Investieren in Cannabis-Medikamente – eine grüne Geldanlage? / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Rize Medical Cannabis and Life Sciences UCITS ETF

Ein  nachhaltiges Investment – in Cannabis? In Drogen also? Nicht ganz: Beim Rize Medical Cannabis and Life Sciences geht es ausschließlich um die medizinische Wirkung von Cannabis, nicht um den Freizeitrausch. ECOreporter hat das geprüft – und auch genau hingeschaut, wie nachhaltig der ETF sonst aufgestellt ist.

Anbieter des ETFs ist der britische Finanzdienstleister Rize ETF. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und ist nach eigenen Angaben Europas erster ausschließlich auf Themen-ETFs spezialisierter Anbieter. Rize verspricht zudem, dass alle angebotenen ETFs grundsätzlich unter Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien zusammengestellt sind. ECOreporter hat bei Rize keine nennenswerten Investments etwa in fossile Energieträger oder Rüstung festgestellt.

Finanzen / Risiko

Der ETF wurde im August 2020 aufgelegt. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine Finanznote.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung.

Die Jahresgebühren sind mit 0,65 Prozent deutlich höher als bei vergleichbaren ETFs, insgesamt aber immer noch günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert weltweit in 29 Unternehmen, die in den Sektoren medizinisches Cannabis und cannabisbezogene Biowissenschaften tätig sind. Rize zufolge hat Cannabis-Medizin das Potenzial, Millionen von Menschen weltweit zu helfen. Aus Cannabis gewonnene Arzneimittel seien heute etwa zur Behandlung von Symptomen im Zusammenhang mit Multipler Sklerose, bestimmten Krebsarten und seltenen Formen von Epilepsie im Kindesalter im Einsatz.

Um für den ETF in Frage zu kommen, müssen Unternehmen in der Wertschöpfungskette rund um die medizinische und gesundheitsfördernde Verwendung von Cannabis und seiner Wirkstoffe aktiv sein. Das bezieht sich aber nicht ausschließlich auf die Herstellung von Medikamenten: Zugelassen sind etwa auch Hersteller von Lebensmitteln und Ölen, die CBD enthalten. CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, ein aus Hanf gewonnener Wirkstoff, dem eine entkrampfende, entzündungshemmende, angstlösende Wirkung nachgesagt wird – diese ist allerdings nicht abschließend nachgewiesen.

Für CBD-haltige Lebensmittel im ETF gilt allerdings: Die Konzentration des psychoaktiven Wirkstoffs THC muss darin unter 1 Prozent liegen. Darüber hinaus gelten eine Reihe von ESG-basierten Ausschlusskriterien. ESG steht für die Nachhaltigkeitskriterien Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und gute Unternehmensführung (G wie Governance).

Der ETF bildet einen Index nach, den der britische Finanzdienstleister Foxberry‘s im Auftrag von Rize erstellt. Das heißt: Rize legt die Kriterien fest, nach denen der Index zusammengestellt werden soll, Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammt von Foxberry’s.

Ausschlusskriterien

Der ETF schließt insbesondere Unternehmen aus, die Produkte mit einem THC-Gehalt ab 1 Prozent für den Freizeitmarkt herstellen. Das gilt auch, wenn entsprechende Produkte in einem Land oder Bundesstaat (etwa in den USA) legal sind.

Generell investiert der ETF nach den allgemeinen Richtlinien von Rize nicht in Unternehmen, die Strom aus Kohle oder Atomkraft erzeugen sowie Kohle, Öl oder Gas fördern oder Tabakprodukte herstellen. Zudem sind Firmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (etwa Streumunition oder ABC-Waffen) tabu. Geachtet wird laut Rize auch auf Grundsätze der guten Unternehmensführung. So dürfen Firmen beispielsweise nicht in Fälle von Korruption oder „signifikante Kontroversen“ verwickelt sein.

Außen vor sind Unternehmen auch, wenn mindestens 10 Prozent der Umsätze aus Geschäftsbeziehungen zu Erzeugern von Kohle- und Atomstrom sowie Firmen stammen, die Kohle, Öl oder Gas fördern. Die gleiche Umsatzschwelle gilt für Militärverträge, jegliche Verbindung zu Glücksspiel, Pornografie, Alkoholproduktion und -verkauf sowie Tabakhandel.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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