ECOanlagecheck, Windenergie-Investments, Solarenergie-Investments

Unabhängige Analyse: Der Publikums-AIF ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 im ECOanlagecheck

Der Fonds „ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14“ plant, in Solaranlagen und Windkraftanlagen zu investieren. Schwerpunktmäßig sind Standorte in Deutschland vorgesehen. Anlegerinnen und Anleger können sich ab 10.000 Euro an dem Publikumsfonds beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das grüne Beteiligungsangebot.

Der Fonds, ein Publikums-Alternativer Investmentfonds (AIF), investiert gemäß den Investitionskriterien mittelbar zu mindestens 40 Prozent in Photovoltaikanlagen und zu mindestens 20 Prozent in Windenergieanlagen, jeweils in Europa. Nach Angaben der Fondsinitiatorin ÖKORENTA sind kalkulatorisch ein Windenergieanteil von 59 Prozent und ein Photovoltaikanteil von 41 Prozent vorgesehen. Aufgrund der Marktentwicklung in diesem Jahr geht die Initiatorin aber derzeit davon aus, dass der Solaranteil im finalen Portfolio über dem Windenergieanteil liegen wird.

Die Beteiligungen des Fonds stehen noch nicht fest, so dass diese nicht beurteilt werden können. Unter anderem die Auswahl der Projekte, die Anzahl der Beteiligungen und die Höhe der Stromerlöse und der Betriebskosten beeinflussen das wirtschaftliche Ergebnis des Fonds. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den (mittelbaren) Verkauf der Anteile an den Wind- und Solarparks am Ende der Laufzeit des Publikums-AIF erwirtschaftet werden.

Fondsinitiatorin und Leistungsbilanz

Anbieterin und Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) des Fonds ist die Auricher Werte GmbH. Alleingesellschafterin der im Frühjahr 2018 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassenen KVG ist die ÖKORENTA Invest GmbH.

ÖKORENTA ist als eines der Pionier-Unternehmen bereits seit 1999 im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlagen tätig. Seit 2005 bietet es eigene Fonds an und hat bislang zwölf Portfoliofonds (Zweitmarktfonds), die in Wind- und Solarenergie investierten, und zwei andere Fonds (Ansparfonds, Private Equity-Fonds) auf den Markt gebracht. In diesem Jahr folgte erstmals die Platzierung eines Fonds, der in Ladeinfrastruktur für Elektroautos investiert. Das mit den Fonds insgesamt platzierte Eigenkapital beträgt nach Angaben der Initiatorin rund 320 Millionen Euro.

Laut ÖKORENTA-Performancebericht 2020 (Stand: 31.10.2021) liegen bei den neun Publikums-Portfoliofonds, die bereits Auszahlungen an Anlegerinnen und Anleger geleistet haben, die Auszahlungen zweimal im Plan, zweimal über Plan und in fünf Fällen unter der Prospektprognose. Letzteres gilt insbesondere für die drei zuerst aufgelegten Fonds, in deren Laufzeit es mehrere schwache und sehr schwache Windjahre in Deutschland gab. Für das Geschäftsjahr 2020 haben – Stand Ende Oktober 2021 – die neun Fonds gemessen am Kommanditkapital im Durchschnitt rund 11 Prozent an die Anlegerinnen und Anleger ausgezahlt. Die Gesamtauszahlungen der ersten vier aufgelegten Fonds liegen laut Angaben der Initiatorin inzwischen über 100 Prozent (rund 114, 111, rund 105, 143 Prozent).

Die Laufzeiten aller Fonds sind noch nicht beendet, sodass es sich um Zwischenstände handelt. Ein wirtschaftlicher Erfolg der Fonds ist erst nach deren Auflösung komplett ersichtlich. Die geplanten Laufzeiten der ersten sechs Portfoliofonds enden zwischen 2022 und 2024.

Basisdaten

Kapitalverwaltungsgesellschaft und Anbieterin: Auricher Werte GmbH, Aurich
Fondsgesellschaft (AIF): ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 geschlossene Investment GmbH & Co. KG, Aurich
Komplementärin: ÖKORENTA Verwaltungs GmbH, Aurich
Treuhänderin: SG-Treuhand GmbH, Aurich
Verwahrstelle: BLS Verwahrstelle GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg
Beteiligungsform: Treugeber, Umwandlung in Direktkommanditist möglich

Währung: Euro

Gesamtfinanzierungsvolumen: 42,0 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 40,0 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 10.000 Euro
Agio: 5 Prozent (Typ A), 2 Prozent (Typ B)
Grundlaufzeit: bis zum 31. Dezember 2034
BaFin-Billigung: Ja
Leistungsbilanz: Ja
Sensitivitätsanalyse: Ja
Haftsumme: 0,1 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent der Kommanditeinlage (Innenverhältnis)

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: bis zu 42,0 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 40,0 Millionen Euro (95,2 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Ausgabeaufschlag (Agio): bis zu 2,0 Millionen Euro (4,8 Prozent)

Das Eigenkapitalvolumen kann um weitere bis zu 60 Millionen Euro auf insgesamt bis zu 100 Millionen Euro erhöht werden. Eine Platzierungsgarantie besteht nicht, sie war bei den Vorgängerprodukten aber auch nicht erforderlich: Die fünf vorherigen Portfoliofonds konnte die Initiatorin jeweils mit einem erhöhten Eigenkapitalvolumen vollständig platzieren. Eine Aufnahme von Fremdkapital durch den AIF ist konzeptionsgemäß nicht vorgesehen. In der Regel bestehen aber Fremdfinanzierungen auf Ebene der Zielgesellschaften, die Windenergie- oder Solaranlagen betreiben.


Windpark von ÖKORENTA in Emlichheim in Niedersachsen. / Foto: ÖKORENTA

Fondsnebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: bis zu 5,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 6,0 Prozent
Konzeption, Gründungs- und sonstige Kosten: 1,4 Prozent
Gesamtweichkosten: bis zu 12,4 Prozent

Das Agio beträgt in der Regel 5,0 Prozent (Typ A). Für Anlegerinnen und Anleger, die einen Anteil der ÖKORENTA-Portfoliofonds I, III und VI halten bzw. gehalten haben, gilt ein reduziertes Agio von 2,0 Prozent (Typ B). Diese drei Fonds erreichen nach Angaben der Initiatorin ihre Regellaufzeit Ende 2022.

Voraussichtlich gibt es auch auf Ebene der Zielfonds Nebenkosten, deren Höhe aber nicht feststeht, da der Publikums-AIF noch keine Zielfonds (mittelbar) erworben hat. Für die Auswahl und Anschaffung der Zielfonds erhält die Spezial-AIF-KVG (laut Prospekt voraussichtlich die Publikums-AIF-KVG Auricher Werte GmbH) Vergütungen von bis zu 5 Prozent der Kaufpreise für die Zielfonds.

Laufende Kosten

Kapitalverwaltungsgesellschaft (pro Jahr): bis zu 1,12 Prozent
Komplementärin (pro Jahr): 0,03 Prozent
Treuhänderin (pro Jahr): bis zu 0,35 Prozent
Verwahrstelle (pro Jahr): bis zu 0,12 Prozent

Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Bemessungsgrundlage. Als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der laufenden Vergütungen gelten laut Prospekt der durchschnittliche Nettoinventarwert des AIF im jeweiligen Geschäftsjahr und die bis zum jeweiligen Berechnungsstichtag von der Gesellschaft an die Anlegerinnen und Anleger geleisteten Auszahlungen. Die Bemessungsgrundlage ist auf maximal 100 Prozent des gezeichneten Kommanditkapitals begrenzt, sodass ein darüber liegender Nettoinventarwert die laufenden Vergütungen nicht erhöht. Der Nettoinventarwert wird voraussichtlich vor allem von dem Wert der erworbenen Windenergie- und Solaranlagen beeinflusst.

Zusammen mit weiteren laufenden Kosten, unter anderem für die Erstellung und Prüfung des Jahresberichtes und für die externe Bewertung der Investitionen, beträgt die Gesamtkostenquote gemäß den wesentlichen Anlegerinformationen (WAI) schätzungsweise bis zu 2,88 Prozent pro Jahr. Die Prognoserechnung sieht – bei einer prospektierten Eigenkapitalplatzierung von 40 Millionen Euro – nach Abschluss der Investitionsphase Betriebskosten auf Ebene des Publikums-AIF und zweier Investmentgesellschaften (Spezial-AIFs) von zusammen rund 700.000 Euro pro Jahr vor. Das entspricht rund 1,8 Prozent des geplanten Eigenkapitalvolumens.

Der Publikums-AIF investiert mittelbar über Spezial-AIFs in Zielfonds. Auf Ebene der Zielfonds fallen in der Regel unter anderem laufende Kosten für Wartung, Betriebsführung, Pacht und Versicherungen an, die nach Angaben der Initiatorin bei der Kalkulation berücksichtigt sind.

Laufzeit und Auszahlungen

Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2034 (Grundlaufzeit)
Gesamtauszahlung (Prospektprognose): 158,1 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
Schlussauszahlung 2034 (Prospektprognose): 118,6 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR): ca. 4 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die Gesellschafterversammlung kann die Verlängerung der Grundlaufzeit einmalig um bis zu drei Jahre beschließen. Die Verlängerung ist zulässig, wenn wirtschaftliche (z. B. erwartete Wertsteigerung), rechtliche oder steuerliche Gründe für eine spätere Auflösung des Fonds sprechen. Die Gesellschafterversammlung entscheidet mit einer notwendigen Mehrheit von mindestens 75 Prozent der abgegebenen Stimmen darüber, ob ein zulässiger Grund für eine Verlängerung vorliegt und die Grundlaufzeit verlängert wird. Eine Auflösung des Fonds vor dem Ende der Grundlaufzeit erfordert ebenfalls einen Gesellschafterbeschluss mit einer qualifizierten Mehrheit von mindestens 75 Prozent. Wenn eine Anlegerin oder ein Anleger der Treuhänderin keine Weisung erteilt, übt diese laut Treuhand- und Verwaltungsvertrag deren Stimmrecht nach pflichtgemäßem Ermessen im Interesse der Anlegerin oder des Anlegers aus. Diese können laut Gesellschaftsvertrag zum Ende eines Jahres ihren Gesellschaftsanteil an einen Dritten übertragen, wenn die Komplementärin zustimmt und die ÖKORENTA GmbH ihr Vorkaufsrecht nicht ausübt.

Wenn die Anlegerinnen und Anleger Auszahlungen in Höhe ihrer Einzahlungen (100 Prozent) und darüber hinaus Auszahlungen in Höhe einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 4,75 Prozent pro Jahr erhalten haben, erhält die KVG von allen weiteren Auszahlungen 30 Prozent als erfolgsabhängige Vergütung.

Investitionen

Die Anlagebedingungen sehen vor, dass der Publikums-AIF zu mindestens 40 Prozent in Photovoltaikanlagen in Europa und zu mindestens 20 Prozent in Windenergieanlagen an Land in Europa investiert. Dabei müssen die Windkraftanlagen eine Nennleistung von jeweils mindestens 1,0 Megawatt (MW) aufweisen. Die Leistung der zu erwerbenden Solaranlagen darf jeweils nicht unter 0,75 MW liegen.


Solarpark Burhafe im Landkreis Wittmund, Niedersachsen. / Foto: ÖKORENTA

Der Fonds darf auch außerhalb Europas investieren. Investitionen in Bereiche außerhalb von Wind und Solar, beispielsweise in Wärmenetze, Elektromobilität, Energiespeicher und Biogasanlagen, sind laut Prospekt möglich, aber nach Angaben der KVG derzeit nicht vorgesehen. Allerdings könnten nach Einschätzung der KVG Windkraftanlagen oder Photovoltaikanlagen, die mit einem Energiespeicher kombiniert werden, zukünftig als Investition für den Fonds in Frage kommen.

Der AIF investiert gemäß Anlagestrategie mittelbar, indem er Anteile an – geplant: mindestens zwei – geschlossenen inländischen Spezial-AIFs erwirbt. Diese Spezial-AIFs beteiligen sich an Zielfonds, die Erneuerbare-Energien-Anlagen betreiben. Zum Zeitpunkt der Prospekterstellung hat sich der Publikums-AIF noch nicht an Spezial-AIFs beteiligt, sodass auch die Zielfonds noch nicht feststehen. Laut Prospekt ist vorgesehen, dass die Spezial-AIFs Fondskapital reinvestieren und somit nach Beendigung der Investitionsphase wieder neu anlegen. Es ist auch möglich, dass Anteile von anderen (bald beendeten) ÖKORENTA-Portfoliofonds erworben werden.

Die drei ersten Portfoliofonds der Initiatorin, die zwischen 2005 und 2008 aufgelegt wurden und unter Prospektprognose liegen, hatten (fast) ausschließlich in Windenergieanlagen in Deutschland investiert. Solar-Beteiligungen waren zu der Zeit noch kaum verfügbar. Eine breitere Streuung der Investitionen kann das Portfolio stabilisieren, wenn der Wind in einem Jahr schwächer weht.

In den letzten Jahren hat die Initiatorin den Solaranteil in ihren Portfolienfonds zunehmend stärker gewichtet. So beträgt der Photovoltaikanteil (gemessen an den Investitionskosten) nach Angaben der Initiatorin bei dem vollinvestiertem Fonds Erneuerbare Energien 11 rund 50 Prozent. Beim Vorgängerfonds Erneuerbare Energien 12, der nahezu vollinvestiert ist, wird der Solaranteil nach Angaben der Initiatorin voraussichtlich bei rund 63 Prozent liegen. Auf Basis ihrer aktuellen Ankäufe in diesem Jahr und den weiteren Kauf-Anbahnungen geht die Initiatorin auch für den vorliegenden Fonds ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 von einem Solaranteil von über 50 Prozent aus.

Der Fonds Erneuerbare Energien 14 soll mittelbar in zahlreiche Beteiligungen an Energieparks investieren, um ein breit gestreutes und risikogemischtes Portfolio zu erreichen. Bei den auf dem Zweitmarkt angebotenen Windenergieprojekten besteht oftmals die Möglichkeit eines (späteren) Repowerings. Der aktuelle Publikums-AIF wird aber nach Einschätzung der Initiatorin voraussichtlich hauptsächlich in neue Energieparks investieren, die zum Ende der geplanten Laufzeit des Publikums-AIF noch hohe Verkaufserlöse erbringen können. Diese Investitionsstrategie ist auch anhand der Auszahlungsprognose zu erkennen, die geringere laufende Auszahlungen und dafür eine hohe Schlussauszahlung für 2034 vorsieht.


ÖKORENTA-Windpark Emlichheim in Niedersachsen. / Foto: ÖKORENTA

Der Fokus auf neue Projekte erklärt teilweise auch den voraussichtlich höheren Solaranteil des Fonds, da der Zubau an neuen Windkraftanlagen in Deutschland seit 2018 insbesondere aufgrund der schwierigen genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen geringer ist. Im Bereich Windenergie liegt der Fokus nach Angaben der Initiatorin weiterhin grundsätzlich auf Anlagen in Deutschland. Die vier vorherigen ÖKORENTA-Portfoliofonds haben nach Angaben der Initiatorin nicht in Windparks außerhalb Deutschlands investiert.

Auch im Segment Photovoltaik wird der Schwerpunkt der Investitionen nach Einschätzung der Initiatorin auf Anlagen in Deutschland liegen. Bei den vorherigen Portfoliofonds 11 und 12 liegt der Auslands-Solaranteil zwischen 20 und 30 Prozent. Hierbei waren Solaranlagen in den USA ein Schwerpunkt. Für den aktuellen Publikums-AIF ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 setzt die Initiatorin nach eigenen Angaben dagegen zur Beimischung auf Solaranlagen-Standorte in Griechenland und Spanien. In Spanien sind bei neuen Projekten privatrechtliche Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreement, PPA) bereits der Regelfall. Auch aufgrund der hohen Strompreise werden PPAs zunehmend auch für Energieparks in Deutschland abgeschlossen.

Die ÖKORENTA-Gruppe hat inzwischen rund 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Kapitalmarkt für Erneuerbare-Energien-Anlagen. Im Rahmen ihrer Portfoliofonds hat die Initiatorin den Angaben nach bereits über 3.600 Anteilskäufe getätigt. ÖKORENTA erhält als sehr bekannte und vernetzte Marktakteurin nach eigenen Angaben kontinuierlich Angebote zum Kauf von Anteilen und Partnerschaftsangebote von Projektierern. Auch deswegen konnte sie bisher in der Regel das von Anlegerinnen und Anlegern eingeworbene Fondseigenkapital zügig investieren.

Ökologische Wirkung und Impact

Der Fonds Erneuerbare Energien 14 investiert mittelbar hauptsächlich in Solar- und Windenergieanlagen an Land. In den Fällen, in denen der Fonds in neue Anlagen investiert, hat das Anlegerkapital nicht nur eine indirekte, sondern eine direkte positive ökologische Wirkung.

Bei dem Fondsangebot handelt es sich um einen geschlossenen inländischen Publikums-AIF mit nachhaltigkeitsbezogenem Anlageziel. Er qualifiziert sich nach Angaben der Initiatorin gemäß der EU-Offenlegungsverordnung als Artikel 9-Produkt und als sogenannter „Dunkelgrüner Fonds“.

Konkret soll der Fonds einen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel Klimaschutz durch eine Reduzierung von CO2-Emissionen leisten. Dies gilt für mindestens 75 Prozent des investierten Kapitals. Investitionen des Fonds in Bankguthaben oder Investitionen der Spezial-AIFs in liquide Mittel tragen definitionsgemäß nicht zum Umweltziel bei. Die bereits vollinvestierten ÖKORENTA-Portfoliofonds haben nach Angaben der Initiatorin im Mittel im Jahr 2021, berechnet für eine Beteiligung von 20.000 Euro, 74.000 kWh sauberen Strom erzeugt und 83 Tonnen CO2 eingespart.

Der Fonds berücksichtigt laut Prospekt neben den ökologischen auch andere ESG-Faktoren bei Anlageentscheidungen, um Investitionen nachhaltiger zu machen. ESG steht für Environmental, Social und Governance. Beispielsweise erfolgen laut Prospekt nur Investitionen in Ländern, bei denen keine schwerwiegenden Verstöße gegen Demokratie und Menschenrechte bekannt sind.

Risiko

Baurisiken und teilweise Entwicklungsrisiken können bestehen, wenn der Fonds in neue Projekte, Repowering-Projekte und Projektrechte investiert. Dabei können Genehmigungsrisiken vorliegen. Insbesondere gestörte Lieferketten können zu höheren Baukosten und Projektverzögerungen führen. Das gestiegene Darlehenszins-Niveau kann zudem die Wirtschaftlichkeit von neuen Solar- und Windenergieprojekten verringern.


Windpark Neusustrum im Emsland. / Foto: ÖKORENTA

Beim Erwerb von bereits bestehenden Wind- oder Solarenergieanlagen liegen oftmals langjährige, aussagekräftige Erfahrungswerte vor, die eine zuverlässige und marktgerechte Bewertung der Anteile an Windpark- oder Solarpark-Gesellschaften ermöglichen. Trotzdem besteht grundsätzlich das Risiko, dass ein zu hoher Kaufpreis für die Zielfonds-Anteile gezahlt wird. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass zum Zeitpunkt der Kaufpreisfindung nicht alle relevanten Projektinformationen vorlagen.

Es besteht das Risiko, dass die Windmenge und/oder die Sonnenstunden geringer sind als erwartet und in der Folge die Stromerträge unter der Prognose liegen. Zudem bestehen auf Ebene der Zielgesellschaften voraussichtlich weitere Projektrisiken, die mit dem Betrieb von Windenergie- und Solaranlagen verbunden sind. Dazu zählen beispielsweise höherer Wartungsaufwand als geplant, rückwirkende Kürzungen von gesetzlichen Einspeisevergütungen oder Ausfälle von Vertragspartnern. Falls Investitionen auch in Anlagenstandorte außerhalb des Euroraums erfolgen, können Währungsrisiken und -chancen entstehen.

Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den Verkauf der ­Anteile an den Spezial-AIFs beziehungsweise der Gesellschaftsanteile an den Zielgesellschaften am Ende der Fondsaufzeit erwirtschaftet werden. Es besteht das Risiko, dass die Verkaufserlöse geringer ausfallen als prognostiziert. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn am Ende der geplanten Fondslaufzeit das Zinsniveau deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegt oder es zu langandauernden gesamtwirtschaftlichen Krisen kommen sollte.

Fazit:

Finanziell

Der Publikums-AIF ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 plant, mittelbar in Anteile von Zielfonds zu investieren, die Wind- und Solarenergieanlagen betreiben. Beim Ankauf von Gesellschaftsanteilen an Bestandsanlagen liegen in der Regel langjährige Erfahrungswerte vor, so dass die zukünftigen Stromerträge der Anlagen zuverlässiger prognostiziert werden können. Zudem verfügt ÖKORENTA über umfassende Kompetenzen, um auch bei Neubau-Projekten einen marktgerechten Einkaufspreis ermitteln zu können. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den (mittelbaren) Verkauf der Anteile an den Wind- und Solarparks am Ende der Fondslaufzeit erwirtschaftet werden. Da die mittelbaren Investitionen des Publikums-AIF noch nicht feststehen, können die Auszahlungen erheblich von der im Prospekt dargestellten beispielhaften Auszahlungsprognose abweichen.

Die bisherigen Portfoliofonds von ÖKORENTA konnten trotz mehrerer windschwacher Jahre bislang Auszahlungen für die Anlegerinnen und Anleger erwirtschaften, die im Durchschnitt über der Vorsteuer-Renditeprognose (IRR) des hier analysierten Angebots liegen. Der Erneuerbare Energien 14 wird zudem voraussichtlich über eine breitere Risikostreuung als die meisten seiner Vorgängerfonds verfügen, da er ungefähr zur Hälfte in Solaranlagen investieren will und ein höheres (geplantes) Eigenkapitalvolumen aufweist. Dadurch kann die Möglichkeit bestehen, mehr Einzelinvestments zu tätigen und das Portfolio des Fonds breiter aufzustellen.

Nachhaltigkeit

Windenergie- und Solaranlagen erzeugen Strom nachhaltig. Eine direkte positive ökologische Wirkung ergibt sich bei Investitionen in Neubau- und Repowering-Projekte.

ECOreporter-Empfehlung

Der ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 setzt die bewährte Portfoliofonds-Reihe fort. Die Ergebnisse der bisherigen ÖKORENTA-Portfoliofonds zeigen, dass das Konzept auch bei windschwachen Jahren funktionieren kann. Zudem kann die stärkere Gewichtung der Solarenergie im Fondsportfolio voraussichtlich zu mehr Stabilität führen. Das Verhältnis zwischen erwarteter Rendite und Risiko des Beteiligungsangebotes ist angemessen.

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