wird Wasserstoff hergestellt

Wasserstoff ist ein Energieträger, der Energie speichern und transportieren kann. Als Sekundärenergie muss er aber zuerst unter Verwendung von Primärenergie hergestellt werden. Umweltfreundlicher oder "grüner" Wasserstoff entsteht nur dann, wenn dazu erneuerbare Energie genutzt wird.

Der größte Teil des heutzutage hergestellten Wasserstoffs wird von der chemischen Industrie zur sofortigen Verwendung im sogenannten Reformierungsverfahren hergestellt. Dabei wird aus Kohlen-Wasserstoffen-Ketten bestehenden fossilen Energieträgern der Wasserstoff entzogen. Als Nebenprodukte entstehen unter anderem Kohlenmonoxid, Stickoxide und Schwefeldioxid. Nachhaltigkeit sucht man hier vergebens.

Anders bei der Wasser-Elektrolyse: Hier wird Wasser in die Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt. Dafür braucht man Strom – und der kann aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Speichern und transportieren lässt sich Wasserstoff relativ leicht: Etwa zusammengepresst oder in flüssiger Form. Druckspeicher gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, von zehn Liter fassenden Gasflaschen bis hin zu Großspeichern mit 100.000 Kubikmetern. Langfristig soll das bestehende Erdgasnetz zur Speicherung genutzt werden.


In einer Brennstoffzelle wird im Wasserstoff gespeicherte chemische Energie als elektrische Energie freigegeben.
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