ECOanlagecheck, Aktien, Darlehen und anderes, Windenergie-Investments, Solarenergie-Investments

Unabhängige Analyse: Die Beteiligung CAV Sonne und Wind VIII – neue Emission „Kapitalerhöhung 2021“

Die CAV Sonne und Wind VIII GmbH & Co KG hat bereits zahlreiche Solar- und Windparkbeteiligungen erworben. Die meisten Anlagen sind in Deutschland und in der Regel schon mehrere Jahre in Betrieb. Um in weitere Projekte investieren zu können, hat die Emittentin eine Kapitalerhöhung beschlossen, die Anlegerinnen und Anleger ab 50.000 Euro zeichnen können. Der ECOanlagecheck analysiert das grüne Beteiligungsangebot.

Die CAV Sonne und Wind VIII GmbH & Co KG hat sich bisher an sechs Solar- und vier Windpark-Gesellschaften beteiligt (Stand: 16. April 2021). Die Anlagen der Windbeteiligungen sind auf insgesamt fünf Standorte in drei Bundesländern über Deutschland verteilt. Unter den sechs Solarbeteiligungen befinden sich nach CAV-Angaben mehrere Dachfonds. Daher verteilen sich die Photovoltaikanlagen auf insgesamt 18 Standorte in vier Bundesländern in Deutschland und einen Standort in Frankreich.

Die Emittentin investiert mittelbar über ihre Tochtergesellschaft CAV S+W 8. Betriebs GmbH & Co KG in die jeweiligen Projektgesellschaften. Das Eigenkapital, das Anleger bis März 2021 gezeichnet und einzahlt haben, ist nahezu vollständig investiert. Mit dem einzuwerbenden Kapital aus der neuen Emission „Kapitalerhöhung 2021“ beabsichtigt die Emittentin, sich an weiteren Solar- und Windenergieanlagen zu beteiligen. Nach Angaben der Geschäftsführung der Emittentin ist derzeit geplant, als Nächstes unter anderem in ein Portfolio aus Solar-Dachanlagen in Italien, einen deutschen Windpark und eine Gesellschaft mit drei Solaranlagen in Deutschland zu investieren.

Initiatorin und Leistungsbilanz

Die gemeinsamen Initiatoren des Angebotes sind die Grüne Sachwerte – Gesellschaft für ökologisches Investment mbH und die CAV Partners AG. Anbieterin und Emittentin ist die CAV Sonne und Wind VIII GmbH & Co KG aus Zeitlarn bei Regensburg. Als Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin (und deren Tochtergesellschaft) fungiert die CAV Verwaltungs GmbH. Ihre alleinige Gesellschafterin ist die CAV Partners AG mit Sitz in Regensburg, beide in 2017 gegründet.


Vorstände CAV (v.l.): Andreas Roth und Thomas Hartauer

Im April hat die CAV Partners Gruppe ihre aktuelle Leistungsbilanz (Stand: 31. März 2021) veröffentlicht. Demnach hat sie mittlerweile 15 Beteiligungsangebote und eine Serie von zehn Nachrangdarlehen platziert. Die Zinszahlungen an die Nachrangdarlehensgeber erfolgten laut Leistungsbilanz bisher pünktlich und plangemäß. Bei acht der 15 Beteiligungsangebote standen plangemäß erste Ausschüttungen an die Anleger an, die jeweils in der prognostizierten Höhe erfolgten. Die Laufzeiten aller Beteiligungen sind noch nicht beendet, so dass die Aussagekraft der Leistungsbilanz noch beschränkt ist. Bei den 15 Angeboten investieren die Emittentinnen jeweils in mehrere Wind- und/oder Solarbeteiligungen. Insgesamt betreut und verwaltet die CAV Partners Gruppe inzwischen über 35 Millionen Euro Anlegervermögen, das in mehr als 90 verschiedene Wind- und Solarbeteiligungen investiert ist.

Die Geschäftsführer bzw. Vorstände der drei CAV-Unternehmen sind jeweils Thomas Hartauer und Andreas Roth. Sie halten zudem je 50 Prozent der Gesellschaftsanteile der CAV Partners AG. Thomas Hartauer (Jahrgang 1976) ist seit 22 Jahren im Bereich Kapitalmarkt tätig. Von 2008 bis Dezember 2016 war er Vorstand und Geschäftsführer der Lacuna-Unternehmensgruppe, hat dort den Bereich Erneuerbare Energien aufgebaut und zahlreiche Wind- und Solarprojekte verantwortet, die erfolgreich bei Kapitalanlegern platziert wurden.

Andreas Roth (Jahrgang 1970) ist seit 26 Jahren als Berater im Kapitalmarktbereich Erneuerbare Energien tätig. Er legte selbst Produkte im Bereich der Erneuerbaren Energien und des Zweitmarktes auf, ist Gründer und Vorstand einer Energiegenossenschaft sowie Beiratsmitglied bei zahlreichen Wind- und Solarparkgesellschaften.


Geschäftsführer der Grüne Sachwerte: Michael Horling

Gründungs- und Treuhandkommanditistin der Emittentin ist die Grüne Sachwerte – Gesellschaft für ökologisches Investment GmbH aus Bremen. Ihr Gesellschafter und Geschäftsführer Michael Horling (Jahrgang 1979) hat nach Abschluss seines deutsch-französischen Wirtschaftsstudiums unter anderem sechs Jahre bei einem grünen Wertpapierhandelshaus gearbeitet, bevor er 2012 Grüne Sachwerte gründete, die ökologische Geldanlagen mit Sachwertbezug vermittelt sowie inzwischen auch selbst nachhaltige Kapitalanlagen – eigenständig und mit Partnern – auflegt.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: 4,29 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 4,165 Millionen Euro (97,1 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Agio: 0,125 Millionen Euro (2,9 Prozent)

Bis März 2021 wurde ein Eigenkapitalvolumen von 1,165 Millionen Euro platziert. Die Gesellschafterversammlung der Emittentin hat am 29. März 2021 beschlossen, das Kommanditkapital um bis zu weitere 3,0 Millionen Euro auf bis zu 4,165 Millionen Euro zu erhöhen. Bei dem Beteiligungsangebot CAV Sonne und Wind VIII –
Kapitalerhöhung 2021 – handelt es sich um ein Private Placement (Privatplatzierung), das maximal 20 Anleger zeichnen können. Für das erste Angebot hatte die Emittentin ein 80-seitiges Memorandum erstellt, das für die aktuelle Emission um 21 Seiten ergänzt wurde.

Nach Abschluss der Eigenkapital-Platzierungsphase kann die Emittentin Fremdkapital aufnehmen. Darüber entscheidet auf Beschlussvorschlag der Geschäftsführung die Gesellschafterversammlung mit einfacher Mehrheit. In der Regel bestehen Bankfinanzierungen auf Ebene der Solar- und Windenergie-Projektgesellschaften.

Nebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 3,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 3,0 Prozent
Konzeption, Emissionsunterlagen und Marketing: 0,5 Prozent
Gesamtweichkosten: 6,5 Prozent

Das Agio beträgt bis zu 3 Prozent. Die Komplementärin erhält für Prüfung, Aufbau und Verwaltung des Projektportfolios eine Vergütung von 4 Prozent des Kaufpreises zzgl. eventuell anfallender Umsatzsteuer.

Laufende Kosten

Geschäftsführung (pro Jahr): 0,6 Prozent des Kommanditkapitals
Treuhänderin (pro Jahr): 0,23 Prozent des Kommanditkapitals

Die laufenden Kosten auf Ebene der Emittentin und ihrer Tochtergesellschaft sind vergleichsweise gering. Bei den Projektgesellschaften entstehen in der Regel laufende Kosten unter anderem für Wartung und Instandhaltung, kaufmännische und technische Betriebsführung und Pacht und Versicherungen.

Laufzeit und Auszahlungen

Laufzeit: bis 31. Dezember 2029
Gesamtauszahlung (Prognose): 138,7 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
Schlussauszahlung 2029 (Prognose): 100 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR):  ca. 3,8 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die Gesellschafterversammlung kann die Laufzeit mit einer Dreiviertel-Mehrheit aller Stimmen über Ende 2029 hinaus verlängern. Eine Auflösung der Emittentin vor Ende 2029 erfordert einen Gesellschafterbeschluss mit einer Dreiviertel-Mehrheit sowie die Zustimmung der Komplementärin.


CAV setzt auf Energie aus Wind und Sonne. / Foto: Ryan Tasto

Einem Anleger, der bis Ende Juni 2021 seine Kommanditeinlage einzahlt, steht für das Geschäftsjahr 2021 eine Auszahlung zu, die 40 Prozent der eines Alt-Gesellschafters beträgt. Bei einer Einzahlung zwischen Anfang Juli und Ende Oktober 2021 erhält der neue Gesellschafter für das Geschäftsjahr 2021 20 Prozent der Auszahlungen eines Alt-Gesellschafters.

Der im Memorandum dargestellte prognostizierte Auszahlungsverlauf sieht für den Zeitraum 2021 bis 2028 jährliche Auszahlungen von 4,3 Prozent des Kommanditkapitals an die Anleger vor. Die Treuhänderin und die Komplementärin erhalten eine Erfolgsvergütung für ein abgelaufenes Jahr, wenn die Auszahlung an die Anleger in dem Jahr über 3,0 Prozent liegt. Die Erfolgsvergütung beträgt für die Komplementärin 15 Prozent und für die Treuhänderin 5 Prozent des Betrags, der die Auszahlung von 3,0 Prozent übersteigt. Die niedrige Erfolgsvergütungs-Schwelle ist in diesem Fall akzeptabel, da die – nicht erfolgsabhängigen – laufenden Vergütungen für die Komplementärin und die Treuhänderin gering sind.

Bei Wind- und Solarparkstandorten können langfristige Pachtverträge vorliegen, die einen Weiterbetrieb der Anlagen über 20 Jahren hinaus ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist jeweils, dass ein Weiterbetrieb oder ein Repowering wirtschaftlich sind und eine Genehmigung dafür erteilt wird. Damit kann sich der Wert des Portfolios der Emittentin erhöhen. Sollte in der Folge die Schlussauszahlung am Laufzeitende die prognostizierten 100 Prozent übersteigen, so gehen die darüber liegenden Zahlungen zu 80 Prozent an die Anleger und nur zu insgesamt 20 Prozent an die Komplementärin  und die Treuhänderin.

Investitionen

Die Emittentin plant, mittelbar über ihre Tochtergesellschaft CAV S+W 8. Betriebs GmbH & Co KG in Projektgesellschaften zu investieren, die Wind- und Solarenergieanlagen betreiben.

Die Emittentin investiert gemäß den Investitionskriterien mittelbar zu mindestens 60 Prozent in Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland. Zudem sind Investitionen in Solar- und Windprojekte in ausgewählten Ländern Europas vorgesehen. Der Auslandsanteil im Portfolio kann gemäß den Investitionskriterien bis zu 40 Prozent betragen, geplant sind nach Angaben der Geschäftsführung eher 20 bis 30 Prozent. Das insgesamt angestrebte Portfolio besteht aus mindestens 25 Prozent Windenergie sowie mindestens 40 Prozent Solarenergie. Ziel ist der Aufbau eines breitgemischten Portfolios mit mittelbar 10 bis 20 Beteiligungen an Wind- und Solarparks.

Die Wind- und Solaranlagen sollen überwiegend eine langjährige Ertragshistorie aufweisen. In Einzelfällen kann die Emittentin mittelbar in Energieanlagen investieren, die noch in der Bauphase sind, aber über alle notwendigen Genehmigungen verfügen. Die Vergütungen der Anlagen sollen gemäß Investitionskriterium nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), einem vergleichbaren Gesetz im Ausland oder mittels PPA (Power Purchase Agreement, Stromliefervertrag) geregelt sein.

Bisher hat sich die Tochtergesellschaft der Emittentin für zusammen rund 910.000 Euro an vier Wind- und sechs Solar-Gesellschaften beteiligt. Die Solargesellschaften betreiben Photovoltaikanlagen an insgesamt 18 Standorten. Ein Standort ist in Frankreich, 17 sind in Deutschland (Bayern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen). Die Solaranlagen gingen zwischen 2009 und 2013 in Betrieb, so dass die gesetzlichen Einspeisevergütungen zwischen 2029 und 2033 enden werden. Bei den Solaranlagen von drei der Solar-Gesellschaften kommen Dünnschichtmodule von First Solar zum Einsatz, bei den anderen kristalline Solarmodule.


Die CAV S+W 8. Betriebs GmbH & Co KG ist bislang in 22 Windkraftanlagen investiert. / Foto: Waldemar Brandt

Die Windparks mit zusammen 22 Anlagen befinden sich an  fünf Standorten in Deutschland, verteilt auf die Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Dabei kommen unterschiedlichen Anlagentypen von Vestas (17) und Enercon (5) zum Einsatz. Die Beteiligungen stammen nach Angaben der Emittentin von verschiedenen Emissionshäusern und haben an den unterschiedlichen Standorten auch jeweils andere Betriebsführer, so dass auch diesbezüglich das Risiko gestreut ist. Die neueren Windenergieanlagen des Bestandsportfolios gingen nach einem Repowering 2016 und 2019 in Betrieb. Die beiden älteren Windparks des Portfolios nahmen 2003 und 2005 die Stromproduktion auf. Auch bei diesen Windparks werden nach Angaben der Emittentin Repowering-Möglichkeiten und Weiterbetriebsszenarien aktuell geprüft.

Bis zu maximal 40 Prozent ihres Kapitals kann die Emittentin in Solar- und Windstandorte im europäischen Ausland (Nord-, Mittel-, West- und westliches Südeuropa) investieren. Es ist noch nicht entschieden, in welchen Ländern die Emittentin investieren wird. Nach Angaben der Geschäftsführung stehen aber derzeit einige Länder besonderes im Fokus ihrer Standort-Analysen und Planungen. Dabei handele es sich um Frankreich (Wind und Solar), Spanien (Solar), Italien (Solar) und Großbritannien (Wind). Aber auch andere Länder, beispielsweise die Benelux-Staaten (Solar) oder die skandinavischen Länder (Wind) kommen in Frage.

Durch die Einbeziehung von Solar- und Windstandorten in ausländischen Märkten ist eine noch breitere Risikostreuung möglich, beispielsweise hinsichtlich der politischen Risiken. Zudem erhöhen sich mit der Einbeziehung auch die Anzahl der Investitionsmöglichkeiten für die Emittentin. Diesen Vorteil bietet auch ein weiteres Investitionskriterium, das im Vergleich zum Vorgängerangebot neu ist: Bis zu jeweils 10 Prozent kann die Emittentin in Aktien oder Spezialfonds investieren, die ihrerseits in Erneuerbare Energieprojekte investieren. Schon bei den Vorgängerangeboten konnte CAV in der Regel das von Anlegern eingeworbene Eigenkapital zügig investieren.
Die Emittentin wird – mittelbar über ihre Tochtergesellschaft – in der Regel Minderheitsbeteiligungen an den Projektgesellschaften eingehen. Somit ist es möglich, dass in der Gesellschafterversammlung Entscheidungen gegen die Interessen der Emittentin getroffen werden, beispielsweise bei der Entscheidung für oder gegen ein Repowering. Das Eingehen von Minderheitsbeteiligungen auf dem Zweitmarkt ermöglicht es der Emittentin andererseits aber auch, das Kapital in zahlreiche Projekte zu investieren, um so eine breite Risikostreuung zu erreichen.

Ökologische Wirkung

Die Emittentin investiert mittelbar in Wind- und Solarenergieanlagen. Solar- und Windenergieanlagen haben eine positive ökologische Wirkung: Die energetische Amortisationszeit von Windenergieanlagen liegt bei weniger als zehn Monaten, die von Solaranlagen bei weniger als zwei bis drei Jahren. In dieser Zeit erzeugen die Anlagen die Energiemenge, die bei Herstellung, Transport und Wartung der Anlagen verbraucht wird.

Es ist in Einzelfällen möglich, dass die Emittentin in Projektgesellschaften investiert, deren Wind- und Solarparks noch nicht errichtet sind. In diesen Fällen besteht eine direkte ökologische Wirkung. Voraussichtlich wird die Emittentin aber in der Regel in Wind- und Solarparks investieren, die bereits mehrere Jahre in Betrieb sind. Bei den Windparks, bei denen sich die Emittentin mittelbar bereits beteiligt hat,  ist ein Repowering bereits in zwei Fällen erfolgt und bei den zwei anderen Windparks in der Prüfung. Das Repowering eines Windparks ist in der Regel unter ökologischen Gesichtspunkten positiv zu bewerten, da beim Ersetzen von alten Anlagen durch neue Windenergieanlagen der Stromertrag steigt und gleichzeitig meist die Anzahl der Anlagen sinkt.

Risiko

Die Emittentin investiert mittelbar über ihre Tochtergesellschaft in Solar- und Windenergieanlagen, die voraussichtlich in der Regel bereits mehrere Jahre lang Strom ins Netz einspeisen. Bei diesen Anlagen bestehen daher keine Fertigstellungsrisiken. Baurisiken können entstehen, falls die Emittentin in Einzelfällen in neu zu errichtende Anlagen investiert. Oder wenn bestehende Anlagen, in die die Emittentin investiert hat, während der Laufzeit repowert werden. Gemäß den Investitionskriterien müssen bei den Energieanlagen, an denen sich die Emittentin beteiligt, alle notwendigen Genehmigungen vorliegen. Die Anlagen des Bestandsportfolios der Emittentin sind alle bereits in Betrieb.


CAV will zu mindestens 40 Prozent in Solaranlagen investieren. / Foto: Andreas Gucklhorn

Bei der Investition in laufende Solar- und Windenergieanlagen liegen in der Regel fundierte, langjährige Stromertragsdaten für eine zuverlässige und marktgerechte Bewertung der jeweiligen Gesellschaftsanteile vor. Trotzdem besteht grundsätzlich das Risiko, dass die Tochtergesellschaft der Emittentin einen zu hohen Kaufpreis für die Anteile zahlt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass zum Zeitpunkt der Kaufpreisfindung nicht alle relevanten Projektinformationen vorlagen.

Bis zu maximal 40 Prozent der Gesamtinvestitionen können in Solar- und Windenergieanlagen außerhalb Deutschlands erfolgen, so dass teilweise Auslandsrisiken und erhöhte Rechtsrisiken bestehen können. Falls Investitionen auch in Anlagenstandorte außerhalb des Euroraums erfolgen, können Währungsrisiken und -chancen entstehen. Grundsätzlich besteht im In- und Ausland das Risiko, dass der Wind weniger stark weht und die Sonne weniger scheint als erwartet und die Stromerträge in der Folge unter der Prognose liegen. Zudem bestehen auf Ebene der Projektgesellschaften in der Regel weitere marktübliche Risiken, die mit dem Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise rückwirkende Kürzungen von Einspeisevergütungen oder Zahlungsausfälle bei PPA-Stromabnehmern.

Ein großer Teil der geplanten Auszahlungen an die Anleger soll durch den Verkauf der Beteiligungen am Ende der geplanten Laufzeit (2029) erwirtschaftet werden. Es besteht das Risiko, dass die Verkaufserlöse geringer ausfallen als prognostiziert. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn das Zinsniveau am Ende der geplanten Laufzeit deutlich über dem aktuell sehr niedrigem Zinsniveau liegen sollte.

Stärken

  • Breite Streuung der Investitionen über zahlreiche Standorte und zwei Energiearten
  • Umfangreiches Bestandsportfolio vorhanden
  • Erfahrene Geschäftsführer
  • Anlagen bei Erwerb in der Regel bereits im Betrieb
  • Günstige Kostenstruktur der Emittentin

Chancen

  • Verkaufserlös für die Projekte höher als prognostiziert
  • Höhere Stromerträge als kalkuliertSchwächen

Schwächen

  • Investitionen stehen teilweise noch nicht fest
  • Teilweise Bauherrenrisiken möglich

Risiken

  • Geringere Stromerträge als erwartet
  • Verkaufserlös für die Projekte geringer als kalkuliert

Fazit:

Finanziell

Beim Ankauf von Anteilen an bestehenden Energieanlagen  auf dem Zweitmarkt liegen in der Regel langjährige Erfahrungswerte für die Anlagen vor. Damit sind die zukünftigen Stromerträge zuverlässiger zu prognostizieren. Die aktuelle, positive Leistungsbilanz von CAV Partners zeigt, dass die Unternehmensgruppe mit ihrer erfahrenen Geschäftsführung einen guten Marktzugang hat. Zum Platzierungsstart der Kapitalerhöhung verfügt die Emittentin bereits über ein breit diversifiziertes Beteiligungs-Portfolio und ist in zahlreichen Solar- und Windenergieanlagen investiert.

Der CAV Sonne und Wind VIII wird zudem voraussichtlich über eine (noch) breitere Risikostreuung als die Vorgängerangebote verfügen, da er im höheren Umfang in Standorte im europäischen Ausland investieren wird. Gleichwohl bleibt der Schwerpunkt der Investitionen eindeutig Deutschland. Auch eine Beimischung von Aktien und Anteilen an Spezialfonds ist möglich. Der erweiterte Beteiligungsradius kann das Portfolio des Fonds voraussichtlich stabilisieren. Vorsichtigerweise wurde die Renditeprognose im Vergleich zu den Vorgängerangeboten reduziert. Damit ist auch die Schwelle geringer, ab der eine Erfolgsvergütung der Komplementärin erfolgt. Aufgrund der günstigen Kostenstruktur des CAV Sonne und Wind VIII ist aber auch eine vorsichtig kalkulierte Renditeerwartung so hoch, dass sie im derzeitigen Marktumfeld angemessen ist.

Nachhaltigkeit

Solar- und Windenergieanlagen erzeugen Strom nachhaltig. Eine zusätzliche positive ökologische Wirkung ergibt sich bei den getätigten und weiterhin möglichen Investitionen in Repowering-Projekte.

ECOreporter.de-Empfehlung

Die CAV Sonne und Wind VIII verfügt mittelbar über ein breit gestreutes Portfolio an Solar- und Windpark-Beteiligungen. Sie hat damit vor dem Platzierungsstart der Kapitalerhöhung 2021 ihr anfängliches Investitionskonzept erfolgreich umgesetzt, so dass Risiken für neue Anlegerinnen und Anleger verringert sind. Das Verhältnis zwischen erwarteter Rendite und Risiko des Beteiligungsangebotes ist angemessen bis attraktiv.

Basisdaten

Emittentin und Anbieterin:
CAV Sonne und Wind VIII GmbH & Co KG, Zeitlarn bei Regensburg

Komplementärin und Geschäftsführerin:
CAV Verwaltungs GmbH, Zeitlarn bei Regensburg

Treuhänderin:
Grüne Sachwerte – Gesellschaft für ökologisches Investment GmbH, Bremen

Beteiligungsform: Treugeber oder Direktkommanditist

Währung: Euro

Gesamtfinanzierungsvolumen:
4,29 Millionen Euro

Eigenkapitalvolumen (ohne Agio):
4,165 Millionen Euro

Mindestzeichnungssumme:
50.000 Euro

Agio: bis zu 3,0 Prozent

Laufzeit: bis 31. Dezember 2029

BaFin-Prospektbilligung: Nein

Leistungsbilanz: Ja

Haftsumme: 1 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent der Kommanditeinlage (Innenverhältnis)

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