Sauberes Wasser ist ein Grundbedürfnis. Nachhaltige Wasserfonds investieren in Unternehmen, die besonders schonend mit Wasser umgehen. / Foto: Pixabay

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10 nachhaltige Wasserfonds – sprudeln die Renditen?

In Wasserfonds ist vor allem … Wasser? Nicht unbedingt. ECOreporter hat Wertentwicklung, Aktienlisten und auch die Wasserstände von zehn Wasserfonds untersucht und sagt Ihnen, welche Fonds am grünsten (oder blausten?) sind.

Es gibt an der Börse vor allem zwei Arten von Wasserunternehmen: Einmal die Wasserversorger, also Unternehmen, die Trinkwasser oder industriell nutzbares Wasser liefern, Städte und Dörfer damit versorgen oder Abwasser sammeln, filtern, klären. Und dann die Wassertechnikspezialisten – das sind Firmen, die Rohre, Pumpen, Sanitärtechnik, Bewässerungsanlagen oder auch Instrumente zur Wasseranalyse herstellen. Unternehmen, die Wasser in Flaschen füllen und verkaufen, sind hingegen nur selten an der Börse und noch seltener in nachhaltigen Fonds vertreten.


Der Schweizer Sanitärtechnik-Konzern Geberit ist in zahlreichen Wasserfonds vertreten. / Foto: Geberit

Wasser wird zum knappen Gut

Weil immer mehr Menschen auf der Erde leben und die Wirtschaft immer weiter wächst, das Süßwasservorkommen hingegen nicht, wird sauberes Wasser zunehmend zu einem raren, oft sogar umkämpften Gut. Nachhaltig ausgerichtete Wasserunternehmen tragen dazu bei, dass Wasser effizient genutzt wird, am besten in einem Kreislaufsystem. Und nachhaltige Wasserfonds setzen genau auf solche Unternehmen.

Allerdings nicht nur: In den zehn Fonds, die ECOreporter untersucht hat, finden sich auch Solarstromerzeuger, Baustoffkonzerne und sogar das eine oder andere Unternehmen, das aus nachhaltiger Sicht fragwürdig ist. Auch wenn alle zehn Fonds Themenfonds mit dem Schwerpunkt Wasser sind: Ihre Wasserstände unterscheiden sich teils deutlich, und auch die Wasserqualität ist nicht unbedingt die gleiche.

Gleiches gilt für die Wertentwicklung: Sie reicht auf Fünf-Jahres-Sicht von plus 30 bis plus 67 Prozent (siehe Tabelle unten im Premium-Bereich). Heißt: Der erfolgreichste Wasserfonds hat sich langfristig mehr als doppelt so gut entwickelt wie der schwächste. Die meisten schafften auf fünf Jahre einen Wertzuwachs von mindestens 50 Prozent, bei Jahreskosten zwischen 1,46 und 2,35 Prozent.

Wenn Sie ausführliche ECOreporter-Tests der Fonds lesen möchten, klicken Sie bitte auf die Fondsnamen in der Tabelle. Die Tests sind teilweise schon etwas älter, an der Nachhaltigkeit der Fonds hat sich seit den Tests aber kaum etwas geändert - das hat die Redaktion aktuell überprüft. Eine Übersicht über alle ECOreporter-Fondstests finden Sie hier.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die Wertentwicklung der Wasserfonds (sortiert nach der 5-Jahres-Performance):

Fondsname (mit Link zum ECOfondstest)WKNWertzuwachs 3 Monate (%)Wertzuwachs 1 Jahr (%)Wertzuwachs 5 Jahre (%)Jahreskos- ten TER (%)Volumen (Mio €)Nachhal-tigkeits-noteZuletzt getestet
Pictet-Water - P EUR93334910,0-3,566,82,008.7902,410-2020
BNP Paribas Aqua ClassicA14XZ16,6-9,361,82,233.540//
Swisscanto Equity Fund Sustainable Global WaterA0MSPX11,2-6,361,51,853731,710-2018
RobecoSAM Sustainable Water EquitiesA2QBUQ4,5-10,660,21,713.3802,606-2016
KBC Eco Fund WaterA0JJ52  6,8-8,458,41,761782,906-2016
DWS Global Water LD EUR DISDWS0DT9,9-11,353,51,461453,106-2016
AMCFM Equity Global WaterA0RMLU3,9-4,951,52,737//
JSS Sustainable Equity - Green Planet (ehem. Water)A0M90M8,1-7,546,22,283212,706-2022
Variopartner Tareno Global Water SolutionsA0M06B7,9-14,344,22,291633,005-2020
Ökoworld Water for Life CA0NBKM7,5-20,129,82,35671,806-2018
Durchschnittliche Wertentwicklung der Wasserfonds7,6-9,653,4
Vergleichsindex MSCI World8,30,970,7

Stand: 14.9.2022, Angaben ohne Gewähr


Diese Wasserfonds schätzt ECOreporter als besonders nachhaltig ein:

Pictet-Water – der Gigant

Der Pictet-Water ist der größte Wasserfonds der Welt und auch im gesamten Fondsmarkt ein Riese. Fast 8,8 Milliarden Euro verwaltet der Fonds der Schweizer Privatbank Pictet derzeit – so viel, dass er kaum noch weiß, wohin mit neuem Geld, und daher manchmal keines mehr annimmt. Der Fonds ist dann zusagen wegen Überfüllung geschlossen. Auf fünf Jahre gesehen hat er knapp 67 Prozent an Wert gewonnen – Spitzenwert unter den zehn untersuchten Fonds.

Der Pictet-Water hat ein strenges Auswahlverfahren. Die Unternehmen, deren Aktien der Fonds hält, erzielen mehr als 80 Prozent ihrer Umsätze mit dem Geschäftsfeld Wasser – ein hoher Wasserstand. In der Aktienliste finden sich große Versorger wie American Water Works, California Water Service, United Utilities, Severn Trent oder Guangdong. Dazu die Wassertechnikanbieter Geberit (Sanitär), Xylem (Analyse- und Reinigungsgeräte), Kubota (Pumpen) und viele weitere. Eher am Rande mit Wasser zu tun haben Entsorgungsunternehmen wie Waste Connections, Waste Management oder Republic Services. Fast zwei Drittel der Aktien kommen aus den USA.

Swisscanto Equity Fund Sustainable Global Water – Der Nachhaltigste

Der bislang nachhaltigste von ECOreporter getestete Wasserfonds ist der Swisscanto Equity Fund Sustainable Global Water. Der Fonds hat einen hohen Wasserstand und investiert vor allem in etablierte Branchen-Unternehmen wie American Water Works, Geberit, Veolia, Severn Trent, Masco, United Utilities, Essential Utilities, Xylem. Dazu kommen etwa der Chemielieferant Brenntag und der Laboranalyse-Spezialist Eurofins. Fast 70 Prozent der Unternehmen haben ihren Sitz in den USA. Mit einem Plus von 61,5 Prozent auf fünf Jahre liegt der Sustainable Global Water im oberen Drittel der untersuchten Wasserfonds.


Die österreichische Verbund AG gehört zu den größten Wasserstromerzeugern Europas. / Foto: Unternehmen

RobecoSAM Sustainable Water Equities – der Günstigste

Der RobecoSAM Sustainable Water Equities ist wie der Pictet-Water ein Schwergewicht, sein Volumen beträgt derzeit knapp 3,4 Milliarden Euro. Aufgelegt hat ihn die niederländische Fondsgesellschaft Robeco, die mittlerweile zum japanischen Mischkonzern Orix gehört. Schwerpunkte des Fonds sind Wassertechnikanbieter (Pentair, Masco/Hansgrohe, Kurita Water, Metawater, Advanced Drainage Systems) und Wasseranalysespezialisten (Thermo Fisher, Xylem, Agilent). Dazu Versorger wie Veolia und der Waschmaschinenhersteller Haier.

Robeco investiert stärker als etwa der Pictet-Water in Mischkonzerne, die nur einen kleinen Teil ihrer Umsätze mit Wasser erzielen, beispielsweise Danaher oder der Wärmepumpen-Spezialist Nibe. Mit Jahreskosten von 1,71 Prozent ist der RobecoSAM Sustainable Water Equities der günstigste von ECOreporter empfohlene Wasserfonds. Und auch hier stimmt die Rendite: 60 Prozent beträgt der Wertzuwachs auf Sicht von fünf Jahren. Zum Vergleich: Der globale Leitindex MSCI World, den die meisten Aktienfonds nicht schlagen, hat im gleichen Zeitraum etwa 70 Prozent zugelegt.

JSS Sustainable Equity - Green Planet – der Grenzgänger

Der JSS Sustainable Equity - Green Planet hieß bis 2021 JSS Sustainable Equity - Water und hat auch nach seiner Umbenennung einen hohen Wasserstand. Neben Versorgern (u.a. California Water Service, Veolia, United Utilities) finden sich im Bestand zahlreiche Wassertechnikkonzerne, etwa Advanced Drainage Systems, Evoqua, Mueller Water Products und Watts Water. Etwas deplatziert in der Aktienliste wirkt Coca-Cola – gezuckerte Getränke sind nicht wirklich nachhaltig, und in Flaschen verkauftes Wasser hat eine deutlich schlechtere Klimabilanz als Wasser aus dem Hahn.

Anbieterin des Green Planet ist die Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin. Die Jahreskosten sind mit 2,28 Prozent vergleichsweise hoch, die Wertsteigerungen auf fünf Jahre mit 46 Prozent ordentlich.

Ökoworld Water for Life – der Anspruchsvollste

Der teuerste sehr nachhaltige Wasserfonds ist der Ökoworld Water for Life. Seine Jahreskosten lagen zuletzt bei 2,35 Prozent. Dazu kommt noch eine Performance-Gebühr von bis zu 10 Prozent des jährlichen Wertzuwachses. Mit einem Plus von knapp 30 Prozent seit Mitte September 2017 hat sich der Fonds unterdurchschnittlich entwickelt. Die Kosten sind auch deshalb höher als bei anderen Wasserfonds, weil der grüne Investment-Pionier Ökoworld aus Hilden bei Düsseldorf das strengste und aufwendigste Auswahlverfahren hat. Zudem berät ein wissenschaftlicher Fachbeirat das Fonds-Management.

Der Ökoworld Water for Life konzentriert sich auf Unternehmen, die zum schonenden Umgang mit Wasser beitragen. Reine Wasserfirmen wie American Water Works, Agilent oder California Water Service sind in der Minderheit. Der Fokus liegt auf Unternehmen, die wassersparend arbeiten, etwa die Bahnbetreiber Canadian Pacific Railway und CSX, das IT-Haus Bechtle, der Fahrradteilehersteller Shimano, der Bio-Lebensmittel-Großhändler United Natural Foods oder die Halbleiterfirmen TSMC und Qualcomm. Im Bestand finden sich auch einige Erneuerbare-Energien-Unternehmen, etwa Verbund, Encavis, SMA Solar, Bloom Energy, Enphase Energy und SolarEdge.

Fazit: Finanziell haben sich die meisten Wasserfonds auf lange Sicht gut bis sehr gut entwickelt. Auf zwölf Monate gesehen notieren alle im Minus (siehe Tabelle) - das liegt neben dem sehr schwachen ersten Börsenhalbjahr 2022 auch daran, dass die Fonds nicht in Unternehmen etwa aus der fossilen Energiewirtschaft investiert sind, die in der ersten Jahreshälfte überdurchschnittlich gut liefen. In den letzten drei Monaten konnten viele Fonds aber wieder deutlich zulegen.

Die Wasserstände der Fonds sind unterschiedlich hoch, und vereinzelt ist die Redaktion auf Investments in wenig nachhaltige Unternehmen gestoßen. Die fünf Wasserfonds mit den besten Nachhaltigkeitsnoten im ECOreporter-Fondstests eignen sich aber vorbehaltlos für anspruchsvolle Anlegerinnen und Anleger, die klares, sauberes Wasser im Depot haben wollen.

ECOreporter hat in den letzten Jahren über 80 nachhaltige Fonds analysiert. Die Tests und Wertentwicklungen der Fonds finden Sie hier.

Lesen Sie auch das Dossier Nachhaltiges Nass: Die besten Wasseraktien.

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