Protest gegen Kohlefinanzierung in Japan. Auch mit diesem ETF fließt weiter Geld in Kohle-Aktien. / Foto: imago images, Kyodo News

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ETF-Test: iShares MSCI Japan ESG Enhanced UCITS ETF USD (Dist)

Dieser ETF investiert in japanische Aktien. Dabei sollen erweiterte Nachhaltigkeitskriterien zum Einsatz kommen. Der iShares MSCI Japan ESG Enhanced ETF will so vor allem Unternehmen mit geringem CO2-Ausstoß auswählen. Gelingt ihm das?

Anbieter des ETFs ist iShares, eine Tochter des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock aus den USA. Dieser bemüht sich um ein nachhaltiges Image. Aber immer noch steckt ein bedeutender Anteil des von BlackRock verwalteten Geldes in Öl-, Gas- und Kohleinvestments.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im März 2019. Da der ETF damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine Finanznote. Auf ein Jahr gesehen hat der ETF 28,8 Prozent an Wert gewonnen, der weltweite Aktienindex MSCI World ist im selben Zeitraum 38,1 Prozent im Plus. Seit Auflegung hat der ETF 29,1 Prozent zugelegt (MSCI World: 36,6 Prozent).

Die Jahresgebühren von 0,15 Prozent sind auch für einen ETF günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert in 292 mittlere und große japanische Unternehmen. Für diese sollen „erweiterte ESG-Kriterien“ („ESG Enhanced“) gelten. ESG steht für die Leistung in den Kriterien Umwelt (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance).

Allerdings gibt es keine konkreten Ansprüche an die ESG-Leistung wie etwa eine Mindestbewertung durch eine Nachhaltigkeits-Ratingagentur. Stattdessen legt der ETF nach einem Best-in-Class-Verfahren an, das sich am CO2-Ausstoß von Unternehmen orientiert. Die Unternehmen, in die der ETF investiert, dürfen 70 Prozent des CO2-Ausstoßes einer Vergleichsgruppe aufweisen. Mit dieser Methode bildet der ETF einen nachhaltigen Index des US-Finanzdienstleisters MSCI nach. Die Bewertung der Unternehmen, inklusive Einschätzung des CO2-Ausstoßes, stammt ebenfalls von MSCI.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt Unternehmen vollständig aus, die Umsätze mit Tabak, kontroversen Waffen (beispielsweise Landminen oder Streumunition) und unkonventioneller Ölförderung, etwa durch Fracking, erzielen. Einschränkungen gibt es zudem für die Erzeugung von Kohlestrom, hier dürfen die Umsätze eine Schwelle von 5 Prozent nicht überschreiten.

Damit bleibt für Kohlestrom also ein Schlupfloch. Erlaubt sind für den ETF auch Atomkraft, konventionelle Ölförderung und Rüstung.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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