Der US-Konzern Microsoft ist die größte Position in diesem ETF. / Foto: Pixabay

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ETF-Test: Amundi Index MSCI World ESG Leaders Select

Weltweit in Nachhaltigkeits-Vorreiter investieren: Das verspricht der Amundi MSCI World ESG Leaders Select – zumindest seinem Namen nach. Doch wie hoch sind die Anforderungen an das Aktienpaket tatsächlich? Bei der Prüfung kommt in der ECOreporter-Redaktion schnell Skepsis auf.

Anbieter des ETFs ist der französische Vermögensverwalter Amundi, der 2010 als Gemeinschaftsunternehmen der französischen Großbanken Crédit Agricole und Société Générale gegründet wurde. Die Crédit Agricole hält nach wie vor die Mehrheit an dem Unternehmen, das mit der Übernahme des ebenfalls französischen Konkurrenten Lyxor 2021 zum zweitgrößten ETF-Anbieter Europas aufstieg. Amundi investiert Kundengelder auch in Öl, Kohle und Rüstung.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im März 2020. Da er damit noch keine drei Jahre am Markt ist, erhält er keine ECOreporter-Finanznote.

Hier finden Sie den aktuellen Kurs des ETFs bei ECOreporter und Details zur Wertentwicklung

Die Jahresgebühr von 0,18 Prozent ist auch für einen ETF überdurchschnittlich günstig.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF investiert weltweit in 724 mittlere und große Unternehmen aus 23 Industrieländern. Dazu gehören etwa die USA, Japan oder Deutschland – nicht aber beispielsweise China, Südkorea oder auch manche EU-Länder wie Polen, die in der Finanzwelt zu den Schwellenländern gerechnet werden.

Ein „Leader“ – das lässt sich übersetzen mit Anführer oder auch Vorbild, im weiteren Sinne also jemand, der vorweg geht. Der Name „ESG Leaders“ lässt demnach annehmen, dass die Unternehmen in diesem ETF Vorreiter sein sollen bei der Erfüllung von ESG-Kriterien. ESG steht für die Bereiche Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (G wie Governance). 

Was eine gute ESG-Leistung ausmacht, ist aber nicht verbindlich definiert. Und in den Unterlagen dieses ETFs ist auch keine Erklärung zu finden, wie die angebliche Vorreiterrolle definiert wird. Stattdessen wendet der ETF ein „Best-in-Class“-Verfahren an. Und das ist nicht einmal streng: Um zu den "Besten" zu zählen, reicht es schon, wenn ein Unternehmen in seiner Branche zur besseren Hälfte gehört.

Der ETF bildet so einen Aktienindex des US-Finanzdienstleisters MSCI ab. Bewertung und Auswahl der Unternehmen stammen ebenfalls von MSCI.

Ausschlusskriterien

Vollständig tabu für den ETF sind Unternehmen mit Verbindung zu geächteten Waffen (beispielsweise Landminen und Streumunition) und Nuklearwaffen sowie die Förderung von Thermalkohle und die unkonventionelle Förderung (etwa durch Fracking) von Öl und Gas. 

Für die Herstellung von Tabak gilt eine Umsatzschwelle von 5 Prozent. Maximal 10 Prozent ihrer Umsätze dürfen Unternehmen mit dem Herstellen von Alkohol, der Produktion konventioneller Waffen, Glücksspiel oder mit Nuklearenergie erzielen. Für Umsätze aus Kohlestrom gilt eine Grenze von 5 Prozent. Das heißt: Konventionelle Öl- und Gasförderung sind gar nicht eingeschränkt, für Waffen, Kohle- und Atomstrom gelten Toleranzen. Die vollständigen Ausschlusskriterien finden Sie im Premium-Bereich.

Wie nachhaltig ist dieser ETF?

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