Wer Kriege mit Waffenexporten befeuert, redet ungerne darüber. Die Datenbank ExitArms macht die globalen Geschäfte der Rüstungsindustrie transparenter. / Foto: Fotolia / Foto: Yanchenko, Fotolia.com

  Nachhaltige Aktien, Wachhund

Neue Datenbank zeigt, wer Waffen in Kriegsregionen liefert

Etwa 500 Firmen aus 45 Ländern haben in den letzten Jahren Waffen und andere Rüstungsgüter an 33 Kriegsparteien in aller Welt geliefert. Das geht aus der neuen Datenbank ExitArms hervor. Zu den Lieferanten zählen auch Unternehmen, deren Aktien in nachhaltigen Fonds auftauchen.

ExitArms ist ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen Nichtregierungsorganisationen urgewald und Facing Finance. Die Daten stammen vom schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI und aus Recherchen der beiden NGOs. Derzeit enthält die Datenbank Informationen aus den Jahren 2015 bis 2020, eine jährliche Aktualisierung ist geplant.

Neben reinen Rüstungsfirmen finden sich in den Listen von ExitArms auch Mischkonzerne wie Daimler, Airbus, Boeing, General Electric, Hyundai, Saab, KLM Airlines, MAN, Rolls-Royce oder Thales. Sogar die Fahrzeugbauer Caterpillar (USA) und Geely (China), deren Aktien in einigen als nachhaltig vermarkteten Fonds stecken, tauchen in der Datenbank auf – beide Unternehmen haben in der Vergangenheit Motoren für Kampffahrzeuge in Krisenregionen geliefert.

ExitArms ist englischsprachig und unter exitarms.org frei zugänglich.

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Aufgepasst bei Fonds und ETFs: Das sind die 66 größten börsennotierten Rüstungskonzerne

Krieg oder Frieden: Sind nachhaltige Aktienfonds und ETFs frei von Waffen und Rüstung?

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