Protest gegen Kohle-Geschäfte von BlackRock. Der texanischen Regierung ist der Konzern trotz seiner milliardenschweren fossilen Investments immer noch zu grün. / Foto: imago images, vxg pictures

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Zu nachhaltig? Texas will ausgerechnet BlackRock boykottieren

Der US-Bundesstaat Texas hat zehn Finanzkonzerne als Feinde der fossilen Energiewirtschaft gebrandmarkt und will nur noch eingeschränkt Geschäfte mit ihnen machen.

Betroffen von dem geplanten Boykott sind unter anderem die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse, die skandinavischen Finanzhäuser Nordea und Swedbank sowie der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock aus den USA. Glenn Hegar, der republikanische Finanzkontrolleur des Bundesstaates Texas, wirft den Unternehmen vor, dass sie aus ideologischen Gründen ihre Investments in fossile Energien eingeschränkt hätten. Texas ist der größte Öl- und Gasproduzent der USA.

"Undurchsichtig und pervers"

Laut Hegar hat der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen „ein undurchsichtiges und perverses System geschaffen, in dem einige Finanzunternehmen nicht mehr länger Entscheidungen treffen, die im besten Interesse ihrer Aktionäre und Kunden sind. Sie nutzen stattdessen ihren Einfluss, um hinter vorgehaltener Hand eine soziale und politische Agenda voranzutreiben.“

Besonders bizarr: Mit BlackRock trifft der texanische Boykott einen der weltweit größten Investoren in Öl, Kohle und Gas. Der Vermögensverwalter wehrte sich auch umgehend gegen die Kritik: „BlackRock boykottiert nicht die fossilen Brennstoffe. Das sieht man allein daran, dass wir über 100 Milliarden Dollar in texanische Energieunternehmen investieren“, heißt es in einem Statement.

In Texas ist es staatlichen Institutionen, etwa Pensionskassen, seit 2021 weitestgehend untersagt, ihr Geld bei Firmen anzulegen, die ihre Beziehungen zu klimaschädlichen Energieunternehmen eingeschränkt haben. Auch in anderen von Republikanern geführten US-Bundesstaaten gibt es solche Bestrebungen.

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