Die Warburg-Bank hatte sich jahrelang an Cum-Ex-Geschäften beteiligt. / Foto: Pixabay

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Warburg Invest AG bekommt neuen Besitzer

Nach nur fünf Jahren verkauft die Hamburger Privatbank M. M. Warburg ihre von der Nord/LB übernommene Fondsmanagement-Tochter Warburg Invest AG an den Schweizer Vermögensverwalter Bantleon.

Der Kaufvertrag ist nach Angaben der beteiligten Unternehmen bereits unterzeichnet, es fehlt allerdings noch die Zustimmung der deutschen und Schweizer Finanzaufsichtsbehörden. Die vom Namen her sehr ähnliche Warburg Invest KAGmbH soll weiterhin im Besitz der Bank bleiben.

Die Bank M. M. Warburg steckt tief im Sumpf des sogenannten Cum-Ex-Skandals. Dabei hatten sich Banken und Investoren jahrelang Steuern erstatten lassen, die sie nie gezahlt hatten. Die illegalen Praktiken kosteten den Staat Milliarden.

Was wusste Olaf Scholz?

Die Bank M.M. Warburg ist nicht das einzige Finanzinstitut, das sich an den Geschäften beteiligte. Allerdings gibt es eine brisante politische Komponente: Das Finanzamt Hamburg verzichtete 2016 darauf, bei der Bank eine Steuernachzahlung von 47 Millionen Euro einzufordern. Warburg-Eigentümer Christian Olearius hatte sich zuvor drei Mal mit dem damaligen Ersten Hamburger Bürgermeister und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz getroffen. Scholz streitet eine politische Einflussnahme ab und erklärte wiederholt, er erinnere sich nicht an den Inhalt der Gespräche.

Anfang 2021 hatte die kirchennahe Pax-Bank aus Köln ihre Zusammenarbeit mit Warburg beendet (ECOreporter berichtete hier).

Die christliche Steyler Ethik Bank aus Sankt Augustin hatte die Kapitalverwaltung ihrer Fonds Anfang 2022 von Warburg abgezogen.

Dirk Rogowski, Vorstandsmitglied der Warburg Invest AG, betont in einer Stellungnahme gegenüber ECOreporter, sein Unternehmen sei anders als die Warburg Invest KAGmbH nie in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt gewesen. 2022 sei ein ehemaliger Geschäftsführer der Warburg Invest KAGmbH wegen seiner Beteiligung an Cum-Ex-Transaktionen verurteilt worden.

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