Am Hainer See bei Leipzig soll der bislang größte Solarpark Europas entstehen. / Symbolbild: Pixabay

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Signal Iduna erwirbt noch vor Baubeginn größten Solarpark Europas

Der Dortmunder Versicherer und Finanzdienstleister Signal Iduna und seine Finanztochter Hansainvest Real Assets erwerben Europas größten Solarpark am Hainer See bei Leipzig. Das Gesamtinvestitionsvolumen der Akquisition beläuft sich auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, wie Signal Iduna mitteilte, ohne Details zu nennen.

Die Hansainvest Real Assets GmbH mit Sitz in Hamburg investiert "im Immobilien- und Infrastruktursektor", wobei Letzteres Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen meint. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Onshore-Windparks und Photovoltaikanlagen im Euroraum. Insgesamt betreut die Signal Iduna-Tochter Vermögenswerte von rund 6,9 Milliarden Euro. Eine Beteiligung durch private Investoren ist bislang nicht möglich.

Pläne zur Erzeugung von Wasserstoff

Das jetzt erworbene Projekt, der sogenannte Energiepark Witznitz, steht noch unter dem formellen Vorbehalt der endgültigen Baugenehmigung. Der sächsische Projektentwickler und Generalunternehmer Moveon Energy plant demnach, bis zum zweiten Quartal 2023 insgesamt mehr als 1,1 Millionen Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 650 Megawatt (MW) zu installieren und hiervon 45 MW im eigenen Bestand zu betreiben. Die Gesamtleistung entspricht dem durchschnittlichen Jahresenergieverbrauch von rund 200.000 Vier-Personen-Haushalten. Damit werden, basierend auf dem deutschen Energiemix 2020, jährlich mehr als 250.000 Tonnen CO2 eingespart.

Der Energiepark Witznitz soll sich rund 30 Kilometer südlich von Leipzig über die Gemeinde Neukieritzsch, in der Moveon seinen Sitz hat, sowie die Städte Böhlen und Rötha erstrecken. Genutzt werden dafür im ehemaligen Braunkohletagebau Witznitz II rund 500 Hektar zusammenhängende Fläche sowie 150 Hektar weitere Ausgleichsflächen. Neue Rad- und Reitwege sowie dazugehörige Ruheplätze sollen zudem die touristische Nutzung der Region fördern.

Aufgrund der Nähe zu bestehender Energieinfrastruktur ist laut Signal Iduna kein umfassender Neubau von Stromtrassen notwendig. Angedacht ist eine Kopplung der Erneuerbare-Energie-Erzeugung mit Verfahren zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Schon jetzt ist vorgesehen, einen Wasserstoff-Feststoffspeicher für den Eigenstrombedarf sowie Schnellladestationen für PKW und Fahrräder zu errichten. Die erzeugte Solarenergie soll ohne staatliche Förderung mittels langfristiger Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreement, PPA) industriellen und sonstigen Großabnehmern zur Verfügung gestellt werden.

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