Solaranlagen von Jinko Solar. Wie der chinesische Modulhersteller sind viele Solaraktien aktuell im Minus. Anlegerinnen und Anleger können diese Korrekturphase aber auch als Chance verstehen./ Foto: Jinko Solar

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Langfristig mehr als 5.000 % im Plus - das sind die besten Solaraktien

Es gibt sie: Aktien, die vom Ausbau der Solarenergie profitieren und trotz Corona-Krise ihren Wert gesteigert und sogar vervielfacht haben. ECOreporter liefert Ihnen einen Überblick über die besten Aktien aus der Solarbranche. Erfahren Sie, wo sich jetzt der Einstieg noch lohnt - und von welchen Aktien Sie lieber die Finger lassen sollten.

2020 sind laut Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) neue Solaranlagen mit einer Stromerzeugungskapazität von 107 Gigawatt ans Netz gegangen, ein leichter Rückgang gegenüber 2019 mit 109 Gigawatt. Aktuell leidet der Solarkraftausbau insbesondere im privaten Bereich unter der Corona-Pandemie – aber langfristig sollte das Virus den Ausbau der klimafreundlichen Solarenergie nicht stoppen. Ab 2023 erwartet die IEA jährliche Kapazitätszuwächse von rund 165 Gigawatt.

Diese Aktien betrachtet ECOreporter im Folgenden ausführlicher:

  • 7C Solarparken
  • Canadian Solar
  • Encavis
  • Enphase Energy
  • GCL Poly Energy
  • Jinko Solar
  • Manz
  • Meyer Burger
  • Photon Energy
  • PVA TePla
  • ReneSola
  • Scatec Solar
  • SMA Solar
  • Solar Edge
  • SunPower
  • Sunrun

Die Mehrheit der Solaraktien ist auf Monatssicht im Minus – der Grund ist eine Korrekturbewegung, die Mitte Februar einsetzte. Zuvor waren Erneuerbare-Energie-Aktien monatelang gestiegen, im Laufe des Jahres 2020 wurden bereits die Hoffnungen auf einen – letztlich tatsächlich eingetretenen – Sieg Joe Bidens bei der Präsidentschaftswahl in den USA mit eingepreist. Im Januar 2021 sorgte der überraschende Erfolg der Demokraten bei den Senatsstichwahlen im US-Bundesstaat Georgia zusätzlich für einen Run auf Solaraktien. Beim Überblick im Februar kündigte ECOreporter die bald darauf eingetretene Konsolidierungsphase daher auch bereits an.

Das heißt aber nicht, dass Solaraktien deshalb weniger attraktiv sind – stattdessen können sich sogar Kaufgelegenheiten ergeben, wo gute Titel vorher zu teuer waren. Daher lohnt der Blick auf die langfristige Wertentwicklung – auf fünf Jahre gesehen liegt der höchste Wertgewinn einer beobachteten Aktie bei mehr als 5.000 Prozent.

Beachten sollten Anlegerinnen und Anleger allerdings, dass grüne Aktien durch ihre schnellen Zugewinne für die sogenannten Shortseller interessant geworden sind. ECOreporter hatte hier vor Attacken der Spekulanten gewarnt

Von Modulherstellern bis zu Maschinenbauern

Zur Solarbranche zählen vier Bereiche: die Hersteller der schwarzblauen Solarmodule, die Wechselrichterproduzenten, die Solaranlagen-Projektierer und -betreiber sowie die Maschinenbauer, die im wesentlichen die Fertigungsanlagen für die ersten beiden Gruppen herstellen.

ECOreporter betrachtet bei den Solaraktien nur die Unternehmen, die sich auf den Solarbereich konzentrieren. Natürlich gibt es auch Mischkonzerne, die Solarzellen oder Wechselrichter liefern, aber eben auch Waschmaschinen und vieles andere. Sie sind hier bei den Solaraktien nicht aufgeführt.

Modulhersteller: Große Chancen, große Risiken

Modulhersteller produzieren aus Solarzellen die Solarmodule, die man heute auf vielen Dächern sieht. Deutschland war in diesem Bereich noch 2010 Weltmarktführer, es gab hier mehr Arbeitsplätze als in der Kohlebranche. Doch während sich die Kohlekraftwerke immer noch dank politischer Unterstützung und aggressiver Lobbyarbeit halten, gibt es heute in der Bundesrepublik keine nennenswerte Modulproduktion mehr. Deutschland importiert aus Asien.

Canadian Solar stellt Module her und entwickelt Solarparks. Das macht den Konzern weniger abhängig von der Preisentwicklung für Solarmodule. Der kanadisch-chinesischen Konzern war besser als erwartet durch das Corona-Jahr 2020 gekommen (ECOreporter berichtete hier). Langfristig ist die Aktie mehr als 100 Prozent im Plus (Kurs/Datum siehe Tabelle im Premium-Bereich), die Zukunftsaussichten scheinen solide. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2021 von 18 ist die Aktie zudem nicht zu hoch bewertet. In den letzten Jahren schwankte der Börsenkurs allerdings stark. Die Aktie bleibt daher nach Einschätzung von ECOreporter ein Investment für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem.

Der weltgrößte Solarmodulhersteller Jinko Solar ist ein Beispiel für deutliche kurzfristige Kursverluste nach einem zuvor steilen Anstieg der Aktie Ende 2020. Anfang April präsentierte der chinesische Konzern durchwachsene Jahreszahlen, die den Kurs nicht stützen konnten. Nach Einschätzung von ECOreporter sind die langfristigen Aussichten von Jinko Solar aber weiterhin gut. Für 2021 rechnet der Konzern mit einem weiteren deutlichen Nachfrageanstieg auf 25 bis 30 Gigawatt (GW). Bis Jahresende will der Jinko Solar die Produktionskapazitäten für Solarzellen von derzeit 11 auf 27 GW mehr als verdoppeln. Die Produktionskapazität für Solarmodule soll von derzeit 31 auf 37 GW steigen.

Allerdings hat der Konzern auch weiterhin mit Margenproblemen zu kämpfen, die den Aktienkurs schwankungsanfällig machen. Die Jinko Solar-Aktie bleibt daher ein Investment für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger. Mit einem erwarteten KGV für 2021 von unter 10 ist sie derzeit günstig bewertet.

Update 26.4.2021: Jinko Solar wird neben anderen chinesischen Konzernen von der US-Beratungsfirma Horizon Advisory vorgeworfen, in Zwangsarbeit in China verwickelt zu sein. Wie etwa auch die Hersteller JA Solar und Trina Solar beziehe Jinko Solar das für die Modulfertigung benötigte Polysilizium von der Daquo Group, einem der größten Polysilizium-Lieferanten der Welt, der bedeutende Betriebe in der chinesischen autonomen Provinz Xinjiang hat. In Xinjiang wird nach internationalen Berichten seit 2016 die muslimische Minderheit der Uiguren systematisch verfolgt und in "Umerziehungslagern" zur Zwangsarbeit eingesetzt. Ein Drittel des weltweiten Polysilizium-Materials wird Horizon Advisory zufolge in Xinjiang produziert, womit sich weltweite Probleme für Lieferketten ergeben.

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