Bloom Energy hat seine Produktionskapazitäten weiter ausgebaut. / Foto: Unternehmen

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Wasserstoffexperte Bloom Energy: Solide Zahlen, Massenfertigung ausgebaut

Der US-amerikanische Brennstoffzellen- und Wasserstoffhersteller Bloom Energy hat solide Zahlen für sein drittes Quartal vorgelegt, der Umsatz legte zu. Zudem eröffnete das Unternehmen ein weiteres Werk zur Serienfertigung sogenannter Hochtemperaturelektrolyseure.

Elektrolyseure sind Geräte zur Herstellung von grünem Wasserstoff mittels der Aufspaltung von Wasser. Die Hochtemperaturelektrolyse ist eine spezielle Art der Wasserstoffherstellung. Gegenüber anderen Methoden soll die Hochtemperatur-Variante laut Bloom Energy mit rund 15 Prozent weniger Strombedarf klare Effektivitätsvorteile bieten.

Zusammen mit der im Juli ebenfalls in den Vereinigten Staaten eröffneten "Gigafactory" besitzt Bloom Energy nun eine Produktionskapazität von 2 Gigawatt (GW). Nach eigener Aussage ist man damit das reine Wasserstoffunternehmen mit der weltweit größten Produktionskapazität bei Elektrolyseuren und hat etwa den norwegischen Konkurrenten Nel überholt. Finanziert wird die Produktionserweiterung insbesondere über eine zuletzt platzierte Kapitalerhöhung von rund 389 Millionen US-Dollar.

Partner in Südkorea

Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal von Bloom Energy fielen ordentlich aus. Seinen Umsatz steigerte das Unternehmen im Jahresvergleich von 207 auf 292 Millionen US-Dollar. Mit 57 Millionen Dollar fiel der Verlust nur wenig höher aus als im Vorjahr, als ein Minus von 52 Millionen Dollar zu Buche stand. Die Bruttomarge sank leicht von 21,2 auf 18 Prozent. Angesichts der aktuellen Belastungen etwa durch hohe Energiekosten schlägt sich Bloom Energy damit ordentlich in der Krise.

Die Einsatzfähigkeit der Hochtemperaturelektrolyseure für die Wasserstoffproduktion wird aktuell in den USA in Partnerschaft mit mehreren Unternehmen erprobt. International ist die Technologie bereits in Südkorea im Einsatz. Dort kooperiert Bloom Energy – ebenso wie der Wettbewerber Plug Power – eng mit dem koreanischen Mischkonzern SK Group. Dieser setzt Festoxidbrennstoffzellen von Bloom Energy zur autarken Stromversorgung ein.

Am Freitagnachmittag notierte die Bloom Energy-Aktie im Tradegate-Handel 6,3 Prozent im Plus zum Vortag bei einem Preis von 20,35 Euro (Stand: 4.11.2022, 14:34 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 16 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 36 Prozent an Wert verloren.

Bloom Energy ist eines der interessantesten Unternehmen im Wasserstoffsektor, in diesem Jahr will das Unternehmen beim Umsatz die Milliarden-Dollar-Grenze knacken. Dieses Ziel bestätigte das Unternehmen bei der Präsentation der Quartalszahlen erneut. Allerdings ist wie bei allen Firmen der Wasserstoffbranche auch bei Bloom Energy Vorsicht geboten. Der Wasserstoffmarkt ist immer noch erst in der Entstehung begriffen, Angebot und Nachfrage sind gleichermaßen limitiert.

Mehr zur Wasserstoffbranche erfahren Sie im ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Bloom Energy Corp. CL A:  ISIN US0937121079 / WKN A2JQTG

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